Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/carbon-copy-cloner-apfs-unterstuetzung-wird-wegen-datenverlustgefahr-beschraenkt-1802-132831.html    Veröffentlicht: 17.02.2018 13:27    Kurz-URL: https://glm.io/132831

Carbon Copy Cloner

APFS-Unterstützung wird wegen Datenverlustgefahr beschränkt

Aufgrund eines Fehlers in Apples Dateisystem APFS wird der Carbon Copy Cloner dieses Dateisystem vorerst nicht mehr unterstützen. Die Gefahr ist allerdings gering und es betrifft in der Tendenz Anwender, die ihre Backups übers Netzwerk auf fast volle Datenträger durchführen.

Das beliebte Programm zur Erzeugung von Mac-Abbildern und -Backups, der Carbon Copy Cloner von Bombich Software, wird bis auf weiteres APFS nicht mehr unterstützen. Grund ist ein Fehler, den die Entwickler in dem neuen Dateisystem APFS entdeckt haben. Betroffen ist der Einsatz von APFS in Sparse Disk Images bei gleichzeitigem Mangel an Speicherplatz. Es besteht also für viele Anwender keine unmittelbare Gefahr.

Wer allerdings seine Backups übers Netzwerk in ein Sparse Image integriert, der sollte aufpassen. Das Problem ist, dass APFS freien Speicher in APFS-Volumes anzeigt, der gegebenenfalls nicht vorhanden ist. Dass Apples APFS Probleme mit der korrekten Darstellung von freiem Speicherplatz oder Speicherplatz-Nutzung hat, stellten wir auch in unserem Test fest. Das hat aber in der Regel keine kritischen Auswirkungen. Offenbar fängt Apple lokal potenzielle Probleme mit Speicherplatznutzung ab. APFS hat allgemein recht viele Probleme, die aber nur die Darstellung und das Verständnis des Dateisystems betreffen.

Bei Sparse Images mit APFS hingegen kommt es unter Umständen zu kritischen Problemen. So kopiert das System laut der Entdeckung der Carbon-Copy-Cloner-Entwickler eine Video-Datei auf ein volles APFS-Sparse-Images ohne Fehlermeldung, obwohl es keinen Speicherplatz gibt. Tatsächlich lässt sich die Datei auch fehlerfrei nutzen, doch nach dem Auswerfen und Neu-Einbinden von Sparse Images ist die Datei beschädigt. Offenbar wird die Datei aus dem Cache, nicht aber vom Sparse Image abgespielt, weswegen zunächst die Datei funktionierte.

Eigentlich sollte sich das Sparse Image automatisch anpassen und korrekte Größen anzeigen. Doch das funktioniert nur mit dem alten HFS+. Bei APFS-Sparse-Images wird hingegen belegter Speicherplatz angezeigt, der nicht vorhanden ist. Das ist an sich ein nicht ungewöhnliches Verhalten. Wir haben testweise zwei Sparse-Images lokal erzeugt, die 1,3 GByte freien Speicher anzeigen. Der darunterliegende Datenträger hat über 4 GByte freien Speicher. Eine 200 MByte-Datei ließ sich aber nicht in die Sparse Images kopieren. Lokal scheint also das Kopieren aufgrund von Speicherplatzmangel nicht erlaubt zu sein. Aufgrund mehrerer APFS-Fehler passen bei uns 200 MByte nicht in ein Image mit 1 GByte freiem Speicher, das auf einem Datenträger mit 4 GByte freiem Datenspeicher liegt. Vermutlich fehlt bei uns noch die Aktualisierung des Speicherplatzes, was manchmal eine Weile dauern kann und einen Reboot benötigt.

Größenangaben sollte unter MacOS nicht vertraut werden

Bei den Entwicklern des Carbon Copy Cloner waren die Auswirkungen drastischer, da es dort keine Rückmeldung gab und nicht vorhandener Speicherplatz vollgeschrieben wurde. Zuständig für Fehlermeldungen ist der Diskimage-helper, der jedoch für APFS in Sparse Images offenbar nicht ausreichend angepasst wurde. Über das Netzwerk-Szenario des Carbon Copy Cloner kann das zu Datenverlusten führen. Der Anwender hat dabei laut dem Test von Bombich Software kaum eine Chance, das zu entdecken. Eine nicht vollständig kopierte Datei wird in APFS trotz fehlender Teile nämlich mit der korrekten Größe angezeigt. Auch das wundert nicht. Duplizierte Dateien werden beispielsweise unserer Erfahrung nach in APFS mitunter ebenfalls mit falscher Größe angezeigt. Grundsätzlich sollten Größenangaben und der Anzeige von freiem Speicher unter High Sierra bei Verwendung von APFS misstraut werden.

Als direkte Konsequenz wird Carbon Copy Cloner das Erstellen von APFS-basierten Abbildern nicht mehr unterstützen. Wer das Programm verwendet sollte, schnellstmöglich aktualisieren. Wer bereits Backups auf APFS-Images, vor allem ins Netzwerk, durchgeführt hat, sollte diese daraufhin überprüfen, ob es in der Vergangenheit Speicherplatzmangel gab. Sollte ausreichend Speicherplatz auf dem physischen Datenträger vorhanden gewesen sein, muss sich der Nutzer aber keine Sorgen machen. Trotzdem sollen Anwender laut Bombich Software ihre Backups von APFS bald wegmigrieren, um zu verhindern, dass ein voller Datenträger zu Datenverlusten führt.  (ase)


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