Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/hp-und-fujitsu-mechanischer-docking-port-bleibt-bis-2019-1802-132633.html    Veröffentlicht: 07.02.2018 12:30    Kurz-URL: https://glm.io/132633

HP und Fujitsu

Mechanischer Docking-Port bleibt bis 2019

HP und Fujitsu stehen zu ihren Dockingports. Für die nächsten Jahre fahren beide Hersteller von Business-Notebooks eine Doppelstrategie - anders als Dell und Lenovo. Das hat Vor- und Nachteile.

Wer für seine Firma Dockingstationen von Fujitsu- und HP-Notebooks gekauft hat, kann sie noch einige Zeit nutzen. Beide Unternehmen haben Golem.de versichert, dass die mechanischen Dockingports noch bis ins Jahr 2019 unterstützt werden. Produkte, die im kommenden Jahr vorgestellt werden, werden also weiter mechanisch an einen Arbeitsplatz einklinkbar sein.

Bei HP ermöglicht der seitliche Slimport seit einigen Jahren ein schnelles Eindocken, um Peripherie sofort bereitzustellen. Parallel wird dazu auch USB Typ C mit Thunderbolt als Dock-Option bereitstehen. Allerdings lässt sich nicht beides gleichzeitig verwenden, denn der Slimport verdeckt im gedockten Zustand den USB-C-Anschluss. Das ist ein Nachteil von HPs seitlichem Dockingmechanismus, der das Problem eines tiefen Anschlusses vom Boden aus umgeht.

Fujitsu hingegen setzt als letzter der großen vier Business-Notebook-Hersteller noch immer auf ein Docking vom Boden aus (Port-Replikator) und schafft es dennoch, äußerst dünne Notebooks zu produzieren, wie etwa das Lifebook U727/728. Aber auch hier wird eine Doppelstrategie mit USB Typ C verfolgt. Laut Fujitsu wird zumindest bei der U9xx-Serie der Trend zu USB-C-Docks gehen; es sollte also hier mit dem Verlust des Ports gerechnet werden, auch wenn er noch nicht garantiert ist.

Vor- und Nachteile des klassischen Dockings

Für Investitionen hat die Doppelstrategie auf jeden Fall Vorteile, denn neue Dockingstationen - und gerade USB-Docking-Stationen sind recht teuer - können schrittweise angeschafft werden. Die alten Docking-Ports haben auch Nachteile: Für Hochgeschwindigkeitsverbindungen wurden sie nicht geschaffen. Thunderbolt lässt sich dort beispielsweise nicht durchleiten. Auf der anderen Seite braucht aber auch nicht jeder Arbeitsplatz in typischen Unternehmensumgebungen Docking-Ports mit modernen Hochgeschwindigkeitsanschlüssen.

Dementsprechend handhaben die Unternehmen das sehr unterschiedlich. Lenovo hat etwa ein sehr interessantes Docking-Konzept vorgestellt, das die Vorteile des mechanischen Einklinkens mit der Möglichkeit moderner Anschlüsse kombiniert. Dafür wird allerdings radikal umgestellt. Die alten Dockingstationen lassen sich mit den neuen Thinkpads nicht mehr nutzen.

Dell hingegen hat sein E-Dock schon früh aufgegeben, wie wir ausführlich berichteten. Mechanisch gedockt wird nicht mehr, stattdessen wird einfach ein etwas filigraneres USB-C-Kabel eines Portreplikators eingesteckt. Das ist die einfachste Lösung. Ein rabiater Umgang mit dem Docking ist aber nicht möglich. Typischerweise sind mechanische Docks dank Führungsmechanismen äußerst robust und damit auch für Mitarbeiter mit Tendenz zum Grobmotoriker sehr gut geeignet.

Die Zukunft liegt also in jedem Fall bei einem neuen Docking-Mechanismus. Während Dell sich die Arbeit als Erster sparte und sofort auf ein neues Dockingsystem setzen konnte, ließ sich Lenovo für eine komplette Neuentwicklung Zeit. Das könnte auch bei Fujitsu und HP noch passieren. 2019 könnte also dockingtechnisch sehr interessant werden.  (ase)


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