Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/rockpro64-bastelplatine-kommt-mit-usb-c-pcie-und-sechskernprozessor-1802-132877.html    Veröffentlicht: 20.02.2018 15:52    Kurz-URL: https://glm.io/132877

Rockpro64

Bastelplatine kommt mit USB-C, PCIe und Sechskernprozessor

Der Rockpro64 ist eine Art leistungsstärkerer Raspberry Pi, inklusive Rockchip-Prozessor, 4 GByte RAM und aktuellen Anschlüssen. Allerdings müssen einige Funktionen hinzugekauft werden - eine WLAN-Karte und Massenspeicher fehlen hier.

Der Bastelplatinenhersteller Pine64 hat mit dem Rockpro64 einen neuen Minirechner ins Angebot aufgenommen, der den Prozessor Rockchip RK3399 verwendet. Das berichtet das Unternehmen in einem Forenthread. Dabei handelt es sich um den bereits 2016 vorgestellten Prozessor, der die Designs von zwei ARM-CPUs zu einem Modul mit sechs Kernen zusammenfügt. Zwei Cortex-A72-Kerne takten mit etwa 2 GHz, während vier Cortex-A53 mit 1,5 GHz laufen und dann einspringen, wenn Multitasking oder ein energiesparender Betrieb benötigt werden.

Für etwa 60 US-Dollar wird der Rockpro eine preiswerte Plattform mit dem sechskernigen Prozessor sein. Seit 2017 werden damit eher Chromebooks mit vorinstalliertem ChromeOS ausgestattet. Mittlerweile erfreut sich der recht leistungsstarke Chip bei immer mehr Bastlern steigender Beliebtheit. Die integrierte Mali-T864-Grafikeinheit ist für die Grafikbibliotheken OpenGL ES1.1 bis 3.1, OpenCL und DirectX 11 ausgelegt. Die maximal unterstützte Auflösung beträgt 4.096 x 2.160 Pixel.

Es wird eine Variante mit 2 GByte und 4 GByte LPDDR3-Arbeitsspeicher geben. Zweitere kostet statt 60 dann aber 80 US-Dollar. Eine Version mit zusätzlichem AI-Chip soll es auch geben. Diese wird etwa 100 US-Dollar kosten. Der Rechner unterstützt verschiedene Linux-Distributionen wie Debian und Ubuntu, kann aber auch mit einer Version von Googles Android laufen.

Mehr Leistung, weniger Gesamtpaket als Raspberry Pi

Der Rockpro64 kann also als eine Art aufgerüstetes Raspberry Pi 3 Model B angesehen werden. Das Layout der Platine erinnert mit der 40-Pin-GPIO-Anbindung an dieses. Allerdings ist sie mit  127 x 79 x 19 mm ein wenig größer als die Konkurrenz. Neben Gigabit Ethernet per RJ45 und einem USB-3.0-Anschluss verfügt das Rockpro64 über einen PCI-Express-x4-Anschluss und USB Typ-C. Darüber soll sich auch ein Display mit 4K-Auflösung bei 30 Hertz betreiben lassen können. Eine HDMI-Buchse ist ebenfalls vorhanden.

Mit dem RK3399-Chip und aktuellen I/O-Schnittstellen ist das neue Board recht leistungsstark. Allerdings spart der Hersteller bei einigen anderen Funktionen. Eine WLAN-Karte muss hinzugekauft und per SDIO angeschlossen werden. Außerdem benötigen Nutzer für ein vollwertiges System externen Massenspeicher, eMMC-Speicher oder eine Micro-SD-Karte. Beides kann mit dem Board verwendet werden. 128 MByte Flashspeicher für den Bootvorgang sind vorhanden - Zwei MIPI-CSI-Slots und ein paralleler CSI-Anschluss für externe Sensoren ebenso.

Der Rockpro soll ab dem 15. März verkauft werden. Daher ist das Produkt momentan noch nicht auf der Produktseite des Herstellers Pine64 zu finden.

Nachtrag vom 20. Februar 2018, 17:06 Uhr

Ergänzend zum Rockpro wird es vom gleichen Hersteller auch einen Bastelrechner in der unteren Preisklasse bis 45 US-Dollar geben. Der H64 wird mit H6-CPU, bis zu 3 GByte DDR3-RAM und USB 3.0 ausgeliefert. Letzteres ist beim Raspberry Pi nicht vorhanden.

Den KM3399-Prozessor nutzen hingegen jetzt auch weitere Unternehmen für ihre kleinen Computer. Der Orange Pi SBC mit quadratischen Platinenlayout ist ein Beispiel. Dieser hat SATA-Anschlüsse und einen Toslink-Eingang.

Auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter wird Geld für das Firefly-RK339 gesammelt, das den identischen Chip nutzt. Auch hier gibt es bis zu 4 GByte RAM, GPIO und Mini-PCIe für M.2-Laufwerke.  (on)


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