Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/dragon-ball-fighterz-im-test-kame-hame-ha-1802-132418.html    Veröffentlicht: 21.02.2018 14:02    Kurz-URL: https://glm.io/132418

Dragon Ball FighterZ im Test

Kame-hame-ha!

Man nehme ikonische Kämpfer in schicker 2D-Optik und kombiniere sie mit einer eingängigen Steuerung sowie Anime-typischem Humor: Genau das hat Arc System Works bei Dragon Ball FighterZ getan und so ein exzellentes Actionspiel entwickelt.

Auch wenn es mit Dragon Ball Super seit vergangenem Jahr wieder deutsche Serienfolgen gibt: Wer selbst ein Kamehameha schleudern wollte, hatte für diese Kampftechnik bis auf die beiden mäßigen Xenoverse-Teile zuletzt wenig Gelegenheit ... und Playstation-1-Machwerke wie Dragon Ball GT Final Bout aus purer Nostalgie rauszuholen, muss nicht sein. Um so besser, dass Arc System Works mit Dragon Ball FighterZ einen tollen 2D-Prügler geschaffen haben, auf den das Studio stolzer sein kann als Vegeta auf seine Kampfkraft.

Wer von Arc System Works bisher nichts gehört hat: Der japanische Entwickler hat sich mit Blaz Blue einen Namen für Actionspiele gemacht. Und vielleicht genau deswegen war es die richtige Entscheidung von Publisher Namco Bandai, das Studio mit der Umsetzung von Dragon Ball FighterZ zu beauftragen. Ausgesprochen wird der Titel übrigens 'Fighters' und nicht 'Fighter Z', denn das Spiel umfasst mehr Kämpfer als nur die aus Dragon Ball (Z): Insgesamt gibt es 24 Recken, wovon einige aus Dragon Ball Super entlehnt sind, etwa Beerus, der katzenartige Gott der Gourmets, äh, der Zerstörung.

Dragon Ball FighterZ mag zwar in erster Linie ein Actionspiel sein, gerade der Story-Mode ist aber abseits der Kämpfe eine Huldigung an die Mangas und den Anime. Wirklich überraschend ist das nicht, denn Erfinder Akira Toriyama hat mitgeholfen, die Geschichte zu entwerfen. Schlussendlich ist die dreigeteilte Kampagne eine Aneinandereihung von Kämpfen, um die Steuerung zu erlernen, bei denen wir abseits der Bosse die Wahl haben, sie zu bestreiten. Davor und danach gibt es Zwischensequenzen, die uns mit ihren (oft quälend) langen Kamerafahrten und dem ikonischen Dragon-Ball-Humor ähnlich oft und debil wie Son-Goku bei Bulmas Erklärungen haben grinsen lassen.

Auch ist die Story gar nicht mal übel, zumindest wir empfanden sie als angenehm gespickt mit Referenzen auf Dragon Ball. Ob einem das die Kämpfe gegen die mäßig fordernde KI wert ist, muss jeder für sich entscheiden - den Antagonisten als spielbaren Charakter gibt es aber nur, wenn wir alle Kapitel abschließen. Von der Stärke her macht es ohnehin keinen Unterschied, welcher Kämpfer antritt, selbst die Steuerung ist quasi identisch.

Das hilft, schneller ins Spiel zu finden - verringert aber nicht die taktischen Möglichkeiten, denn davon hat jede Figur mehr als genug.

Gemeinsam statt einsam

Es treten immer drei Recken als Team an, unsere Gruppen stellen wir nach Gutdünken zusammen. Geprügelt wird mit leichten und schweren Attacken, mit Super-Angriffen und natürlich mit Kombos daraus. Die Tastenabfolge mag die gleiche sein, aber jeder Kämpfer hat seinen eigenen Charme: Son-Goku nutzt natürlich sein Kamehameha, Nappa ruft Pflanzenmänner, Captain Ginyu ist ein Gestaltwechsler und Chao-Zu opfert sich für Tenshinhan.

Besonders für Kombos holen wir kurzzeitig unsere Mitstreiter in die Arena, die dann den Gegner mit einem gedoppeltem Super-Angriff zu Boden schicken. Oder, im Falle von Dragon Ball, ihn stilecht durch mehrere Berge krachen lassen. Wer mit den richtigen Kämpfern auf der richtigen Map, etwa Son-Goku und Freezer auf dem zerstörten Planeten Namek, antritt, hat sogar die Chance auf einen der raren, sogenannten Dramatic-Finisher.

Meist ist der Bildschirm daher überladen mit Effekten, jedoch hatten wir nie das Gefühl, nicht reagieren zu können. Jede Attacke kann geblockt oder gekontert werden, auch Super-Angriffe sind grundsätzlich kein Todesurteil. Generell verkraften die Spielfiguren wie für den Anime typisch viele Treffer: Selbst eine Neo-Kiku-Kanone, die drei der sieben Ki-Leisten verbrät, ist nicht tödlich. Dafür sieht Tenshinhans Super-Attacke im Cel-Shading-Look sehr hübsch aus und ist toll animiert, so wie Dragon Ball FighterZ generell. Das Spiel nutzt die Unreal Engine 4 und läuft auf allen Plattformen mit 60 fps, am PC gibt es Super-Saiyajin-Sampling (und bei der PS4 Pro sowie der Xbox One X, wenn sie an einem 1080p-TV hängen).

Neben dem Story-Mode gibt es noch eine Arena zum Üben gegen die KI, einen Bereich für lokale Matches, einen für Arcade-Turniere und natürlich die Online-Kämpfe. Die bestreiten wir einfach so oder mit Rangliste - zumindest tagsüber mussten wir aber oft lange warten, bis uns ein Gegner zugeteilt wurde. Mittlerweile ist ein Offline-Betrieb integriert, zum Launch herrschte Online-Zwang. Die Erfahrung in Dragon Ball FighterZ heißt Zeni und wird gegen (unnötige) optische Verbesserungen in Form von Z-Kapseln eingetauscht. Grundsätzlich gibt es auch Premium-Z-Münzen und einen nicht funktionierenden Link zum Steam-Shop, bisher fehlt aber der Einsatz von Echtgeld für die Loot-Boxen.

Seit dem 26. Januar 2018 ist Dragon Ball FighterZ für die Playstation 4 (Pro) und die Xbox One (X) verfügbar. Die Version für Windows-PC erfordert Steam. Die Sprachausgabe ist auf Englisch oder Japanisch mit deutschen Untertiteln.

Fazit

Dragon Ball FighterZ ist ein sehr gutes Kampfspiel, das Neulingen dank weniger Tastenkombinationen den Einstieg erleichtert und Profis mit Kombos sowie verketteten Super-Attacken genügend Raum zum Tüfteln gibt. Die Grafik lässt Muten-Roshi wohl genauso sabbern wie Bulma in der Badewanne und generell liefert Entwickler Arc System Works viel Fan-Service, insbesondere im Story-Mode. Uns zumindest hat der Drache Shenlong mit Dragon Ball FighterZ einen Wunsch erfüllt.  (ms)


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