Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/adyen-ebay-trennt-sich-von-paypal-als-wichtigstem-partner-1802-132528.html    Veröffentlicht: 01.02.2018 13:00    Kurz-URL: https://glm.io/132528

Adyen

Ebay trennt sich von Paypal als wichtigstem Partner

Ebay holt sich mit Adyen einen neuen Partner für Zahlungsabwicklungen auf die Handelsplattform. Die Beziehungen zwischen Ebay und Paypal, die früher zusammengehörten, könnten auch ganz enden.

Ebay wird Paypal als wichtigsten Zahlungsabwickler austauschen. Das gab Ebay am 31. Januar 2018 bekannt. Ersetzt wird Paypal Mitte 2020 durch das niederländische Unternehmen Adyen.

"Wir glauben, dass wir ein nahtloseres Kauferlebnis bieten können und gleichzeitig Käufern und Verkäufern eine größere Auswahl an Zahlungs- und Auszahlungsoptionen bieten", sagte Ebay-Chef Devin Wenig bei einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Ebay gab am 30. September 2014 bekannt, Paypal als ein unabhängiges Unternehmen auszugründen. Beide sollen jeweils als einzelne Firmen an der Börse gehandelt werden. Der Investor Carl Icahn hatte die Loslösung gefordert.

Ebay: Paypal-Aktie stürzt ab

Die Aktie von Paypal fiel im nachbörslichen Handel um mehr als 12 Prozent, während die Ebay-Aktie um mehr als 8 Prozent stieg. Obwohl Paypal und Ebay seit mehr als zwei Jahren als Unternehmen getrennt sind, liefert Ebay immer noch einen großen, wenn auch rückläufigen Beitrag zum Geschäft von Paypal. Rund 22 Prozent des Umsatzes von Paypal im Jahr 2016 kamen von Kunden auf der Ebay-Plattform, ein Rückgang von 26 Prozent im Jahr 2015 und 29 Prozent im Jahr 2014.

Nutzer sollen weiterhin Paypal als Bezahlungsoption nutzen können, mindestens bis 2023. Paypal-Chef Dan Schulman sagte, dass Ebay-Nutzer durch eine neue Vereinbarung, die beide Unternehmen unterschrieben haben, dort bis 2023 über Paypal gekaufte und verkaufte Waren bezahlen können. In einem Interview sagte er, dass die Checkout-Option von Paypal das profitabelste Geschäft mit Ebay sei.

Paypal steigerte den Gewinn im vierten Quartal um 59 Prozent auf 620 Millionen US-Dollar. Der Umsatz wuchs um 26 Prozent auf 3,7 Milliarden US-Dollar.

Nachtrag vom 1. Februar 2018, 14:23 Uhr

In einer E-Mail von Kris Beyens, Chief Operating Officer von Ebay EMEA, erklärt dieser Kunden: "Ebay plant, künftig die Abwicklung der Zahlungen auf der eBay-Plattform zu übernehmen. Ebay wird den Zahlungsfluss verwalten und die End-to-End-Erfahrung sowohl der Käufer als auch der Verkäufer vereinfachen." Paypal werde "eine Bezahlmöglichkeit bei der Kaufabwicklung für Ebay-Käufer sein." Die Kunden brauchten derzeit nichts zu unternehmen. Die Überführung zur vollständigen neuen Zahlungsabwicklung werde mehrere Jahre dauern. "Sie können davon ausgehen, dass für die meisten Verkäufer die Kosten, um Zahlungen abzuwickeln, geringer werden", sagte Beyens.  (asa)


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