Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ibm-watson-wird-in-cimon-ins-all-geschossen-1802-133005.html    Veröffentlicht: 26.02.2018 17:55    Kurz-URL: https://glm.io/133005

IBM

Watson wird in CIMON ins All geschossen

IBMs KI-System Watson bekommt ein Pixelgesicht, einen Körper und einen Astronauten zur Seite. Auf der ISS soll der Roboter getestet werden. Zunächst soll er als automatisierter Protokollführer von Experimenten und fliegende Kamera eingesetzt werden.

IBMs KI-System Watson soll auf der internationalen Raumstation ISS als Assistenzsystem für Astronauten erprobt werden. Mit dem deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst wird das System in die Erdumlaufbahn befördert. Das schreibt IBM in einem Blogeintrag. Den Körper der KI stellt der Astronautenassistent CIMON (Crew Interactive Mobile Companion). Im kugelförmigen Gehäuse und Gesicht soll er als eine Art maschineller Kollege von der Stationsbesatzung aufgenommen werden. Die Mission zur ISS ist für Juni 2018 geplant.

Momentan lernt die Watson-KI, wie sie sich verhalten soll. Dem System werden beispielsweise Informationen zugeführt, damit es bei Experimenten im All helfen kann. Außerdem trainiert das Modell mit den Bild- und Stimmdaten von Astronaut Gerst, damit es auf seine Anweisungen reagieren kann. Die Verarbeitung von Bildern, Texten und Sprache gehört zu den Kerndiensten von IBMs KI-System. Andere Crewmitglieder werden für Watson im ersten Test aber nicht erkennbar sein.

Durch die Cloud noch erdgebunden

Allerdings soll der Roboter später auch in ganze Teams eingegliedert werden können. Bisher wird er jedoch nur Gerst zur Seite stehen. In ersten Einsätzen wird er testweise als fliegende Kamera und als automatisierter Protokollführer eingesetzt. Watson lernt dabei auch die technischen Schemata des Columbus-Moduls, um bei der Diagnose und Durchführung von Experimenten zu assistieren.

Die Referenzdaten für den KI-Algorithmus liegen auf der Erde in Cloud Storage. IBMs Watson ist also bisher auf eine ständige Datenverbindung zwischen der Raumstation und den Übertragungszentralen auf dem Planeten angewiesen. Watsons KI-Trip zum Mond oder zum Mars ist daher noch nicht realistisch. Das kann sich aber mit der Zeit ändern - wie die fiktiven KIs Hal9000, TARS, Glados oder Mother zeigen.  (on)


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