Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/coincheck-kryptowaehrung-im-wert-von-429-milliarden-euro-gestohlen-1801-132438.html    Veröffentlicht: 29.01.2018 11:05    Kurz-URL: https://glm.io/132438

Coincheck

Kryptowährung im Wert von 429 Millionen Euro gestohlen

Für das Unternehmen Coincheck war es ein schwarzer Freitag: Eine große Menge der Kryptowährung NEM wurde gestohlen. Der Kurs sank dadurch um elf Prozent. Auch Bitcoin und Etherium waren davon betroffen. Der Angriff ist für einige ein Anlass zur Kritik an Japans Regulierung des Kryptohandels.

Die japanische Kryptowährungsbörse Coincheck hat einen Diebstahl der Kryptowährung NEM gemeldet. Insgesamt seien 58 Milliarden Yen, umgerechnet knapp 429 Millionen Euro, von unbekannten Angreifern gestohlen worden. Das berichten die Nachrichtendienste Bloomberg und Reuters. Coincheck konnte die Art des Angriffs nicht nachvollziehen. Die NEM Foundation, die für die Blockchain der Währung verantwortlich ist, konnte keine Transaktionen auf persönliche Konten des Angreifers feststellen.

Der Kurs der zehntbeliebtesten Kryptowährung NEM fiel nach der Ankündigung von 1,01 US-Dollar um elf Prozent auf 0,78 US-Dollar. Der Marktführer Bitcoin brach um drei Prozent und Etherium um neun Prozent ein. Coincheck sperrte den Handel mit allen Kryptowährungen mit Ausnahme von Bitcoin. Mittlerweile ist NEM wieder bei einem Kurs von 0,97 US-Dollar angekommen.

Schadensersatz durch Coincheck geplant

Coincheck selbst will betroffene Investoren zu etwa 90 Prozent entschädigen. Das Geld soll intern aufgewendet werden. Allerdings sagt das Unternehmen nicht, wie und wann. Das ist nur folgerichtig, da die Schuld wahrscheinlich beim Unternehmen liegt. Die gestohlene Währung lag in einer mit dem Internet verbundenen Hot Wallet statt einer Offline-Cold-Wallet, so dass ein Angriff von außen überhaupt erst möglich war.

Als einer der stärksten Vertreter für Kryptowährungen trifft ein solcher das Land Japan ebenfalls stark. Dort wurde im Sommer 2017 erst eine Registrierungsbehörde für Kryptohändler eröffnet, bei der sich diese anmelden müssen. Die Behörde stellt Sicherheitsrichtlinien auf, an die sich Mitglieder halten sollen. Coincheck registrierte sich dort im September. Allerdings steht die Behörde in der Kritik, da die Sicherheitsprobleme wohl nicht weniger geworden sind. Dabei sind Sicherheitslücken zumeist nicht bei den Währungen an sich, sondern eben den Händlern zu finden.  (on)


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