Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sicherheitsluecken-mehr-als-30-klagen-gegen-intel-wegen-meltdown-und-spectre-1802-132860.html    Veröffentlicht: 19.02.2018 18:27    Kurz-URL: https://glm.io/132860

Sicherheitslücken

Mehr als 30 Klagen gegen Intel wegen Meltdown und Spectre

Intel wird von mehr als 30 Gruppen wegen der Sicherheitslücken Meltdown und Spectre verklagt. Das Unternehmen glaubt aber nicht, dass durch die Sammelklagen große Belastungen entstehen.

In einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hat der Chiphersteller Intel angegeben, dass bis zum 15. Februar 2018 32 verschiedene Klagen gegen das Unternehmen eingereicht wurden. Die Kläger wollen Entschädigung für die CPU-Sicherheitslücken Meltdown und Spectre. Sollten die Klagen Erfolg haben, könnten große finanzielle Belastungen auf das Unternehmen zukommen.

In einem sogenannten 10-K-Formular [PDF] hat Intel die Klagen wegen möglicher Risiken für zukünftige Abschlüsse erwähnt. Das Formular ist streng standardisiert und enthält ähnliche Angaben wie ein Jahresbericht eines börsennotierten Unternehmens. In dem Bericht heißt es: "Zum 15. Februar 2018 liegen 30 Sammelklagen von Verbrauchern vor und zwei Wertpapier-Sammelklagen wurden eingereicht." Die Verbraucher würden mehrheitlich argumentieren, dass sie durch Intels Handlungen oder mangelnde Informationspolitik Nachteile erleiden mussten und fordern entsprechende finanzielle Entschädigungen.

Intel wusste seit Sommer 2017 von den Problemen

Verbraucher dürften darauf anspielen, dass Intel bereits seit dem vergangenen Sommer von den Sicherheitslücken wusste, diese aber erst Anfang 2018 bekanntwurden. In der Zeit dazwischen haben Verbraucher also unter Umständen CPUs gekauft, die durch die Patches langsamer laufen als angenommen. Fraglich ist allerdings, wie eine offenere Informationspolitik im Rahmen von Responsible Disclosure hätte aussehen können. Intel erwartet von den Klagen "zur Zeit keine erhebliche finanzielle Belastung."

Die institutionellen Anleger bemängeln hingegen, dass Intel und Mitarbeiter des Unternehmens das Gesetz verletzt hätten. Deren Aussagen über Intels Produkte und interne Kontrollen hätten sich durch die Veröffentlichung der Details zu Meltdown und Spectre als falsch oder irreführend herausgestellt. Intel will sich gegen die Vorwürfe vor Gericht verteidigen. Das Unternehmen hat für einige betroffene Produkte Microcode-Updates zur Verfügung gestellt, von denen sich die meisten allerdings noch im Alpha- oder Beta-Status befinden.  (hg)


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