Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lieferservice-online-lebensmittelhaendler-picnic-kommt-nach-deutschland-1803-133381.html    Veröffentlicht: 18.03.2018 12:22    Kurz-URL: https://glm.io/133381

Lieferservice

Online-Lebensmittelhändler Picnic kommt nach Deutschland

Kaufland und Lidl haben aufgegeben, Amazon Fresh wartet noch auf die zündende Idee. Doch das niederländische Picnic ist erfolgreich und verspricht frische Lebensmittel zum besten Preis ohne lange Wartezeiten frei Haus.

Der niederländische Online-Dienst Picnic liefert künftig auch in Deutschland Lebensmittel aus. Seit Oktober testet das Unternehmen sein Konzept in den nordrhein-westfälischen Städten Kaarst und Neuss. "Mitte April legen wir richtig los", kündigte Picnic-Gründer Michiel Muller in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung an. Drei bis fünf Städte in Nordrhein-Westfalen nahe der niederländischen Grenze sollen dieses Jahr hinzukommen, nächstes Jahr soll der Lieferdienst 20 bis 30 deutsche Städte mit frischer Ware versorgen.

Picnic hat vor zweieinhalb Jahren in einer niederländischen Stadt angefangen, gegenwärtig beliefert das Unternehmen 100.000 Kunden in 37 Städten, darunter Leiden, Den Haag und seit März auch Amsterdam. Der Umsatz liegt bei 100 Millionen Euro. Für das Jahr 2018 wollen die Gründer 300 Millionen Euro erreichen.

Ihr Versprechen lautet: Frische Ware zum besten Preis ohne lange Wartezeiten. Zudem sei Picnic der einzige Anbieter, der "frei Haus" liefert.

In Deutschland bestellen die Kunden bisher nur ein Prozent der Lebensmittel online, schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Kaufland stellte im Dezember 2017 seinen Online-Lieferservice für Lebensmittel ein und entließ alle 300 Beschäftigten aus diesem Bereich in Berlin. Grund seien die zu hohen Kosten. Der Lieferservice von Kaufland verlangte einen Mindestbestellwert von 40 Euro. Die ersten drei Lieferungen waren gratis, dann wurden Gebühren zwischen 2,75 und 4,75 Euro berechnet.

Amazon Fresh sucht noch nach dem Dreh

Amazon Fresh hatte im September 2017 angekündigt, nach Berlin und Potsdam auch nach Hamburg zu expandieren. Der Lieferdienst ist auf Amazon-Prime-Nutzer beschränkt und kostet zusätzlich 9,99 Euro monatlich. Doch das Unternehmen gibt zu, dass niemand einen weiteren Supermarkt braucht. Deshalb will man etwas finden, das der Kunde spannend, wertschöpfend oder bequem genug findet, um es auszuprobieren.

Auch Rewe und Edeka liefern gegen einen Aufpreis ins Haus. Erst vor kurzem hat Lidl seine Pläne aufgegeben, weil sich das Geschäft "nicht kostendeckend betreiben" lasse.

Die Niederländer sind optimistisch für den deutschen Markt. "Bisher entwickelt sich alles genau nach Plan", sagte Muller der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. "Vielleicht sind Holländer und Deutsche sich ähnlicher als sie denken."  (asa)


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