Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/shodan-metasploit-autosploit-mach-hacken-kinderleicht-und-gefaehrlich-1802-132537.html    Veröffentlicht: 01.02.2018 17:23    Kurz-URL: https://glm.io/132537

Shodan + Metasploit

Autosploit macht Hacken kinderleicht und gefährlich

Automatisiertes Hacken, fast wie im Film: Das soll mit Autosploit möglich sein. Doch das neue Python-Skript birgt vor allem für unerfahrene Nutzer Gefahren.

Ein neues Werkzeug zum automatischen Ausnutzen von Sicherheitslücken sorgt derzeit für Diskussionen unter Sicherheitsforschern. Unter dem Benutzernamen NullArray ist auf Github das Tool Autosploit erschienen, das die IoT-Suchmaschine Shodan mit dem Metasploit-Framework verbinden soll. Damit können Sicherheitslücken automatisch ausgenutzt werden. Nach Angaben des Autors liegt der Fokus darauf, Code auf den übernommenen Geräten ausführen zu können ("remote code execution", RCE), Reverse-Shells oder Meterpreter-Sitzungen.

Nutzer der Software können eine Shodan-Suche starten und eine bestimmte Plattform in den Blick nehmen, also etwa Apache oder die Internet Information Services von Microsoft. Ein weiterer Befehl startet dann die automatischen Angriffe. Dabei soll das Skript automatisch die richtigen Metasploit-Module heraussuchen. Letztlich werden hier bekannte Auffindungs- und Angriffsszenarien mit einem Python-Skript kombiniert. Das könnte - ähnlich wie der umstrittene Bricker-Bot - dazu führen, dass mehr unsichere IoT-Geräte aus dem Netz genommen werden, auch wenn der Einsatz entsprechender Software natürlich illegal ist.

Unerfahrene Nutzer bringen sich in Gefahr

Das könnte auch das größte Problem des Skripts sein. Weil weder Metasploit konfiguriert werden muss noch erweiterte IT-Kenntnisse notwendig sind, könnten unerfahrene Nutzer nach dem Einsatz von Autosploit Probleme bekommen, wenn sie ihre normale Internetverbindung verwenden oder sich nicht anderweitig tarnen. Ähnliche Probleme hatte es in der Vergangenheit nach dem Einsatz der Low-Orbit-Ion-Cannon (Loic) und Anonymous-Aktivismus gegeben.

Zahlreiche Sicherheitsforscher und Technik-Journalisten kommentieren die Veröffentlichung von Autosploit daher kritisch. Der größte Unterschied zu Metasploit dürfte sein, dass das Werkzeug in der Regel von professionellen Pentestern in kontrollierten Umgebungen eingesetzt wird - obwohl der Missbrauch der Angriffsmodule natürlich grundsätzlich möglich ist und auch praktiziert wird.

Es gibt ein namensgleiches Tool von OWASP, dieses hat mit dem kürzlich veröffentlichten Autosploit bis auf den Namen aber nichts gemein.  (hg)


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