Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/herstellerlizenzen-neue-windows-10-skus-von-25-bis-100-us-dollar-1802-132578.html    Veröffentlicht: 05.02.2018 10:05    Kurz-URL: https://glm.io/132578

Herstellerlizenzen

Neue Windows-10-SKUs von 25 bis 100 US-Dollar

Microsoft hat neue Hardwarelevel für die Stock Keeping Units (SKUs) von Windows 10 definiert. Je nach Hardwareausstattung werden unterschiedliche Preise fällig. Für 25 US-Dollar darf die Hardware etwa nicht mehr als 4 GByte RAM haben. Die SSD bleibt extrem knapp bemessen.

Microsoft hat für Lizenzpartner neue Hardware-Level-Definitionen für Windows 10 festgelegt. Wie die Nachrichtenwebsite Thurrott im Detail berichtet, müssen Hardwarehersteller zwischen 25 und 101 US-Dollar je Lizenz bezahlen. Die günstigste Entry-Lizenz für 25 US-Dollar gilt für äußerst billige Hardware und ist die erste von insgesamt fünf Lizenzstufen für Endkundengeräte.

Wie früher auch gibt es für die Lizenzen teils extreme Hardwarebeschränkungen. Mehr als 4 GByte RAM sind beispielsweise nicht für Endkundengeräte zulässig, wenn sich die Hersteller für eine Entry-Lizenz entscheiden. Auch die Kapazität der SSD wurde nicht erhöht und ist sehr knapp bemessen: Sie darf weiterhin 32 GByte nicht überschreiten - wie bei heutigen Billigsystemen, zu denen auch Tablets gehören. Eine Festplatte ist gar nicht zulässig.

SSD-Verdoppelung wird teuer

Zudem muss das Display kleiner als 14,1 Zoll in der Diagonalen sein. Das betrifft vor allem Notebooks, die mit so einer SSD-Konfiguration aber sehr selten sind. Für Tablets gelten 11,6 Zoll als Grenze. All-in-One-Systeme dürfen maximal ein 17-Zoll-Display haben. Der Prozessor muss von Intel stammen und entweder ein Atom, Celeron oder Pentium sein. Hierbei ist nicht zu vergessen, das Intel auch Atom-Chips als Celeron und Pentium verkauft und diese nicht mit Core-basierten Celerons und Pentiums zu verwechseln sind. Die Lizenz gilt aber für beide Architekturen.

Deutlich teurer wird Stufe 2 von Windows 10, wenn Hersteller eine 64-GByte-SSD verbauen wollen. Dann werden 45 US-Dollar für die Value-Lizenz fällig. In manchen Fällen ist auch eine 500-GByte-Festplatte zulässig. Value-basierte Systeme sind also schon im Bereich brauchbarer Ausstattung, auch wenn die RAM-Grenze bleibt.

Für leistungsfähige Hardware sinkt der preisliche Anteil in Relation zum Preis des Gesamtsystems

Ungewöhnlich ist die laut Thurrott Core genannte Lizenz und damit die mittlere Stufe für 65 US-Dollar. Sie enthält keine Hardwaredefinition und legt nur fest, dass die Hardware unter der der höherwertigen Lizenzen angesiedelt sein muss. Wer als Hardwarehersteller etwa 6 GByte RAM verbauen will, kann die 65-US-Dollar-Lizenz verwenden, denn die Lizenzen Core+ und Advanced gelten für Systeme ab 8 GByte RAM. Für Hersteller heißt das aber auch, dass hier eine gewisse Konfigurationsfreiheit im unteren Preissegment besteht und es keine allzu starken Beschränkungen gibt. Außerdem können ab dieser Lizenz auch AMD-Prozessoren verwendet werden.

Core+ definiert für einen krummen Preis von 87 US-Dollar zudem die Verwendung einer High-End-CPU zusammen mit mehr als 4 GByte RAM und ein 1080p-Panel, sofern vorhanden. Ab 8 GByte RAM ist die CPU laut Thurrott nicht definiert.

Lizenz für Core i9 und Threadripper

Ab etwa 100 US-Dollar gibt es die teuerste Lizenz für OEMs: Advanced. Dafür muss der Hersteller aber sehr potente Hardware verbauen, was überwiegend für Spiele-PCs gilt. Diese Lizenz muss beim Einsatz eines AMD Threadrippers oder Intel Core i9 gewählt werden. Auch kleinere Prozessoren mit vielen Kernen oder in Kombination mit viel RAM (mehr als 16 GByte) benötigen die Advanced-Lizenz.

Eine denkbare Ausnahme innerhalb des Advanced-Segments sind Rechner mit 4K-Panel (4K-UHD und damit auch 4K-DCI), also vornehmlich All-in-Ones und Notebooks. Solche Geräte sind eher im professionellen Markt zu finden und würden tendenziell eher mit einer Windows-10-Pro-Lizenz bestückt werden, für die die hier genannten Preise nicht gelten. Entry bis Advanced sind ausschließlich Endkundenlizenzen.

Die Preisgestaltung von Microsoft ist interessant. In Anbetracht der vierstelligen Preise der Advanced-Systeme ist die Windows-10-Lizenz hier vergleichsweise günstig. 25 US-Dollar für die Billigsysteme sind hingegen in einem Segment, bei dem Masse zählt und die Marge gering ist, ein hoher Preis. Für Endkunden haben die Beschränkungen im unteren Segment allerdings noch eine weitere unangenehme Auswirkung. Im Prinzip wird hier wenig nachhaltige Hardware verkauft, um einen möglichst geringen Preis zu erreichen, der dann etwa für Discounter von Interesse ist.  (ase)


Verwandte Artikel:
Enterprise und Cloud: Microsoft verbindet Windows und Office 365 zu einer Lizenz   
(11.07.2017, https://glm.io/128852 )
Always Connected PCs: Vielversprechender Windows-RT-Nachfolger mit Fragezeichen   
(09.03.2018, https://glm.io/133094 )
Auch Netbooks: Windows 8.1 wird für Tablethersteller billiger   
(22.02.2014, https://glm.io/104718 )
Microsoft: KI-Framework kommt auf Windows-10-Endgeräte   
(08.03.2018, https://glm.io/133217 )
Microsoft: S-Modus in Windows 10 kommt erst nächstes Jahr   
(07.03.2018, https://glm.io/133205 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/