Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/0104/13270.html    Veröffentlicht: 02.04.2001 10:02    Kurz-URL: https://glm.io/13270

1. April - Revolutionen, Fusionen, Patente und Verbote

KDE setzt auf Mozilla - lzip verspricht bahnbrechende Kompression

Laut CNN lässt sich Microsoft Nullen und Einsen patentieren, bei 3DFiles.com gibt es eine Demo zu Duke Nukem Forever. 2002 wird zudem das Internet eine Woche Zwangspause einlegen. Damit aber nicht genug, der erste April hielt einiges mehr bereit.

Laut Computer Bild wird im Jahre 2002 das Internet eine einwöchige Zwangspause einlegen, das hätten die G7 beschlossen. Die Pause sei nötig, um die Kapazitäten des Internet an die wachsenden Datenmengen anzupassen. Unter anderem plane man die Kapazität durch Einführung von so genannten Top-Level-Domains zu erhöhen.

Ein revolutionäres Onlineprojekt starten, laut Telepolis, die Banken und Sparkassen unter dem Namen "Money-Online". Jeder soll so in absehbarer Zeit sein Geld selber daheim drucken können, einen PC mit Internetanschluss und einen speziellen Drucker vorausgesetzt. So will man die Rationalisierung des Bankgeschäfts weiter nach vorn treiben. Die Arbeitsplätze blieben aber erhalten, man plane z.B. Kassierer zu Netzwerktechnikern umzuschulen.

Aber die Banken und Sparkassen haben noch mehr in petto. So berichtet Heise-Online von einem Marketing-Projekt, mit dem die Banken und Sparkassen die Nutzung der Geldkarte ankurbeln wollen. Dabei wird die Geldkarte durch Radiowerbung beim Autofahren aufgeladen. Zur Übertragung der per Werbung finanzierten Geldbeträge wird das RDS-Signal verwendet. Bis zu 5 Mark soll dann eine längere Autofahrt einspielen.

Die Linux-Site Slashdot kündigte an, zum 1. Mai ihre Server auf FreeBSD umstellen zu wollen. "Die Unorganisiertheit von Linux und die Tatsache, dass es scheint, als handle es sich um ein unorganisiertes Grüppchen von Entwicklern die versuchen, ohne vorherige Planung ein Betriebssystem zu schreiben, war hart für uns bei Slashdot, da wir versuchten, mit dem Betriebssystem zu arbeiten", heißt es dazu auf der Website. Auch das OSDN werde auf ein stabileres Betriebssystem wechseln.

Die Entwickler des Linux Desktops KDE und der zu Grunde liegenden GUI-Bibliothek QT, Trolltech, kündigten an, in Zukunft auf JavaScript und Mozilla setzen zu wollen. So wird Trolltech die Entwicklung von QT 3.x in Kürze einstellen und sich stattdessen auf QT 4.x konzentrieren, das auf der Mozilla-Rendering-Engine Gecko aufsetzt. Aber auch die KDE-Entwicklung wird umgeworfen, der KDE-2-Zweig nicht länger verfolgt und an KDE 3.x gearbeitet, das auf den neuen QT-Technologien aufbauen wird.

Die Scriptsprachen Perl und Python werden in Zukunft gemeinsame Wege gehen. Das neue Kind hört auf den Namen Parrot und soll beide Sprachen ersetzen. Ein erstes Buch "Programming Parrot" hat O'Reilly and Associates bereits angekündigt.

Zwar schon ein Jahr alt, aber erst jetzt vermehrt aufgetaucht ist der neue Kompressionsalgorithmus "lzip", der Dateien auf 10 bzw. 15 Prozent ihrer Originalgröße schrumpfen lassen soll. Teilweise hätten Dateien, die mit lzip komprimiert wurden, sogar nur 0 Prozent der Originalgröße. Das Geheimnis steckt dabei im "l" von lzip, das für "lossy" steht und die von Bildern oder Musik bekannte Idee einer verlustbehafteten Kompression endlich auch auf andere Dateien überträgt.

Laut ADAC bereitet man nach dem Handy-Verbot am Steuer jetzt die nächste Stufe vor, in Kürze sei mit einem Sprechverbot für alle Fahrzeuginsassen zu rechnen. Bei einer groß angelegten Untersuchung habe sich herausgestellt, dass es mindestens ebenso gefährlich ist, wenn sich der Fahrzeuglenker mit den Autoinsassen unterhält oder gar Selbstgespräche führt, wie wenn er telefoniert. Versuche mit freiwilligen Testpersonen beiderlei Geschlechts hätten gezeigt, dass besondere Gefahr droht, wenn sich die Autoinsassen Witze erzählen. So müssten Gespräche, bis auf bestimmte Ausnahmen, grundsätzlich bis zum nächsten Parkplatz aufgeschoben werden. Der ADAC fordert in diesem Zusammenhang den Ausbau der Autobahnparkplätze und die Einrichtung von so genannten Quasselbuchten auf Bundesstraßen. Der Austausch von wichtigen Informationen, zum Beispiel, "Achtung, Ampel zeigt rot", "Bei dieser Ausfahrt hätten wir abbiegen müssen" oder "Ich muss mal" darf nur mit gedämpfter Lautstärke erfolgen und muss dem Fahrer vorher mit Handzeichen signalisiert werden. Die Forderung der Polizei, wonach die Fahrzeugfenster während der Fahrt aus Gründen einer effektiveren Überwachung geöffnet bleiben müssen, lehnt der ADAC aus datenschutzrechtlichen und aus gesundheitlichen Gründen ab.  (ji)


Links zum Artikel:
Heise: Radiowerbung bringt Hörern Geld: http://www.heise.de/newsticker/data/as-30.03.01-000/
KDE/Qt Switching to Mozilla and JavaScript Technology (.org): http://dot.kde.org/986101966/
lzip (.org): http://lzip.sourceforge.net
Perl and Python to begin joint development (.org): http://use.perl.org/article.pl?sid=01/03/31/206248
Slashdot Moving To FreeBSD (.org): http://slashdot.org/articles/01/04/02/0326237.shtml
Telepoplis: Revolutionäres Onlineprojekt der Banken und Sparkassen: http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/te/7268/1.html

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