Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/pse-3-nokias-neuer-prozessor-soll-glasfasernetze-stark-verbessern-1803-133181.html    Veröffentlicht: 06.03.2018 18:00    Kurz-URL: https://glm.io/133181

PSE-3

Nokias neuer Prozessor soll Glasfasernetze stark verbessern

Nokia hat seine Signalprozessoren vorgestellt, die die Leistung in Glasfasernetzen um bis zu 65 Prozent erhöhen sollen. Zum Einsatz kommt die neue Technologie Probabilistic Constellation Shaping (PCS).

Nokia hat neue Signalprozessoren für Glasfasernetzwerke angekündigt, die die neue Technologie Probabilistic Constellation Shaping (PCS) aus den Bell Labs nutzen. Wie Nokia am 6. März 2018 bekanntgab, sind durch die Photonic Service Engine (PSE) Signalprozessoren auf jeder Glasfaser, von Metronetzen bis hin zu Unterseekabeln, bis zu 65 Prozent mehr Kapazität bei gleichzeitiger Reduzierung des Stromverbrauchs um 60 Prozent möglich.

Bei Probabilistic Constellation Shaping handelt es sich um einen neuen Modulationsansatz, mit dem sich in Glasfasernetzen eine größere Datenmenge über weitere Entfernungen übertragen lässt. Während herkömmliche Techniken alle Konstellationspunkte mit derselben Häufigkeit ansteuern, nutzt PCS ein abweichendes Verfahren. Konstellationspunkte mit großer Amplitude werden weniger häufig angesteuert. Dadurch ist die Datenübertragung weniger anfällig für Rauschen und andere Störquellen. Des Weiteren können mit diesem Verfahren Sender und Empfänger dynamisch auf veränderte Übertragungsbedingungen reagieren.

Der PSE-3-Chipsatz verspricht fein einstellbare Wellenlängenkapazitäten von 100G bis 600G mit einem einzelnen, einheitlichen Modulationsformat sowie einheitlicher Baudrate und Kanalgröße.

Rajesh Singh, General Manager Value Management und Procurement des Netzbetreibers Spark New Zealand, sagte: "Auf Basis der 100G- und 200G-Transportnetze, die wir 2017 gebaut haben, ermöglicht uns die neue PSE-3-Technologie von Nokia Bell Labs, mit 400G- und 1TB-Diensten zu planen."

Der PSE-3 wird für das gesamte Nokia-Angebot von IP- und optischen Produkten zur Verfügung stehen. Er kommt unter anderem in einer neuen Version des 1830 Photonic Service Interconnect zum Einsatz. Das System ist im dritten Quartal 2018 verfügbar.  (asa)


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