Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/hp-omen-x-vr-im-test-vr-auf-dem-ruecken-kann-nur-teils-entzuecken-1802-132852.html    Veröffentlicht: 20.02.2018 12:03    Kurz-URL: https://glm.io/132852

HP Omen X VR im Test

VR auf dem Rücken kann nur teils entzücken

Den Rucksack überziehen wie ein Superheld seinen Kampfanzug und ab in die virtuelle Realität! Das Konzept des VR-Systems Omen X VR ist interessant und überzeugt in vielerlei Hinsicht. Ein Kryptonit gibt es aber.

Gurt festgezurrt, Akkupacks eingesteckt, VR-Headset aufgesetzt und Desktoprechner auf den Rücken geschnallt: Den HP Omen X VR spielbereit zu machen, erinnert ein wenig an das Anziehen eines Kampfanzuges im Stile eines Batman. Der Desktop-Rechner bietet genug Leistung, um als vollwertiges portables Gaming-System für die virtuelle Realität genutzt zu werden - ohne die nervige Einschränkung durch Kabel.

Die Idee ist genial und dafür geeignet, die Möglichkeiten von Virtual Reality durch mehr Bewegungsfreiheit zu erweitern. Ähnliche Produkte gibt es bereits, etwa den etwas klobig anmutenden XMG Walker. HPs Kombination aus Rucksackgeschirr samt vier Akkus, Dock und Desktop-Computer für immerhin 3.300 Euro soll aber ausgereifter sein und dem Hersteller zufolge "alle Tore öffnen".

Das System richtet sich gezielt an Gamer. Andere Anwendungsszenarien gibt es im professionellen Bereich, in der Architektur oder Mechatronik. Dafür gibt es ein ähnliches HP-Produkt, den HP Z VR mit Nvidia-Quadro-Grafikkarte. Wir konzentrieren uns in unserem Test des HP Omen X VR auf reines VR-Gaming. Eines vorneweg: Das Produkt ist gut durchdacht und wir haben viel Spaß damit. Sobald wir Windows Mixed Reality einrichten, fühlen wir uns jedoch eher wie ein blinder Daredevil ohne Superkräfte als wie Batman.

Im Paket enthalten ist mehr als nur ein Computer, ein Rucksack und Akkus. Zum PC gibt es ein passendes Dock, in das dieser eingesteckt und um mehrere Anschlüsse erweitert wird. Dazu zählen fünf USB-A-Buchsen mit USB-3.0-Geschwindigkeit, ein USB-Typ-C-Anschluss mit USB-3.1-Gen2-Spezifizierung, eine Mini-Displayport-Buchse und Full-Size-HDMI. Per RJ-45 lässt sich der PC kabelgebunden mit Gigabit-Ethernet im Netzwerk betreiben.

Am Dock befindet sich auch der Anschluss für das massige Netzteil des Gerätes, das auf dem Tisch einiges an Platz einnimmt und für eine maximale Last von 330 Watt ausgelegt ist. Das ist auch nötig: Über das Dock wird der integrierte Akku des Desktopmoduls geladen und zusätzlich zwei der vier Zusatzakkus, die über eine ebenfalls am Dock angeschlossene Ladestation mit Energie versorgt werden.

Zur Nutzung des VR-Systems ist ein VR-Headset notwendig - welches, ist den Nutzern überlassen. Wir haben uns für ein Headset der Produktlinie Windows Mixed Reality entschieden. Es braucht nämlich keine externen Sensoren, um den Spielbereich abzustecken. Dadurch können wir ein größeres Areal abdecken als mit anderen Headsets. Für solche Szenarien ist unser Rucksackrechner am sinnvollsten. Gut eignet er sich auch für hektische Spiele, in denen wir uns schnell im Kreis drehen, da wir nicht Gefahr laufen, über ein Kabel zu stolpern.



Sowohl das Dock, als auch der PC an sich sind äußerlich gut verarbeitet. Durch einen gummierten Fuß rutscht das System nicht auf der Arbeitsfläche hin und her - auch nicht, wenn wir den PC abnehmen möchten. Auf dem Tisch präsentiert sich der Omen X wie Excalibur im Felsen - oder einfach nur als ein auffälliges Gaming-System mit RGB-Beleuchtung und prominent platziertem Omen-Logo.

Das System ohne Dock hat selbst zwei USB-A-3.0-Buchsen, HDMI, Mini-Displayport und einen USB-Typ-C-Port. Bei der Einrichtung von Windows Mixed Reality tauchen erste Probleme auf: Das VR-Headset von HP belegt bereits einen USB-Anschluss. Da bleibt nur noch ein Anschluss für eine Maus oder Tastatur. Es ist sinnvoll, Bluetooth-Peripherie zu besitzen.

Als wir das Gerät auf den Rücken schnallen, finden wir heraus, dass wir nicht stark wie ein Superheld sein müssen, um es umherzutragen.

Komfortabel wie ein Reiserucksack

Der Omen X sieht auf dem Tisch schick aus. Der Zweck des Systems ist es jedoch, dass man ihn auf dem Rücken trägt. Da stellt sich die Frage, ob das nicht sehr schwer und klobig ist. Die Antwort in der Kurzfassung: nein. Die Antwort ausführlich: Der Computer im rot-schwarzen Stealth-Design ist auf dem Rücken überraschend bequem und leicht zu tragen.

Der Rucksack wiegt samt PC, Tragegeschirr und eingesteckten Akkus etwas mehr als vier Kilogramm, der PC allein knapp zwei Kilogramm. Die Last spüren wir selbst nach einem langen VR-Trip nicht. Es ist schon beeindruckend, dass HP ein komplettes High-End-Gaming-System in ein so kleines und leichtes Paket stecken kann. Mit Abmessungen von 33 x 23 x 6 cm nimmt es nicht viel Platz auf dem Gaming-Tisch oder dem Rücken ein. Das Rucksackmodul fühlt sich ein wenig wie ein Reiserucksack an - samt Bauch- und Brustschnallen. Die Trageriemen lassen sich je nach Größe auf- und zuziehen. Das Geschirr ist komfortabel gepolstert und hängt daher angenehm auf dem Rücken.

Sehr schön finden wir den Mechanismus, mit dem sich der PC an den Rucksack anstecken lässt. Über eine spezielle Steckhalterung kann man ihn einfach auf den Rücken schieben. Zum Öffnen drücken wir den großen Schalter an der Oberseite der Halterung. Das ähnelt Systemen, wie sie an Ausziehgriffen von Rollkoffern zu finden sind. Über einen mechanischen Schalter lässt sich übrigens auch der Computer von der Dockingstation lösen. Der ist allerdings etwas schwergängig.

An den Seiten des Rucksacks befinden sich die zwei Einschübe für die dicken und klobigen Akkus. Sie sind auf Gürtelhöhe positioniert und daher zu keiner Zeit im Weg, wenn wir uns im Indie-Spiel Superhot VR bewegen. Dieser Titel ist ein gutes Beispiel dafür, dass der Omen X auf dem Rücken ohne störende Kabel ein echter Vorteil ist. Wir drehen uns auf der Stelle, zappeln wild umher - immer auf der Suche nach einem neuen virtuellen Gegenstand. In Superhot VR müssen wir uns auch ducken und wie Neo aus den Matrix-Filmen Kugeln, Messern, Knüppeln und anderen Dingen ausweichen. Das ist mit HPs PC sehr angenehm und sehr realitätsnah.

Was wir allerdings bemängeln, ist die Verbindung der Energieversorgung mit dem PC auf dem Rücken. Die zwei dicken Stromkabel müssen vor jedem Einsatz an das System gesteckt und festgeschraubt werden. Das macht das Plug-and-Play-Konzept nicht so intuitiv, wie es zunächst vermuten lässt. Hier wäre ein ähnliches Stecksystem wie bei der Dockingstation viel sinnvoller gewesen.

Die Akkupacks sind ein klarer Schwachpunkt des Konzeptes, obwohl HP es Nutzern so einfach wie möglich macht, sie während des Betriebes zu wechseln. Dazu verfügen sie über einen Einrastmechanismus. Durch einen Druck auf den großen Schalter kann das jeweilige Pack herausgezogen werden. Auch die Akkustandsanzeige lässt sich per Druck auf den entsprechenden Knopf mit vier LEDs anzeigen. Das ist an sich zwar praktisch, allerdings ist die Laufzeit der Akkus nicht besonders lang.

Bei voller Ladung können wir das System nämlich nur eine Stunde und 26 Minuten betreiben. Gut also, dass die zwei enthaltenen Ersatzakkus parallel dazu geladen werden können. Für diesen Zweck gibt es an der Dockingstation des PCs einen Anschluss, an den das Akkuladegerät gesteckt wird. In das Ladegerät passen zwei der vier Energiespeicher. Die Ladezeit beträgt für einen Zyklus von 0 auf 100 Prozent eine Stunde und acht Minuten. Das ist etwas weniger, als eine volle Ladung hält.

Zugegeben: Mehr als 90 Minuten aktives VR-Spielen ist für viele Gamer mehr als genug. VR macht Spaß, ist aber auch sehr anstrengend. Wenn wir also nicht gerade durchtrainiert wie Bruce Wayne sind, dann können wir diesen Nachteil verkraften. Nutzer mit Ausdauer reißt es aber aus dem Spielfluss - das ist schlecht. Außerdem schränkt die kurze Laufzeit den Mehrwert eines Rucksack-PCs wie Omen X ein. So ist eine VR-Wanderung durch den Wald nicht ratsam - nicht nur, weil wir nicht sehen, wo wir hinlaufen. Stattdessen eignet sich das System eher für die große heimische Spielarena. Dort ist die Leistung des kleinen Computers sehr überzeugend.

Kaum Lüfterrauschen auf dem Rücken

Dank der potenten Hardware ist der Omen X ein sehr gutes Gaming-System. Darin steckt ein Core i7-7820HK mit vier Kernen, acht Threads und einem Turbo-Modus, der Kerne bei standardmäßig mindestens 3,4 GHz laufen lässt, solange er belastet ist. Während einer Partie im 3rd-Person-Shooter Tom Clancy's The Division steigt die Frequenz der CPU auch sprunghaft auf den für den Chip maximal vorgesehenen 3,9-GHz-Takt an. Die Leistung ist sehr gut, obwohl es sich bei diesem Chip um eine 45-Watt-Version und damit nicht um ein vollwertiges Desktop-Pendant, etwa einen Core i7-7700K, handelt.

Vollwertig ist jedoch die verbaute Grafikkarte. Die hier verwendete Nvidia Geforce GTX 1080 berechnet wie erwartet VR-Titel wie Superhot VR und Arizona Sunshine ruckelfrei. Dazu kommen 16 GByte DDR4-Arbeitsspeicher und eine 512-GByte-M.2-SSD, die über PCIe sequenzielle Lesewerte von 3.200 MByte pro Sekunde und sequenziell schreibend bis zu 1.535 MByte pro Sekunde erreicht.

Es ist schon beeindruckend, dass HP es schafft, in ein so kleines Gehäuse eine High-End-Grafikkarte und einen Akku zu stecken. Genauso beeindruckend ist die Kühllösung. HP setzt hier auf eine Luftkühlung. Allerdings fängt das System selbst unter schwerer Last nur geringfügig an zu rauschen. Ein paar Aussetzer und Lärmspitzen treten gelegentlich auf, wenn beispielsweise ein grafisch anspruchsvolles Spiel zum ersten Mal geladen oder das System hochgefahren wird. Die leise Kühlung geht jedoch zu Lasten der starken Abwärme.

Es wird etwas warm am Arm

Fast wie die menschliche Fackel wird das komplette System im Innern sehr schnell sehr heiß. HP nutzt ganz klar die Toleranzen der CPU und der Grafikkarte aus. Unter Last messen wir daher durchgängig 90 Grad an der CPU - nah an der Grenze zur Abschaltung. Die Grafikkarte bleibt etwas kühler: 75 Grad sind für den Chip kein Problem.

Die hohe Abwärme bekommen wir auch zu spüren, wenn wir mit unseren Armen an das Gehäuse kommen. Sie ist deutlich an den Wänden des PCs zu fühlen, gerade an den Lüftungsausgängen an der Oberseite und an den Seiten. Allerdings ist das niemals unangenehm oder schmerzhaft. Außerdem müssen wir uns schon ganz schön strecken, um an den PC auf dem Rücken zu kommen, während wir uns im Raum bewegen.

Das ist es also nicht, was uns davon abhält, den VR-Rucksack in seinen vollem Potenzial zu nutzen. Diese Schuld können wir auch gar nicht HP geben, sondern sie liegt bei Windows Mixed Reality und anderen VR-Techniken.

Keine Kabel, Akkubetrieb und trotzdem nicht mobil

Eines der größten Hindernisse, das dem HP-Rucksackrechner als nützliche VR-Ausrüstung im Weg steht, ist die momentan verfügbare VR-Technik. Das Problem: Sowohl das Oculus Rift als auch das HTC Vive sind auf externe und stationäre Satelliten angewiesen. Sobald wir unser Spielareal abgesteckt haben, können wir es nicht so leicht ändern. Eine schnelle Partie im Garten von Wayne Manor oder einfach nur im eigenen Garten ist also nicht möglich. Dazu müssten wir erneut die Mixed-Reality-Software aufrufen und den Bereich ein weiteres Mal abstecken. Dabei wollen wir eigentlich gerne möglichst mobil sein, wenn wir schon einen PC auf dem Rücken haben.

Windows Mixed Reality scheint daher die wirklich sinnvolle Technik zu sein, da keine festen Sensoren im Raum aufgestellt werden müssen. Diese Headsets sind seit Ende 2017 erhältlich und nutzen integrierte Kameras für die Orientierung im Raum. Das funktioniert auch bei dem Testgerät gut. Die Eingabeverzögerung können wir nicht wahrnehmen und das Headset sitzt selbst auf großen Köpfen komfortabel. Der Klappmechanismus des Visiers ist praktisch, wenn wir uns im echten Raum orientieren wollen - wer möchte schon auf dem Parkplatz gegen ein Auto laufen?

Externer Monitor ist Voraussetzung

Allerdings muss auch ein Mixed-Reality-Headset dieser Art zuerst konfiguriert werden. Wir stecken unsere gewünschte Spielzone über die in Windows 10 integrierte Software ab. Sie muss eine Mindestgröße haben, es sei denn, wir konfigurieren das System für die Nutzung auf dem Gaming-Stuhl. Schön ist, dass wir ein recht großes Feld erstellen können - beispielsweise auf dem Parkplatz vor dem Büro. So konnten wir ein etwa 10 mal 10 Meter großes Areal ablaufen. In einem Spiel wie Arizona Sunshine können wir dadurch selbst viel herumlaufen, statt uns virtuell über das Spielfeld zu teleportieren. Das zieht uns noch weiter in die abgedrehte Zombieapokalypse hinein, der wir uns in diesem Spiel stellen. So muss Virtual Reality aussehen.

Der Einrichtungsprozess ist aber ohne einen externen Monitor nicht möglich. Das Problem ist, dass das Headset ohne vorherige Kalibrierung kein Bild anzeigt und damit nutzlos ist. Ein Modus für eine normale Bildausgabe auf den Displays des Headsets ist nicht vorhanden - nervig! Den Parkplatz oder Garten als Spielfeld zu nutzen, erfordert also Improvisation: Wir haben eine Fernwartungssitzung auf den Omen-PC mit der Remote-Desktop-Software Teamviewer aufgebaut und müssen mit dem Tablet in der Hand unser Areal ablaufen. Außerdem benötigen wir eine Internetverbindung.

Wenn wir die Einrichtung traditionell durchführen, sind wir wiederum auf die Länge des Bildschirmkabels beschränkt, sollten wir den PC auf dem Rücken tragen. Dadurch können wir beispielsweise nicht unsere gesamte Wohnung oder das Haus als Areal definieren - eine Möglichkeit, die der Rucksack-PC an sich eigentlich eröffnet. Wir können auch nicht einfach so unser VR-Erlebnis auf dem Rücken mit uns herumtragen. Jeder neue Spielort fordert wieder die Einrichtung per Mixed-Reality-Software. Da bleiben wir doch lieber in unserer Bat-Höhle.

Als wir unser Spielareal dann doch endlich eingerichtet haben, macht die Software weitere Probleme: Manchmal startet sie einfach nicht oder das Headset bekommt kein Bild mehr. Das ist besonders schlecht, wenn wir uns gerade voller Freude den Rucksack umgeschnallt haben und dann auf einmal das System nicht funktioniert. Ein externer Monitor sollte bei Ausfall immer bereitstehen. Es ist uns aber auch passiert, dass das Headset nach der Einrichtung und dem darauffolgenden Abstecken des Monitors wieder kein Bild zeigt. Aus diesem Grund ist in unserem Testvideo ein Kabel am Rucksack zu sehen. So haben wir uns die kabellose VR-Partie nicht vorgestellt.

Verfügbarkeit und Fazit

Den HP-Omen-X-Desktop-PC gibt es als Einzelprodukt oder im Paket mit Rucksackgeschirr im HP-Shop zu kaufen. Das Produkt selbst gibt es nur in einer Konfiguration mit Core i7, 16 GByte Arbeitsspeicher, 512-GByte-SSD und Geforce GTX 1080 von Nvidia. Der Preis dafür: 3.300 Euro. Der Desktop-PC wird mit passendem Dock geliefert. Der Rucksack kostet noch einmal etwa 350 Euro extra - inklusive Ladestation und vier Akkus. Das Set aus beiden Produkten kostet ebenfalls 3.300 Euro, weshalb sich Interessenten wohl eher dafür entscheiden werden. Ein VR-Headset ist nicht enthalten.

Fazit

Sich einmal wie ein Superheld fühlen: Der Omen X ist ein sehr interessantes Konzept, das Ausflüge in die virtuelle Realität ohne lästige Kabel ermöglichen soll. Dabei schafft es HP, ein leistungsstarkes Gaming-System in ein tragbares Format zu packen. Der PC ist leicht, klein und daher auch für Sofahelden sehr gut nutzbar. Trotz der leistungsstarken Hardware im kleinen Gehäuse ist die Kühlung überraschend leise. Das System wird allerdings recht warm. HP nutzt hier klar die Toleranzen der Hardware aus.

Auch das zum PC passende Tragegeschirr ist gut umgesetzt: Es fühlt sich etwa wie ein herkömmlicher Reiserucksack an. Die Gurte lassen sich der Körpergröße und -Breite anpassen. Ein Brust- und ein Bauchriemen sorgen für Stabilität auf dem Rücken, wenn wir uns auf der Stelle drehen und bewegen.

Der PC kann sehr leicht in den passenden Sockel gesteckt werden. Auch die Akkus werden einfach in die Seitentaschen eingesteckt. Einzig das Verbinden der Stromkabel mit dem PC finden wir wenig intuitiv: Der Schraubmechanismus kostet Zeit.

Die Akkulaufzeit ist trotz der recht großen Akkus auf knapp eine Stunde und 26 Minuten beschränkt. Das reicht für eine Partie Superhot VR und einen Ladezyklus der zwei mitgelieferten Ersatzakkus. Diese sind in etwa einer Stunde und acht Minuten wieder voll geladen. Auf eine Wanderung können wir mit dem Rechner auf dem Rücken also nicht gehen.

Ganz kabellos kommen wir allerdings nicht zurecht. Schuld daran ist die nervige Einrichtung von Windows Mixed Reality, das sich als VR-Headset aber immer noch am besten für das System eignet, weil es keine Sensoren benötigt, um das Spielareal abzustecken. Allerdings erfordert es dafür immer einen externen Monitor und Eingabegeräte - ein Problem, das übrigens auch andere VR-Headsets betrifft. Spontan im Garten ein VR-Spiel spielen, ist also nur sehr umständlich möglich. Auch stürzt die Software gerne ab, so dass wir gar kein Bild mehr haben.

Es ist uns rätselhaft, warum eine VR-Brille nicht auch ohne vorige Einrichtung einfach nur als simpler Bildschirm genutzt werden kann. Allerdings trifft die Schuld daran nicht HP, sondern die Entwickler von VR-Hardware - in diesem Fall Microsoft.

Bisher können wir den Omen X nur als Luxusprodukt und interessantes Konzept sehen. Einen großen Mehrwert hat ein System auf dem Rücken lediglich in speziellen Fällen, etwa wenn das Headsetkabel zu kurz ist - zumindest bis Windows Mixed Reality und ähnliche VR-Techniken ausgereifter sind. Ansonsten gibt es schöne Desktopsysteme im kleinen Formfaktor auch von Konkurrenten wesentlich günstiger. Die neue Version des PCs Corsair One Pro kostet in der teuersten Konfiguration 3.000 Euro.

Nachtrag vom 26. Februar 2018, 13:24 Uhr

Nach der Veröffentlichung unseres Tests hat sich HP selbst gemeldet, um Hinweise zu einem Problem von Windows Mixed Reality zu geben. Mit einem Dongle können Nutzer verhindern, dass die Software sich nach dem Abstecken des Bildschirms von selbst ausschaltet und auf dem VR-Headset kein Bild erscheint. Solch ein Zubehör kostet bei Onlinehändlern wie Amazon etwa 20 Euro und emuliert einen Bildschirm.

In einer Stellungnahme schreibt HP außerdem: "Das Thema ist bekannt. Wir sind dazu mit Microsoft im Kontakt. Wir rechnen mit einer softwareseitigen Lösung im Rahmen eines Updates von Microsoft. Bis dahin empfehlen wir Kunden die Zwischenlösung über einen Display-Emulator." Eventuell wird also ein kommendes Windows-Update - beispielsweise Redstone 4 - die Mixed-Reality-Software verbessern.  (on)


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