Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/cat-s61-im-hands-on-smartphone-kann-luftreinheit-und-entfernungen-messen-1802-132903.html    Veröffentlicht: 22.02.2018 10:30    Kurz-URL: https://glm.io/132903

Cat S61 im Hands on

Smartphone kann Luftreinheit und Entfernungen messen

Vor allem im harten Außeneinsatz müssen Smartphones einiges aushalten. Speziell für Handwerker hat Cat das S61 konzipiert. Es hat als Besonderheit neben einer Wärmebildkamera einen Sensor zur Messung der Luftreinheit und kann Entfernungen mit Lasertechnik messen.

Cat hat den Nachfolger des S60 vorgestellt, einem Ruggedized-Smartphone mit Wärmebildkamera. Das S61 hat eine verbesserte Wärmebildkamera und außerdem zwei komplett neue Funktionen. Mit einem eingebauten Laser können Entfernungen mit bis zu zehn Metern gemessen werden. Außerdem überprüft ein Raumluftqualitätssensor, wie stark die Umgebungsluft verschmutzt ist.

Die Thermalkamera stammt vom Hersteller Flir, der in diesem Bereich ein führender Anbieter ist. Sie zeigt Wärme an, die für das Auge nicht erkennbar ist, und visualisiert Temperaturunterschiede. Dabei misst sie Oberflächentemperaturen bei einem Abstand von bis zu 30 Metern; das soll auch bei Nebel oder Rauch funktionieren.

Die neue Wärmebildkamera liefert insgesamt einen höheren Kontrast als beim Vorgänger, so dass sich Inhalte besser erkennen lassen sollen. Außerdem liefert die Kamera Bilder in HD-Auflösung; beim alten Modell gab es nur VGA-Auflösung. Die S61-Kamera kann Temperaturen von -20 Grad Celsius bis zu 400 Grad Celsius messen. Außerdem kann das Live-Bild über Facebook Live mit anderen geteilt werden.

Laser-Entfernungsmesser mit Einschränkungen

Menschen oder Tiere können mit der Wärmebildkamera selbst in absoluter Dunkelheit sichtbar gemacht werden. Zudem soll etwa das Entweichen von Wärme rund um schlecht isolierte Fenster und Türen damit erkannt werden und feuchte Stellen aufgrund mangelnder Dämmung ausfindig machen lassen können. Auch das Risiko einer Überhitzung von elektrischen Geräten und Schaltkreisen soll sich damit verringern lassen.

Der Laser-Entfernungsmesser könne ein eigenständiges Gerät nicht ersetzen, betont der Hersteller. Das Smartphone müsste deutlich größer werden, wenn darin ein vollwertiger Laser-Entfernungsmesser eingebaut würde. Das S61-Modell misst Punkt-zu-Punkt-Distanzen von bis zu zehn Metern. Damit können auch die Maße bestimmter Bereiche ausgemessen werden, die im Bildbereich der Kamera aufgenommen werden.

Der Raumluftqualitätssensor für Innenräume ist vor allem für Handwerker gedacht, die oft in Bereichen mit hohen Luftverschmutzungen tätig sind. Sie können starken Abgasbelastungen, aber auch Ausdünstungen von Farben, Lösungsmitteln, Lacken, Reinigungsprodukten oder Klebstoffen ausgesetzt sein. Das Smartphone schlägt Alarm, wenn der Sensor eine gesundheitsgefährdende Umgebung bemerkt. Dann können Nutzer für bessere Lüftung sorgen oder eine Pause an der frischen Luft einlegen. Die betreffende App zeigt die Luftbelastung auch optisch an.

Das S61 steckt in einem besonders strapazierfähigen Gehäuse, das Stürze übersteht und vor eindringendem Wasser geschützt ist.

Besonders abgesichertes Ruggedized Smartphone

Das Gehäuse des Smartphones erfüllt die Anforderungen der MIL-Spec-810G-Norm, einem Schutzstandard des US-Militärs. Es hat einen aluminiumverstärkten Druckgussrahmen und soll Stürze aus einer Höhe von bis zu 1,80 m auf Beton ohne Schäden überstehen. Zudem soll das Smartphone in einer Wassertiefe von 3 m bis zu eine Stunde verwendet werden können. Das ist eine Verschlechterung im Vergleich zum Cat S60, das einen Tauchgang in bis zu fünf Meter Tiefe übersteht. Laut Hersteller haben die neuen Funktionen die Änderung nötig gemacht.

Der Hersteller sieht Einsatzmöglichkeiten des Smartphones für Handwerker im Baugewerbe, für Mitarbeiter von Versorgungsbetrieben oder für Feuerwehrleute und Rettungsdienste.

Das Gerät hat eine 16-Megapixel-Kamera, die mittels Hardware-Tasten gesteuert werden kann. Dadurch sind unkompliziert auch Unterwasseraufnahmen möglich, die mittels Touchscreen-Steuerung sonst nicht funktionieren würden, weil sich der Touchscreen unter Wasser kaum vernünftig bedienen lässt. Videos können auch in 4K-Auflösung aufgenommen werden. Die Kamera auf der Vorderseite bietet eine Auflösung von acht Megapixeln. Das Kameralicht der Hauptkamera kann als Taschenlampe verwendet werden und soll dabei bis zu 40 Prozent heller sein als bei anderen Smartphones.

5,2-Display mit Full-HD-Auflösung

Das 5,2 Zoll große Display liefert eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln; Inhalte erscheinen scharf und gut erkennbar. Es soll für den Außeneinsatz optimiert und auch unter Sonnenlicht noch gut ablesbar sein. Geschützt wird es mittels Cornings Gorilla Glass 5, das Kratzer und Displaybruch verhindern soll und auch in regulären Smartphones eingesetzt wird. Der Touchscreen kann mit beliebigen Handschuhen oder auch mit nassen Fingern bedient werden.

Im Smartphone stecken Qualcomms Octa-Core-Prozessor Snapdragon 630, 4 GByte Arbeitsspeicher und 64 GByte Flash-Speicher - eine gute Speicherbestückung. Zudem gibt es einen Steckplatz für Micro-SD-Karten mit bis zu 128 GByte.

Das LTE-Smartphone beherrscht nun Dual-Band-WLAN, Bluetooth 5.0, hat einen GPS-Empfänger sowie einen NFC-Chip. Es soll in einer Single- sowie einer Dual-SIM-Variante angeboten werden. Wer sich das Dual-SIM-Modell zulegt, erhält allerdings nur einen Kombi-Slot. Er muss sich also entscheiden, ob er eine zweite SIM-Karte oder eine Speicherkarte nutzt. Das Smartphone hat eine 3,5-mm-Klinkenbuchse und eine USB-C-Buchse.

Besonders großer 4.500-mAh-Akku

Verbaut ist ein 4.500-mAh-Akku, der dafür sorgen soll, dass das Smartphone auf jeden Fall einen Arbeitstag durchhält, auch wenn die Sonderfunktionen intensiv genutzt werden. Zum Vergleich: Das S60 hat einen 3.800-mAh-Akku. Das neue Smartphone wird gleich mit Android 8 alias Oreo auf den Markt kommen. Ein Update auf das noch nicht angekündigte Android P wird bereits versprochen; einen Termin gibt es dafür nicht.

Auf dem Smartphone befindet sich eine App Toolbox. Das ist so etwas wie Filter für den Play Store, der neuartige Rubrizierungen anbietet. Nutzer sollen darüber bequem Apps speziell für den beruflichen Einsatz finden. Es gibt Rubriken für die verschiedenen Handwerkerbereiche. Damit soll der Nutzer die Apps finden, die er für das Gerät braucht, ohne dass unnötig viele Apps vorinstalliert werden.

Cat will das S61 Ende Juni 2018 zum Preis von 900 Euro auf den Markt bringen. Der Hersteller wird das Smartphone auch auf dem Mobile World Congress 2018 zeigen, der in der letzten Februarwoche in Barcelona stattfindet.  (ip)


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