Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/amazons-echo-spot-im-test-alexa-plapperball-geht-am-kundenbedarf-vorbei-1801-132385.html    Veröffentlicht: 26.01.2018 12:03    Kurz-URL: https://glm.io/132385

Amazons Echo Spot im Test

Alexa-Plapperball geht am Kundenbedarf vorbei

Das zweite Alexa-Gerät mit Display ist ganz anders als der Echo Show. Das kleinere Gehäuse mit rundem Display deutet es bereits an: Der Echo Spot ist mehr als Wecker gedacht. So richtig nützlich finden wir ihn aber nicht.

Der zweite Echo-Lautsprecher mit Display ist da und vom Gerätedesign her für den Nachttisch oder den Schreibtisch konzipiert. Er unterscheidet sich vom Echo Show durch ein deutlich kleineres Display und ein anderes Format. Während der Echo Show einen 7-Zoll-Bildschirm im Breitbildformat hat, hat der Echo Spot ein kreisrundes Display mit einer Größe von lediglich 2,5 Zoll - weniger als bei modernen Smartphones.

Das Gehäusedesign erinnert an einen aufgeschnittenen Ball und gefällt uns etwas besser als das recht altbackene Design des Echo Show. Letzterer klingt besser als alle anderen Echo-Lautsprecher von Amazon. Und das Display ist eine Bereicherung, alle Informationen sind auch aus größerer Entfernung gut zu erkennen und ergänzen Alexa sinnvoll. Wie ist das beim Spot, dessen Gehäuse und Display viel kleiner sind?

Die Einrichtung des Spot verläuft ähnlich wie beim Echo Show über das Display, und auch viele Einstellungen vom Gerät und von Alexa können direkt auf dem Display erledigt werden. Allerdings können nicht alle Alexa-Funktionen am Gerät konfiguriert werden, so dass dann zur viel zu träge reagierenden Alexa-App auf dem Smartphone gegriffen werden muss.

Kreisrundes Display mit breitem Rand

Auf dem Bildschirm wird standardmäßig die Uhrzeit angezeigt; der Spot ist vor allem als Uhr und Wecker gedacht. Das kreisrunde Display zeigt Farben ordentlich an, es ist blickwinkelstabil und spiegelt doch recht stark. Bei der Benutzung fällt das Spiegeln aber erfreulicherweise kaum ins Gewicht. Um das Display herum ist ein 1,5 cm breiter Rand, der eigentlich nicht nötig wäre. Schade, dass Amazon hier den nutzbaren Bereich nicht besser ausreizt.

Der Echo Spot funktioniert prinzipiell wie andere Alexa-Geräte. Mit dem eingebauten Mikrofon wird die Umgebung belauscht und sobald eines von vier Signalwörtern wahrgenommen wird, werden die folgenden Sprachbefehle aufgenommen und über das Internet an Amazon übermittelt, um den Befehl zu verarbeiten. Bei der Displaybedienung gleicht der Spot dem Echo Show: Das Display lässt sich mit Sprachbefehlen steuern, so dass man nicht unbedingt den Touchscreen verwenden muss.

Funktioniert wie andere Alexa-Geräte

Wenn der Echo Spot das Alexa-Signalwort hört, wird das Display blau umrandet. Das sieht netter aus als der blaue Streifen beim Echo Show, ist aber ebenfalls nur zu sehen, wenn das Display einsehbar ist. Dagegen ist der blaue Leuchtring der Echo-Lautsprecher jederzeit gut sichtbar zu erkennen.

Die Startseite des Echo Spot zeigt eine Uhr, die wahlweise analog oder digital eingestellt werden kann. Für Amazon geht es also vor allem darum, einen guten smarten Wecker zu verkaufen. Aber wie nützlich ist ein Wecker mit Sprachsteuerung im Schlafzimmer?

Alexa taugt nicht als smarter Wecker

Es gibt derzeit 17 Ziffernblätter, 7 digitale und 10 analoge, wobei sich die digitalen Varianten weniger stark unterscheiden als die analogen. Der Wechsel der Ziffernblätter ist über die Einstellungen am Gerät mittels Fingerbedienung möglich. Auf Zuruf kann das Ziffernblatt nicht verändert werden.

Gut umgesetzter Nachtlichtbetrieb

Das Display ist mit einer adaptiven Steuerung versehen, so dass die Helligkeit meist gut an das Umgebungslicht angepasst wird. Zusätzlich gibt es für den Einsatz als Nachttischwecker einen speziellen Nachtmodus, in dem das Display besonders stark abgedunkelt wird. Das gelingt vorbildlich: Selbst in totaler Finsternis ist das Display nicht zu hell. Ganz im Gegenteil: Kommen wir in einen komplett abgedunkelten Raum, müssen sich die Augen erst umgewöhnen, bis die Informationen auf dem Display zu erkennen sind.

Wird bei aktiviertem Nachtmodus das Licht eingeschaltet, bleibt das Display erfreulicherweise nicht dunkel, die Displayhelligkeit erhöht sich langsam. Hier wurde mitgedacht, damit das Display jederzeit gut erkennbar ist. Für andere Bereiche der Weckerfunktion gilt das hingegen nicht.

Nachtmodus aktiviert nicht den Bitte-nicht-stören-Betrieb

Der Nachtmodus kennt ausschließlich eine Zeitsteuerung. Das ist uns eine zu starke Einschränkung, zumal die eingestellte Zeit für jeden Tag gleich ist. Es fehlt eine Unterscheidung zwischen Werktagen und Wochenenden. Daher ist es besonders störend, dass der Nachtmodus weder auf Knopfdruck noch auf Zuruf eingeschaltet werden kann. Wenn der Nachtmodus aktiv ist, wird der Nicht-Stören-Modus nicht mit umgeschaltet. Das wäre aber sinnvoll, denn seit einiger Zeit können Echo-Lautsprecher angerufen werden, aber bei aktiviertem Nicht-Stören-Modus klingelt das betreffende Gerät nicht.

Wer verhindern will, dass er nachts durch einen Anruf von seinem Echo-Lautsprecher aus dem Schlaf gerissen wird, muss also parallel zum Nachtmodus auch den Nicht-Stören-Modus einschalten. Anders als beim Nachtmodus ist das manuell und auf Zuruf möglich: "Alexa, bitte nicht stören" . Zusätzlich kann dafür ein Zeitplan bestimmt werden, der aber ebenfalls an allen Tagen gleich ist und nicht zwischen Werktagen und Wochenenden unterscheidet.

Echo Spot versagt bei Weckerfunktionen

Mit dem Echo Spot hat Amazon die Funktion aktiviert, endlich auch Wecker mit Musik verknüpfen zu können - das steht auch für die meisten Alexa-Lautsprecher zur Verfügung. Bis vor einigen Tagen kannte Alexa nur Alarme mit einem Weckton. Jetzt kann nach dem Muster "Alexa, wecke mich um 6 Uhr mit den Toten Hosen" ein Radiowecker gestellt werden. Am Ende kann ein Künstler, ein einzelnes Lied, ein bestimmtes Album oder ein Radiosender angesagt werden. Das alles funktioniert sowohl mit Amazon Music als auch mit Spotify und TuneIn.

Unverändert ignoriert Amazon für Alexa das in Deutschland gebräuchliche 24-Stunden-Zeitformat bei Ansagen. Wollen wir einen Wecker für 6 Uhr stellen, fragt Alexa immer nach, ob morgens oder abends gemeint ist. Das ist nervig. Die gleiche Rückfrage gibt es auch bei einem 12-Uhr-Wecker, was vor allem zu Missverständnissen führt. Antworten wir morgens, wird ein Termin um Mitternacht angelegt, abends ein Termin zur Mittagszeit. Es könnte auch genau anders herum sein und wäre genauso falsch oder richtig - für den Nutzer ist es aber nur verwirrend. Hier sollte Amazon schnell reagieren und das anpassen.

Alexa ist zu pingelig

Beim Stellen eines Weckers müssen sich Nutzer sehr stark an die Vorgaben von Alexa anpassen und vieles funktioniert auch gar nicht. Als wir zum Spot sagen "Alexa, stelle einen Wecker für 6 Uhr morgens von Montag bis Freitag", wird der gewünschte Wecker nicht gestellt. Wir versuchen es, indem wir alle Wochentage aufzählen, aber auch das funktioniert nicht. Alexa kennt diese Befehle einfach nicht. Wer für Montag bis Freitag einen Wecker stellen will, muss sagen "Alexa, stelle einen Wecker für 6 Uhr morgens werktags", Abweichungen davon werden nicht toleriert. Hier zeigen sich die noch vorhandenen starken Beschränkungen digitaler Assistenten.

Ein bestehender Wecker kann nicht auf Zuruf verändert werden. Sagen wir "Alexa, wecke mich morgen eine Stunde später" wird damit der bestehende Wecker nicht verändert, der Befehl wird nicht verstanden. Für einen Wecker mit Sprachsteuerung sollte das möglich sein.

Das Stellen eines Weckers etwa für Montag, Dienstag und Mittwoch funktioniert ebenfalls nicht. Wer das möchte, muss drei einzelne Wecker stellen. Für einen smarten Wecker ist es ein Armutszeugnis, dass eine so simple Funktion nicht vorhanden ist.

Zeit für Schlummermodus nicht veränderbar

Wecker können auf dem Echo Spot nur auf Zuruf gestellt werden. Wer sich das Schlafzimmer mit einer anderen Person teilt, wird einen Wecker nicht mit Sprachbefehlen einrichten wollen, wenn dort bereits jemand anderes schläft. Beim Echo Spot gibt es unverständlicherweise keine Möglichkeit, einen Wecker über das Display zu stellen. Es ist nicht einmal möglich, einen bereits gestellten Wecker am Spot-Display zu modifizieren - er kann hier nur gelöscht, aber nicht verändert werden. Das ist blamabel. Wer einen Wecker ohne Zuruf einrichten möchte, muss dann erst zum Smartphone greifen und es in der Alexa-App erledigen. Das geht aber auch mit jedem anderen Alexa-Lautsprecher ohne Bildschirm, den Echo Spot bräuchte es dafür nicht.

Wenn der Wecker gestellt ist und ertönt, kann auf Zuruf der Schlummermodus aktiviert werden, der neun Minuten läuft. Diese Zeit ist nicht veränderbar und es ist auch nicht möglich, die Schlummerdauer auf Zuruf zu verändern. Ansonsten kann der Wecker auf Zuruf ganz ausgestellt werden. Mit einem Wisch von unten nach oben über das Display lässt sich der Wecker auch wortlos deaktivieren, das wird auch auf dem Display angezeigt. Mit einem Wisch von unten nach oben kann zudem der Schlummermodus aktiviert werden - unverständlicherweise wird das nicht auf dem Display angezeigt; es ist also schon fast eine versteckte Funktion.

Uns fehlt ein USB-Anschluss

Amazon hat sich keine Mühe gegeben, die Weckerfunktionen speziell für den Echo Spot aufzuwerten. Das lässt das Produkt unfertig erscheinen. Viele der Beschränkungen würden sich mit einem Firmware-Update beseitigen lassen. Die Frage dabei ist aber, ob das passieren wird. Die Beschränkungen betreffen auch alle anderen Echo-Lautsprecher, allerdings sind diese nicht primär als Weckerersatz gedacht, so dass diese Einschränkungen weniger stark ins Gewicht fallen.

Mit dem Spot können auch Smart-Home-Komponenten mit der Sprache gesteuert werden - aber eben nur damit. Es wäre schön, wenn sich etwa eine Lampe auch über das Spot-Display umschalten ließe. Wer sich das Schlafzimmer mit einer anderen Person teilt, muss dann keine für den anderen störenden Sprachbefehle in den Raum sprechen.

Bei einem Alexa-Wecker hätten wir erwartet, dass ein USB-Anschluss vorhanden ist, um darüber den Akku eines Smartphones über Nacht aufladen zu können. Aber daran hat Amazon nicht gedacht. Auch wenn der Echo Spot etwa auf dem Schreibtisch eingesetzt wird, wäre das eine willkommene Ergänzung.

Echo Spot im Einsatz auf dem Schreibtisch

Wenn wir den Echo Spot auf dem Schreibtisch nutzen, treten die Weckerfunktionen in den Hintergrund. Hier geht es um die Frage: Was bringt uns ein Alexa-Lautsprecher mit Display? Prinzipiell sollte der Spot nicht weiter als eine Armlänge entfernt aufgestellt werden, damit Nutzer ohne Mühe alle auf dem Display erscheinenden Informationen noch erkennen können. Denn das Display ist klein und viele Statusinformationen werden nur sehr klein angezeigt. Ein Wecker oder ein laufender Timer werden nur sehr winzig ins Uhrendisplay integriert. Wenn ein Timer läuft, wird der Wecker nicht angezeigt.

Weniger Platz für Informationen

Im Vergleich zum Show zeigt sich das Resultat des kleineren Displays. Lassen wir uns das Wetter von Alexa ansagen, zeigt der Show zunächst die nächsten vier Tage auf einer Seite, beim Spot ist nach drei Tagen Schluss. Beide wechseln nach kurzer Zeit zu einer zweiten Seite, auf der die Aussichten für weitere drei Tage zu sehen sind. Wenn wir uns unsere Einkaufsliste anzeigen lassen, sind drei Einträge lesbar, beim Show sind es vier. Bei der Abfrage von Terminen zeigt das Spot-Display nur einen lesbar an; der Show hat Platz für drei Termine.

Auch beim Heraussuchen von Musik hilft das Display des Spot weniger als beim Show. Auf dem Show erscheinen drei Einträge, auf dem Spot ist nur ein Treffer zu sehen. Scrollen wir auf Zuruf auf dem Show, kommen gleich die nächsten drei. Beim Spot kann immer nur Eintrag für Eintrag vorgesprungen werden. Durch das kleine Display kann der Nutzer bei der Alexa-Nutzung nicht im gleichen Maße profitieren wie beim Echo Show. Beim Abspielen von Alben haben aber sowohl Amazon Music als auch Spotify so ihre Probleme. Zu oft werden die Alben nicht gefunden, obwohl sie im Abo enthalten sind.

Praktischer Fortschrittskreis bei Musikwiedergabe

Bei der Wiedergabe von Amazon-Music-Titeln kann der Liedtext bei Bedarf eingeblendet werden. Zudem kann mit dem Finger im Songtext gescrollt werden, um so zu einer bestimmten Stelle im Lied zu springen. Das alles ist auf dem Show angenehmer als auf dem Spot. Pfiffig gelöst ist der Ersatz für den sonst üblichen Fortschrittsbalken: Beim Spot gibt es einen Fortschrittskreis, der am Rand des Displays zu sehen ist und anzeigt, wie weit das Lied abgespielt wurde. Nutzer können darin mit dem Finger scrollen und zu einer bestimmten Textstelle springen.

Wer den Spot statt auf den Schreibtisch in die Küche stellen will, sollte bedenken, dass selbst die gut lesbaren Informationen auf dem Display ab einer Entfernung von etwa zwei Metern schon nicht mehr gut zu erkennen sind. Hier ziehen wir den Show vor, Informationen sind auch aus vier Metern Entfernung noch gut ablesbar.

Videotelefonie mit schlechtem Bild

Wie beim Show gibt es im Spot eine Kamera, die vor allem für Videotelefonate gedacht ist. Sie lässt sich in den Einstellungen einzeln abschalten und kann mit dem Zuruf "Alexa, Kamera aus" deaktiviert werden. Ansonsten geht die Kamera aus, wenn der Stummschaltknopf zum Abschalten des Mikrofons betätigt wird. Das Mikrofon kann weiterhin nicht auf Zuruf abgeschaltet werden - schade, das wäre manchmal nützlich.

Normale Anrufe und Videotelefonate sind prinzipiell nur innerhalb des Alexa-Ökosystems möglich; Amazon erlaubt keine anderen Dienste wie etwa Skype oder Hangouts. Videotelefonate lassen sich sehr bequem durchführen, es muss nur der gewünschte Kontakt angesagt werden und schon steht die Verbindung. Wer mehrere Echo-Geräte mit Display besitzt, kann auch Videotelefonate in den eigenen vier Wänden führen.

Zuschaltbar ist die Funktion Drop-in, das kann etwa sinnvoll sein, wenn damit eine Gegensprechanlage in den eigenen vier Wänden realisiert werden soll. Der angerufene Echo-Lautsprecher hebt sofort ab, wenn gesagt wird "Alexa, Drop-in auf Echo". Bei Videotelefonaten ist aus Datenschutzgründen das Videobild für die ersten zehn Sekunden nicht erkennbar.

Der Spot hat allerdings nur eine VGA-Kamera, so dass die Gegenseite das Spot-Bild nur sehr krisselig, verpixelt und mit vielen Artefakten sieht. Hier hätte es unbedingt eine bessere Kamera sein müssen, das Videotelefonat wirkt wie eines aus den Anfängen der Technik. Videotelefonie wäre eine der wenigen Funktionen, bei denen wir uns mit dem kleinen Display arrangieren könnten - wenn die Kamera nicht so schlecht wäre. Wie beim Show ist die Kamera leider fest verbaut und kann nicht gedreht werden. Wenn man am Tisch sitzt, ist das meist die richtige Position, dennoch wäre ein Schwenkmechanismus hilfreich.

Zudem kann das Spot-Display das Live-Bild einer mit dem System verbundenen Überwachungskamera anzeigen. Auf Zuruf erscheint das Kamerabild auf dem Display. So richtig sinnvoll ist das nicht verzahnt. Wenn die Kamera Bewegungen bemerkt, wird nicht automatisch das Kamerabild auf dem Spot-Display angezeigt. Damit finden wir diese Funktion wenig sinnvoll.

Videowiedergabe auf zu kleinem Display

Der Spot kann Videos aus Amazons Videostreamingdienst abspielen - wie der Show. Aber selbst das 7 Zoll große Show-Display fanden wir dafür zu klein. Auf dem Spot ist es noch schlimmer. Standardmäßig wird nur die Mitte des Films angezeigt und der Rest abgeschnitten - das ist durch das runde Display erforderlich. Das Bild kann auch verkleinert werden: Dann ist zwar das ganze Bild mit breiten Randbereichen oben und unten zu sehen, aber alles wird noch kleiner.

Wir möchten unter diesen Voraussetzungen keine Videos auf dem Spot-Display anschauen, es ist einfach viel, viel zu klein. Und wer einen Spot daheim hat, wird wohl lieber zum Smartphone greifen und darauf Videos schauen - da passen mehr Informationen drauf.

Der Zugriff auf Amazons Videostreamingdienst ist wie beim Show nicht abschaltbar. Wer kleine Kinder im Haushalt hat, läuft also Gefahr, dass diese sich darauf haufenweise Videos anschauen. Nur über die Amazon-Video-Webseite können Wiedergabebeschränkungen aktiviert werden. Dann lassen sich Videos ab 6 Jahren nur nach einer PIN-Eingabe abspielen - für Videos ohne Altersbeschränkung kann keine PIN-Abfrage gesetzt werden.

Für Youtube-Clips wäre das Spot-Display vielleicht groß genug. Aber derzeit sieht es nicht danach aus, dass die Youtube-Wiedergabe auf den Alexa-Display-Geräten jemals nach Deutschland kommt. In den USA streiten sich Amazon und Google um die Youtube-Wiedergabe auf dem Echo Show, die Google seit Anfang Dezember 2017 blockiert. Diese war kurz vor der Vorstellung des Spot ausgeschaltet worden und Amazon ersann eine Zwischenlösung, die von Google aber auch blockiert wird.

Klang etwas besser als beim Echo Dot

Klanglich liegt der Spot im Einsteigerbereich. Er gibt Höhen gut wieder, Mitten werden etwas weniger betont und aufgrund des kleinen Gehäuses gibt es kaum intensiven Bass. Klanglich ist der Spot etwas besser als der Echo Dot, Amazons Einstieg in die Alexa-Lautsprecher-Welt. Als Radiowecker ist der Klang des Spot also ausreichend. Deutlich besser ist der Klang allerdings bei den großen Echo-Lautsprechern. Wer unbedingt einen Alexa-Lautsprecher mit Display haben will und dabei Wert auf einen guten Klang legt, ist mit dem Echo Show besser bedient, hier gibt es den besten Klang von allen Echo-Lautsprechern.

Der Echo Spot hat einen 3,5-mm-Klinkenausgang, über den hochwertigere Lautsprecher angesteuert werden können. Über Bluetooth lassen sich ebenfalls externe Lautsprecher damit verbinden. Mit einer Bluetooth-Verbindung ist allerdings keine Multiroom-Audio-Nutzung mehr möglich.

Bei der Mikrofonleistung schneidet der Echo Spot ähnlich gut ab wie andere Echo-Lautsprecher, auch wenn die technische Ausstattung das nicht unbedingt erwarten ließ.

Gute Mikrofonleistung

Im Unterschied zum Show hat der Spot mit vier Mikrofonen nur halb so viele, aber das beeinträchtigt die Reaktionsfähigkeit nicht. Selbst wenn wir uns im Nebenraum aufhalten, reagiert dieser auf das Signalwort, wenn die Türen nicht verschlossen sind. Die Erkennungsleistung ist also wie bei den anderen Echo-Geräten vorbildlich gut.

Stummschaltung nicht immer gut erkennbar

Die vier Mikrofone können bei Bedarf per Knopfdruck abgeschaltet werden. Dann leuchtet der Mute-Knopf rot auf. Wenn der Spot etwa auf dem Nachttisch steht, ist die LED nicht zu erkennen. Direkt nach dem Einschalten wird das Uhrendisplay rot umrandet, das verschwindet aber aus unerfindlichen Gründen nach einer Minute wieder, so dass der Anwender nicht ohne weiteres auf Anhieb sieht, ob das Gerät stummgeschaltet ist. Ein kleines Symbol zeigt das ausgeschaltete Mikrofon ebenfalls an, ist aber erst erkennbar, wenn wir uns auf eine Armlänge dem Gerät nähern. Die Mute-Taste schaltet zugleich die eingebaute Kamera aus.

Wird die Mute-Taste etwas länger gedrückt, kann der Spot ausgeschaltet werden. Diesen Befehl gibt es bei den Echo-Lautsprechern ohne Display nicht, aber beim Echo Show. Die beiden weiteren Knöpfe dienen der Lautstärkeregelung und befinden sich auf der Oberseite des Geräts, direkt neben dem Mute-Knopf. Die Drucktasten lassen sich beim Spot weniger gut erfühlen als beim Show - das ist schade.

Bedauerlich, dass Amazon nicht auf die Idee gekommen ist, den Drehring vom ersten Echo und vom Echo Plus zu adaptieren. Bei den runden Lautsprechern sitzt der Drehring oben auf dem Gehäuse. Beim Spot könnte einer um das Display herum angebracht werden, um die Lautstärke ohne Sprachkommando auch mal schnell um mehrere Stufen erhöhen zu können. Drucktasten reagieren hier einfach langsamer.

Bedienungslogik wie beim Echo Show

Ansonsten verhält sich der Spot in allen Belangen wie der Echo Show, den wir bereits ausführlich getestet haben, wobei wir auf alle Besonderheiten auch bei der Sprachsteuerung des Displays eingegangen sind. Während der Show so eingestellt werden kann, dass das Display nach zehn Minuten abschaltet, gibt es die Möglichkeit beim Spot nicht. Das Display lässt sich nur auf Zuruf ausschalten, etwa mit "Alexa, Bildschirm aus".

Auch der Spot führt die Unsitte fort, spätestens nach 30 Sekunden zur Startseite zu wechseln. Wenn gerade etwas in den Einstellungen geändert werden soll und für 30 Sekunden nicht auf das Display getippt wird, müssen Anwender wieder den ganzen Weg zurück zu den Einstellungen machen. Das Gleiche gilt für die Musik- und Videoinhalte sowie für Skills. Wir finden diese Zeitspanne eindeutig zu kurz gewählt.

Auf die aktuellen Fähigkeiten und Beschränkungen von Alexa sind wir in einem ausführlichen Vergleichstest vom Januar 2018 eingegangen. Die dort getroffenen Aussagen gelten auch für den Echo Spot, auf dem sich auf Zuruf Termine löschen und Einträge aus der Einkaufsliste entfernen lassen. Diese Löschoption ist den Alexa-Lautsprechern mit Display vorbehalten.

Verfügbarkeit und Fazit

Der Echo Spot ist in den Farben Schwarz oder Weiß für 130 Euro verfügbar. Wer gleich zwei Echo Spot kauft, erhält diese für 220 Euro und spart somit 40 Euro.

Fazit

Der Echo Spot geht etwas am Bedarf der Kunden vorbei. Für einen smarten Wecker sind die Weckfunktionen und die Steuerungsmöglichkeiten zu eingeschränkt. Es müssen zu viele Kompromisse gemacht werden. Für einen Radiowecker müssen alle Einstellungen bei Bedarf auch über das Display möglich sein, denn im Schlafzimmer ist Sprachsteuerung nicht immer erwünscht. Das fehlt beim Spot.

Das Display sehen wir beim Echo Spot nicht als Bereicherung wie beim Echo Show. Das Spot-Display ist einfach zu klein, es passen nur wenige Informationen darauf, die aus größerer Entfernung schon nicht mehr zu erkennen sind. Und wir wollen auf dem winzigen Display auch keine Videos schauen. Wer unbedingt die Möglichkeiten des Displays ausnutzen möchte, ist mit einem Echo Show besser bedient - und erhält außerdem einen viel besseren Klang.

Der Echo Spot klingt nur minimal besser als der Echo Dot, kann also maximal zur Musikberieselung verwendet werden. Wir würden für das gleiche Geld lieber einen klanglich besseren smarten Lautsprecher kaufen als den Spot. Auch die Videotelefonfunktionen ist eher eine Enttäuschung, die eingebaute VGA-Kamera liefert nur ein sehr krisseliges Bild - absolut nicht zeitgemäß.

130 Euro ist viel Geld für einen smarten Radiowecker und bei den Weckerfunktionen gibt es noch zu viele Lücken. Außerdem vermissen wir bei einem solchen Gerät einen vollwertigen USB-Anschluss, um bei Bedarf darüber ein Smartphone laden zu können. Wir können Echo Spot zu dem Preis derzeit nicht empfehlen. Wer sich unbedingt Alexa ins Wohnzimmer holen will, ist mit einem normalen Echo-Lautsprecher besser bedient, weil er dann einen deutlich besseren Klang hat und das Gerät besser zum Musikhören nutzen kann.  (ip)


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