Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ueberwachung-bka-soll-bereits-trojaner-in-ermittlungen-einsetzen-1801-132425.html    Veröffentlicht: 27.01.2018 14:25    Kurz-URL: https://glm.io/132425

Überwachung

BKA soll bereits Trojaner in Ermittlungen einsetzen

Aktuell sollen Trojaner bereits in laufenden Ermittlungen des Bundeskriminalamtes zum Einsatz kommen. Medienberichten zufolge sind auch verschlüsselte Messenger für die Ermittler einsehbar.

Das Bundeskriminalamt (BKA) setzt nach Informationen von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung Trojaner zur Handy-Überwachung bereits in laufenden Ermittlungsverfahren ein. Dem Bericht zufolge ist es mit der nun eingesetzten Technik möglich, auch verschlüsselte Messenger-Dienste wie Whatsapp mitzulesen.

Verschlüsselung soll durch Screenshots umgangen werden

Die Verschlüsselung werde umgangen, indem eine heimlich auf dem Handy oder Tablet installierte Software Bildschirmfotos von angezeigten Nachrichten schieße und diese an die Ermittler sende. Das BKA wollte die Berichte am 26. Januar 2018 nicht kommentieren.

Im Juni 2017 hatte der Bundestag mit einem Gesetzesbeschluss die Rechtsgrundlage geschaffen, um Messenger zu überwachen. Im Herbst des gleichen Jahres wurde bekannt, dass der für rund 5,8 Millionen Euro entwickelte sogenannte Bundestrojaner weitgehend unbrauchbar sein soll.

Erste Version des Trojaners war unbrauchbar

So sollte nur Skype unter Windows überwachbar gewesen sein, andere Messenger auf Smartphones und Tablets, wie etwas Whatsapp, Signal oder Telegram, hingegen nicht. Entsprechend begrenzt wäre der Einsatzbereich eines derartigen Trojaners gewesen.

Das BKA arbeitete demnach aber bereits an einer neuen Version, deren Fertigstellung noch im Jahr 2017 geplant war. Mit dieser Version sollte die Überwachung von Messengerdiensten auf Handys und Tablets möglich sein.

Kritiker der Trojaner-Software kritisieren den Einsatz derartiger Programme als Angriff auf die Bürgerrechte. Zudem wurde die Verabschiedung des Gesetzes als zu überhastet kritisiert. Der frühere Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar beispielsweise bemängelte, dass es keine gründliche Prüfung und Debatte gegeben habe.  (tk)


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