Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/google-alphaversion-von-android-p-ist-da-1803-133218.html    Veröffentlicht: 08.03.2018 11:37    Kurz-URL: https://glm.io/133218

Google

Alphaversion von Android P ist da

Android P soll die Nutzung von Smartphones und Tablets angenehmer machen. Google hat die erste Developer Preview der kommenden Hauptversion des Betriebssystems für mobile Geräte veröffentlicht - sieht sie aber selbst noch als Alphaversion.

Google hat die erste Vorabversion von Android P veröffentlicht. Vor allem App-Entwickler sind aufgerufen, ihre Produkte mit der kommenden Version des Betriebssystems für mobile Geräte zu testen und Probleme zu melden. Dafür brauchen sie ein Pixel-Smartphone, auf einem Tablet kann die künftige Hauptversion nicht getestet werden. Für ältere Nexus-Geräte und für das Pixel C wird es kein fertiges Android P geben. Die neue Version bringt vor allem viele interne Änderungen, um die Nutzung von Smartphones und Tablets angenehmer zu machen. Aber es gibt auch ein paar optische Anpassungen.

Der Benachrichtigungsbereich wurde überarbeitet. Bei neuen Nachrichten aus Messaging-Apps werden eingebettete Bilder direkt angezeigt und das Beantworten soll einfacher als bisher sein. Zudem zeigt das Betriebssystem alle zurückliegenden Benachrichtigungen an. Wenn versehentlich eine Benachrichtigung entfernt wurde, kann sie wiedergefunden werden.



Zudem gibt es ein neues Design für die Schnell- und die Android-Einstellungen. Die ausgeklappten Schnelleinstellungen können durchscrollt werden, bisher musste zur Seite geblättert werden. Die Icons haben neue Formen; Google verändert das Design der Einstellungen immer öfter - für technisch weniger versierte Nutzer kann das durchaus verwirrend sein.

Auf dem Always-on-Display der Pixel-Smartphones wird nun der Akkustand angezeigt und der Bitte-nicht-stören-Modus wurde überarbeitet. Die Lautstärkeanzeige ist vertikal und wird nicht mehr horizontal angezeigt. Wird das Smartphone im Hochformat genutzt, ist das neue Format intuitiver, weil die Anzeige auf dem Display zur Position der Lautstärketasten passt.

Android P ermöglicht neue Gerätegestaltung

Die neue Android-Version ermöglicht direkt eine Aussparung rund um die Kamera. Damit werden Gerätedesigns unterstützt, die am oberen Ende des Displays eine ähnliche Aussparung haben wie Apples iPhone X oder das Essential-Smartphone. Das Display kann dann auch links und rechts der Kamera Inhalte anzeigen. Mit der neuen Android-Version könnten mehr Geräte mit einem solchen Design auf den Markt kommen. Im Zuge dessen ist die Anzeige der Uhrzeit in der Statusleiste von der rechten auf die linke Seite gewandert.

Wenn der Ein-Aus-Schalter am Smartphone länger gedrückt wird, erscheint ein Dialog, um das Gerät auszuschalten oder neu zu starten. Hier gibt es einen Menüpunkt, um von dort auch einen Screenshot aufnehmen zu können. Das ist eine Alternative zu der Tastenkombination Ein-Aus-Schalter und Lautstärke-runter-Taste. Zudem lassen sich Screenshots nun bequemer nachbearbeiten.

Google integriert wieder viele interne Änderungen, die künftig von Apps genutzt werden können.

Android P bringt interne Verbesserungen

Android P unterstützt HDR VP9 Profile 2 zur besseren Darstellung von HDR-Inhalten sowie eine HEIF-Bildkompression. HEIF steht für High Efficiency Image File Format und verspricht eine bessere Bildqualität als eine vergleichbare Kompression mit anderen Bildformaten.

Zudem gibt es eine Multi-Camera-API, um Videos und Fotos parallel mit mehreren Kameras zugleich aufnehmen zu können. Dabei kann auch intelligent während der Aufnahme zwischen mehreren Kameras umgeschaltet werden. Hier hängt es davon ab, welche Aufgaben eine App erfüllen soll. Zudem wurde allgemein die Kameraunterstützung verbessert, die eine schnellere Aktivierung und eine bessere Nutzung von optischen Bildstabilisatoren ermöglicht. Zudem gibt es neue Routinen bei der Anzeige von Fotos und Bildern für eine exaktere Skalierung und das Berechnen von Animationen.

WLAN-Positionierung wird unterstützt

Android P unterstützt direkt das Wi-Fi-RTT-Protokoll. RTT steht für Round-Trip-Time und soll dabei helfen, besser in Innenräumen zu navigieren. Dazu wird das WLAN-Protokoll 802.11mc verwendet, um die eigene Position mit einer Genauigkeit von ein bis zwei Metern bestimmen zu können. Dazu muss der Abstand zu mindestens drei WLAN-Access-Points bekannt sein, um die exakte Position zu errechnen. Diese Technik kann etwa auf Flughäfen, großen Einkaufszentren oder Bahnhöfen bei der Orientierung helfen.

Es gibt neue Versionen der Open Mobile API und der Autofill-API, um unter anderem das automatische Ausfüllen von Formularen und das Bezahlen mit dem Smartphone zu verbessern. Aber auch Neural Networks API sowie die API zur Steuerung der Fingerabdrucksensoren wurden überarbeitet. Gleiches gilt für die Absicherung des Netzwerkverkehrs.

Striktere Regeln für Hintergrund-Apps

Für Apps gibt es verschiedene neue Regeln. Allgemein sollen die Hintergrundaktivitäten von Apps weiter optimiert werden, um eine längere Akkulaufzeit zu erreichen. Bereits mit den vergangenen Android-Hauptversionen wurde in diesem Bereich viel verändert. Auch der Netzwerkzugriff von Hintergrund-Apps wurde überarbeitet.

Aus Sicherheitsgründen können Apps unter Android P nicht mehr auf die Kamera, das Mikrofon sowie alle Sensormanager-Sensoren zugreifen, wenn sich diese im Leerlauf befinden. Damit soll verhindert werden, dass Apps etwa das Mikrofon zum Belauschen oder die Kamera zum Ausspähen nutzen können, ohne dass Anwender dies bemerken.

Wenn Apps ART oder Kotlin nutzen, sollen diese allgemein beschleunigt werden und zum Teil auch weniger Speicher benötigen.

Beiname und Versionsnummer noch geheim

Es ist unklar, ob alle genannten Neuerungen am Ende im fertigen Android P enthalten sein werden. Es kommt durchaus vor, dass Funktionen bis zum Erscheinen der fertigen Version wieder entfernt werden. Außerdem könnten im Zuge der Entwicklung weitere Neuerungen dazukommen.

Alle Android-Hauptversionen tragen als Beinamen die Bezeichnungen von Süßspeisen. Seit einiger Zeit macht sich Google einen Spaß daraus, die entsprechenden Bezeichnungen möglichst lange geheim zu halten. Das ist auch bei Android P der Fall: Noch ist nicht bekannt, wofür P steht. Auch die finale Versionsnummer ist offen, aber nach dem bisherigen Verhalten von Google zu urteilen, wird es Android 9.0 werden.

Zum Test ist ein Pixel-Smartphone nötig

Die erste Developer Preview von Android P steht als Image-Datei für die Smartphones der Pixel-Modellreihe bereit, also für das Pixel, Pixel XL, Pixel 2 und Pixel 2 XL. Das Nexus 5X, das Nexus 6P und das Pixel C werden auch das fertige Android P von Google nicht bekommen. Daher kann die künftige Hauptversion nicht vorab mit einem Tablet getestet werden. Wie auch schon bei Android N gibt es die erste Developer Preview nicht im Rahmen des Android-Beta-Programms. Google machte keine Angaben dazu, wann die Vorabversionen von Android P auch über das Android-Beta-Programm verteilt werden, um die Vorabversion über ein drahtloses Update aufspielen zu können.

Google will die zweite Developer Preview von Android P im Mai 2018 veröffentlichen. Dann sollen im Juni zwei weitere Vorabversionen folgen und im Juli 2018 ist der Release Candidate geplant. Bis Ende September soll die fertige Version erscheinen. Google hatte die Vorversion, Android 8.0 alias Oreo, Ende August 2017 veröffentlicht und auch Android 7.0 alias Nougat wurde ein Jahr früher Ende August freigegeben.  (ip)


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