Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/htc-vive-pro-ausprobiert-ohne-anlauf-tor-1802-133025.html    Veröffentlicht: 28.02.2018 09:00    Kurz-URL: https://glm.io/133025

HTC Vive Pro ausprobiert

Ohne Anlauf, Tor!

Feinere Auflösung, integrierte Kopfhörer, mehr Komfort und auf Wunsch kabellos - wir konnten auf dem Mobile World Congress das kommende VR-Headset Vive Pro und die Vive-Tracker ausprobieren und mit ihnen Tore schießen.

Den Ball stoppen und so richtig einen vom Leder ziehen, das macht Spaß - jedenfalls auf dem echten Bolzplatz. In der Virtual Reality mit der HTC Vive Pro macht das nicht ganz so viel Freude, weil wir keinen echten Ball treten. Immerhin stoppen wir aber eine virtuelle Kugel mit unserem echten Fuß und müssen auch mit Schmackes dagegentreten, um ihn Richtung Tor zu befördern.

Möglich ist das auf dem Mobile World Congress 2018 in Barcelona, wo wir das kommende VR-Headset Vive Pro und die neuen Vive-Tracker in einer Fußball-Demo ausprobieren.

Tracker für die Schienbeine

Das Setup ist nicht trivial. Neben den zwei Sportschuhen, die glücklicherweise in der richtigen Größe vorliegen, werden zusätzlich die Schienbeine mit Vive-Trackern versehen. Das gelingt über eine Art Socke, die wie ein Schienbeinschoner übergestülpt wird. Nach dem Aufsetzen des Vive Pro erkennen wir unsere sportlichen, virtuellen Unterbeine und können kicken.

Das Spielfeld ist auf einen Quadratmeter beschränkt, es geht also zumindest auf der Messe nur darum, den Ball anzunehmen und zu schießen - quasi Freistoßtraining. Nach etwas Eingewöhnung gelingen uns aber schöne Schüsse. Wir vergewissern uns zu Beginn nur regelmäßig, wie die Beine zum Ball stehen, bevor wir schießen. Später vertrauen wir unserer eigenen Pose und trauen uns auch Volleyschüsse. Das Tracking der Beine funktioniert tadellos, genauso präzise, wie mit den Vive-Controllern. Wir konnten weder Verzögerungen bei der Umsetzung noch Fehlinterpretationen feststellen - sehr beeindruckend.

Mehr Pixel, trotzdem Fliegengitter

Die erhöhte Auflösung der Vive Pro zeigt 2.880 x 1.600 Pixel auf zwei OLED-Panels statt 2.160 x 1.200 Bildpunkten. Während der Demo in Barcelona ist die gestiegene Pixeldichte direkt sichtbar. Einzelne Subpixel sind noch erkennbar, daher ist auch der Screen-Door-Effekt noch nicht völlig behoben. Wir hatten zudem das Gefühl, dass die Spielgrafik beim Headtracking mehr Verzögerung als üblich aufweist. Das soll laut HTC aber an der Software und nicht am Headset liegen.

Am Hinterkopf befindet sich das vom Deluxe Audio Strap bekannte Drehrad, das an die Playstation-VR erinnert. Dadurch ist das Head-mounted Display leichter an die Kopfform anpassbar und weniger Front-lastig. Nicht so gut gefällt uns das neue Leder-Inlay. Das ist zwar bequemer, hält aber die Temperatur höher. Hier wird sich erst im Langzeittest zeigen, ob uns die Variante aus Stoff wirklich besser gefällt.

Überzeugend sind die direkt am Headset angebrachten Kopfhörer. Sie klingen sehr homogen und lassen sich individuell im Winkel und der Länge einstellen. Hier schließt HTC mindestens mit dem Konkurrenten Oculus und deren integrierten Kopfhörern auf.

HTC will mit dem Verkauf der Vive Pro etwa April beginnen. Zuerst soll es als Upgrade für bestehende Kunden separat angeboten werden, später auch im Bundle, beispielsweise mit den Vive-Trackern, dem Wireless-Adapter und verschiedenen Lighthouse-Basisstationen. Preise sind noch nicht bekannt.

 (mw)


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