Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/autosaw-roboter-helfen-beim-moebelbauen-1802-133060.html    Veröffentlicht: 28.02.2018 17:27    Kurz-URL: https://glm.io/133060

Autosaw

Roboter helfen beim Möbelbauen

Keine Verletzungen mehr durch die Säge: MIT-Forscher setzen Roboter ein, um Holz für Möbel zuzuschneiden. Ziel ist es, es jedermann zu ermöglichen, Möbel individuell zu bauen, ohne dabei die Finger zu riskieren.

CNC-Fräsen, Lasercutter, 3D-Drucker: Selbermachen mit Maschinenhilfe gibt es schon länger. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat Roboter in einen neuen Bereich des Heimwerkens eingeführt: in die Tischlerei.

Autosaw heißt das System, mit dem die Forscher des Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) des MIT es Laien ermöglichen wollen, Möbel selbst zu bauen, ohne dabei die Finger zu gefährden. Zur Auswahl stehen diverse Möbel, darunter Tische und Stühle, die von einem Schreiner entworfen wurden.

Der Nutzer wählt das entsprechende Design aus. Im CAD-System Onshape kann er das Möbelstück noch verändern, etwa seine Größe, und die Form an die räumlichen Gegebenheiten oder die Stabilität an den Zweck anpassen. Das fertige Design wird dann an die Roboter übergeben, die das Holz zurechtschneiden.

Dafür setzen die Forscher um Jeffrey Lipton keinen Roboterarm aus der Industrie ein, sondern kleine, handelsübliche Roboter, die sie für diesen Zweck modifiziert haben: Zwei kleine Youbots von Kuka heben Bretter und lassen diese von einer Kreissäge zuschneiden. Ein Roomba-Kehrroboter des US-Herstellers iRobot wurde mit einer Stichsäge ausgestattet und kann beliebige Formen aus einem Holzbrett sägen.

Vorteil dieses Ansatzes sei, dass das System kleiner und günstiger sei als ein Industrieroboter, sagen die Forscher. Die Teile werden zudem vorgebohrt, so dass der Nutzer sie wie bei anderen Fertigmöbeln nur noch montieren muss. Die Bauanleitung liefert das System gleich mit.

Roboter sollen Verletzungen beim Sägen verhindern

Die Roboter sollen es ermöglichen, Möbel individuell für eine bestimmte Wohnsituation herzustellen, Möbel für sehr kleine Wohnungen etwa oder für Räume, für die es aufgrund des Schnitts Standardmobiliar gibt. Die Roboter sollen aber auch für größere Projekte eingesetzt werden, etwa beim Auslegen einer Terrasse oder beim Bau eines Holzhauses. Das automatisierte Zuschneiden der Bretter soll die Verletzungsgefahr für den Menschen verringern.

"Unser Ziel ist, die Maßanfertigung von Möbeln zu demokratisieren", sagt Adriana Schulz aus dem Projekt-Team. Autosaw soll den Nutzern eine Vielzahl von Möglichkeiten eröffnen, damit sie nicht nur auf das Angebot der Möbelhäuser angewiesen sind. "Stattdessen können sie das herstellen, was am besten zu ihren Bedürfnissen passt."

Lipton und sein Team wollen Autosaw auf der International Conference on Robotics and Automation (Icra) vorstellen. Die Icra findet im Mai dieses Jahres in Brisbane in Australien statt.  (wp)


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