Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/incident-response-social-engineering-funktioniert-als-angriffsvektor-weiterhin-1802-132972.html    Veröffentlicht: 25.02.2018 12:11    Kurz-URL: https://glm.io/132972

Incident Response

Social Engineering funktioniert als Angriffsvektor weiterhin

Was passiert, nachdem ein Unternehmen gehackt wurde - und welche Mechanismen werden dafür genutzt? Das Sicherheitsunternehmen F-Secure hat Zahlen des eigenen Incident-Response-Teams veröffentlicht und stellt fest: Besonders im Gaming-Sektor und bei Behörden gibt es gezielte Angriffe.

Die finnische Sicherheitsfirma F-Secure hat Erkenntnisse aus dem Bereich Incident Response in einer aktuellen Studie veröffentlicht - demnach sind viele Firmen nach wie vor damit überfordert, Angriffe auf ihre Infrastruktur zu erkennen und entsprechend zu handeln. Besonders von Angriffen betroffen sind den Daten zufolge die Finanzindustrie, Unternehmen aus dem Bereich der Produktion, die Deutsche Telekom und der öffentliche Sektor.

F-Secure unterscheidet zwischen gezielten und sogenannten opportunistischen Angriffen auf Unternehmen. Insgesamt liegen die gezielten Angriffe, bei denen ein Unternehmen geplant mit Malware infiziert wird oder Betrugsszenarien wie der E-Mail- und Rechnungsbetrug (CEO-Fraud) versucht werden, mit 55 Prozent der beobachteten Angriffe etwas vor den "opportunistischen Angriffen" - also zufälligen Infektionen auf verwundbare Infrastruktur wie bei Wanna Cry und Not Petya.

Gezielte Angriffe auf Behörden und die Gaming-Branche

Die Quote ist hier allerdings je nach Sektor unterschiedlich. So beobachtete F-Secure gezielte Angriffe besonders häufig auf Institutionen des öffentlichen Sektors oder in der Spieleindustrie. Nach wie vor wird in der Hälfte der Fälle Social Engineering genutzt, um Malware in ein Unternehmen einzuschleusen. Häufig diskutierte Exploits für bekannte oder 0-Day-Sicherheitslücken werden ebenso häufig genutzt.

Social Engineering ist also nach wie vor ein funktionierender Angriffsvektor. Die Soziologin Jessica Barker hatte im Interview mit Golem.de erläutert, wie Unternehmen Mitarbeiter in die Lage versetzen können, gut informierte Entscheidungen im Sicherheitsbereich treffen zu können.

Ist ein Hack erfolgreich, infizieren Angreifer die übernommenen Systeme in rund 20 Prozent der Fälle mit Malware, in 12 Prozent der Fälle werden Daten aus dem Unternehmen kopiert. Außerdem werden gesammelte Informationen genutzt, um Betrugsversuche zu unternehmen [Bericht als PDF].  (hg)


Verwandte Artikel:
WLAN: D-Link und McAfee stellen "Sicherheits-Router" vor   
(09.01.2018, https://glm.io/132066 )
Fluggastdaten: Regierung dementiert Hackerangriff auf deutsches PNR-System   
(10.03.2018, https://glm.io/133261 )
Flightsim Labs: Flugsimulator-Addon klaut bei illegalen Kopien Passwörter   
(20.02.2018, https://glm.io/132882 )
Avast: CCleaner-Infektion enthielt Keylogger-Funktion   
(09.03.2018, https://glm.io/133255 )
Gesichtserkennung: British Airways testet biometrische Systeme beim Boarding   
(09.03.2018, https://glm.io/133244 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/