Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bildersuche-google-entfernt-direktlink-auf-fotos-1802-132823.html    Veröffentlicht: 16.02.2018 13:40    Kurz-URL: https://glm.io/132823

Bildersuche

Google entfernt Direktlink auf Fotos

Was zunächst nur für Bilder der Fotoagentur Getty gelten sollte, betrifft nun alle Fotos in Googles Bildersuche. Die Kritik deutscher Fotografenverbände wird aber immer noch nicht berücksichtigt.

Der Suchmaschinenkonzern Google hat in seiner Bildersuche die direkte Verlinkung auf die angezeigten Fotos entfernt. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag per Twitter mit. Die Anfang dieser Woche bekannt gewordene Einigung mit der Fotoagentur Getty Images wird damit auf sämtliche Fotos ausgedehnt. Zudem wird im Suchfeld der Startseite die Möglichkeit entfernt, direkt nach einem Bild suchen zu können.

Google begründete die Änderung damit, Nutzer und nützliche Webseiten auf diese Weise besser verknüpfen zu können. Wenn Nutzer künftig die Originaldatei aufrufen wollen, müssen sie zunächst auf die Webseite gehen und dort nach dem Bild suchen. Das kann mitunter schwierig sein, wenn das Bild beispielsweise nicht mehr unter der angegebenen URL zu finden ist, unter der es ursprünglich von Google gespeichert wurde. Andere Suchmaschinen wie Bing oder Duckduckgo verlinken weiterhin direkt auf die Bilddatei. Bei Google ist aber in der Regel weiterhin möglich, per rechter Maustaste direkt die Originaldatei aufzurufen.

Klage von Freelens läuft weiter

Getty Images hatte Google per Klage beschuldigt, bei der Bildersuche mit der Funktion "Bild ansehen" "Piraterie zu fördern" und Nutzer zu "unabsichtlichen Piraten" zu machen.

Unverändert bleibt hingegen die großformatige Darstellung der Bilder in der Suche. Ebenfalls gibt es weiterhin die Möglichkeit, das Suchergebnis direkt über soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter zu teilen. Gegen diese beiden Funktionen hatten mehrere deutsche Fotografenverbände im vergangenen Jahr Klage eingereicht. Nach Ansicht der Fotografenvereinigung Freelens bricht durch solche Funktionen der Traffic auf die Seiten der Fotografen zusammen. Auf Anfrage von Golem.de teilte Freelens mit, dass das Gerichtsverfahren weiterhin laufe.  (fg)


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