Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/apples-neue-firmenzentrale-wer-im-glashaus-arbeitet-knallt-auch-mal-gegen-waende-1803-133195.html    Veröffentlicht: 07.03.2018 11:02    Kurz-URL: https://glm.io/133195

Apples neue Firmenzentrale

Wer im Glashaus arbeitet, knallt auch mal gegen Wände

Glas, Glas und noch mehr Glas. So lässt sich die neue Firmenzentrale von Apple beschreiben. Die Glaswände und Glastüren waren wohl nur schwer erkennbar und so kam es zu Unfällen, Mitarbeiter liefen dagegen. Der iPhone-Hersteller musste am Gebäude nachbessern - so eine Art Bugfix.

Nicht jeder schafft es, sich körperlich unversehrt durch Apples neue Firmenzentrale zu bewegen. Der Grund dafür: Das Gebäude besteht vor allem aus Glaswänden und Glastüren. Diese sind wohl nur schwer zu erkennen, so dass Apple-Mitarbeiter mit dem Kopf gegen die Wände gerannt sind. In drei Fällen wurde sogar der Notruf bemüht, wie der San Franciso Chronicle berichtet, der die öffentlich verfügbaren Notrufe angefordert, ausgewertet und veröffentlicht hat.

Bereits Mitte Februar 2018 hatte Bloomberg über die Unfälle in Apples Firmenzentrale berichtet und sich dabei auf Schilderungen von Apple-Mitarbeitern berufen. Mit der Veröffentlichung der Notrufe bestätigen sich diese Berichte. Mit der neuen Firmenzentrale will Apple Offenheit zeigen. Gegenüber der Öffentlichkeit ist das Unternehmen allerdings oft sehr verschwiegen: Zu den aktuellen Vorfällen wollte sich der iPhone-Hersteller nicht äußern.

Apples neues Hauptquartier

Apples neue Firmenzentrale wird als Campus bezeichnet und wurde vom Architekturbüro Norman Foster entworfen, der unter anderem den Reichstag in Berlin neu gestaltet hat. Die Apple-Zentrale ist ein ringförmiger Bau, der einen größeren Umfang als das US-Verteidigungsministerium hat. Allerdings hat das Pentagon deutlich mehr Nutzfläche als Apples Fimenzentrale. Das wesentliche gestalterische Element von Apples neuer Firmenzentrale ist Glas.

Bereits mehr als ein halbes Jahr vor der Eröffnung des neuen Apple-Hauptquartiers hatte der für Baumaßnahmen zuständige Beamte von Cupertino Bedenken angemeldet, berichtet der San Francicso Chronicle. Albert Salvador fürchtete, dass die Mitarbeiter gegen die Glaswände der Cafeteria rennen, weil sie diese nicht von den automatisch öffnenden Türen unterscheiden könnten.

Befürchtungen haben sich bestätigt

Salvador sollte recht behalten, wie die veröffentlichten Notrufe belegen. Unklar ist, wie viele weitere Apple-Mitarbeiter gegen die Glaswände gerannt sind und sich möglicherweise nicht so stark verletzt haben, dass Notrufe erforderlich waren. In den Notrufen ging es um Platzwunden, aber niemand musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Eigentlich sehen staatliche Vorschriften in Kalifornien vor, dass Glaswände in Gebäuden markiert sind, damit diese besser erkennbar sind. Salvador berichtet, dass er mit einem Bauarbeiter in der Bauphase auf dem Gelände unterwegs war und dabei sah, wie ein anderer Bauarbeiter gegen eine Glaswand gelaufen ist. Allerdings gelte die entsprechende Vorschrift nur für Baumaßnahmen, nicht für fertige Bürogebäude.

Apples Campus brauchte einen Bugfix

Apple hat auf die Einwände reagiert und noch vor dem Bezug schwarze rechteckige Aufkleber mit abgerundeten Ecken an den Glaswänden platziert. Das wurde zunächst aber nur im Bereich der Cafeteria gemacht. Als die ersten Mitarbeiter am 2. Januar 2018 in die neue Apple-Zentrale eingezogen sind, gab es die ersten beiden Unfälle, die zu den Notrufen führten. Mindestens ein weiterer folgte bis zum 4. Januar 2018 und Apple markierte daraufhin weitere Glaswände mit den schwarzen Aufklebern. Seitdem ist es nach Erkenntnissen des San Francisco Chronicle zu keinen weiteren Notrufen gekommen.

Ob damit auch die Unfälle ein Ende genommen haben, ist derzeit nicht bekannt. Es ist nicht auszuschließen, dass es weitere Unfälle gab, bei denen aber der Notruf nicht bemüht wurde. Salvador geht allerdings davon aus, dass die schwarzen Aufkleber effektiv seien und verhindern würden, dass Menschen nochmals gegen die Glaswände laufen.

Apple hat die Gelegenheit verstreichen lassen, die Vorfälle dazu zu nutzen, die Glaswände mit dem eigenen Firmenlogo zu versehen. Ein schwarzes Apple-Logo würde besser zu den Glaswänden in der Firmenzentrale passen als ein schwarzes Rechteck. Aber wer weiß, vielleicht passiert das ja noch.  (ip)


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