Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/boersengang-aws-verzicht-spart-dropbox-millionen-us-dollar-1802-132971.html    Veröffentlicht: 25.02.2018 10:28    Kurz-URL: https://glm.io/132971

Börsengang

AWS-Verzicht spart Dropbox Millionen US-Dollar

Durch den Verzicht auf Amazons AWS-Storage hat Dropbox in den vergangenen Jahren rund 75 Millionen US-Dollar gespart. Sein angekündigter Börsengang soll dem Unternehmen 500 Millionen US-Dollar einbringen und einen Expansionskurs für mehr zahlende Kunden finanzieren.

Der Cloudstorage-Anbieter Dropbox hat einen Börsengang angekündigt und will damit etwa 500 Millionen US-Dollar erlösen. Das Unternehmen soll an der Technologiebörse Nasdaq unter dem Kürzel DBX firmieren. Die im Rahmen des Börsengangs veröffentlichten Dokumente zeigen eine interessante Entwicklung bei Dropbox - den schrittweisen Verzicht auf AWS-Clouddienste von Amazon. Das hat dem Unternehmen viel Geld gespart.

Demnach hat Dropbox im Jahr 2015 begonnen, Nutzer von Amazons AWS S3-Storage auf eine eigene Infrastruktur zu migrieren. Diese Infrastruktur ist speziell auf den Anbieter zugeschnitten. Auch Anbieter wie Google und Facebook setzen auf personalisierte Infrastruktur und arbeiten teilweise bei der Entwicklung eigener Software zusammen.

Schrittweiser Verzicht auf andere Cloudprovider

Dropbox hat nach Angaben aus den sogenannten S1-Filings für den Börsengang allein in den Jahren 2015 und 2016 knapp 40 Millionen US-Dollar an Betriebskosten gespart. Im Jahr 2017 sollen weitere 35 Millionen US-Dollar eingespart worden sein. Demgegenüber stehen natürlich einmalige Investitionskosten für Hardware und Installation. Der Börsengang könnte Kapital für entsprechende Projekte einbringen. Im Jahr 2017 hatte Dropbox erstmals einen Umsatz von einer Milliarde US-Dollar, trotzdem machte das Unternehmen noch einen Verlust von 111,7 Millionen US-Dollar - immerhin weniger als im Jahr 2016, dort Betrug der Verlust noch 210,2 Millionen US-Dollar. Dropbox wird insgesamt mit etwa zehn Milliarden US-Dollar bewertet, von den 500 Millionen registrierten Nutzern zahlen bislang jedoch nur etwa 11 Millionen für Dropbox. Mit dem Börsengang soll nach Angaben des Unternehmens auch eine Kampagne für mehr zahlende Nutzer finanziert werden.

Der Börsengang wird von den Banken Goldman Sachs, J.P. Morgan, der Deutschen Bank und Allen and Company durchgeführt. Neben Dropbox-Gründer und -Chef Drew Houston ist Sequoia Capital einer der größten Investoren in Dropbox.  (hg)


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