Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sonic-forces-offenbar-aktuellste-version-von-denuvo-geknackt-1801-132301.html    Veröffentlicht: 22.01.2018 17:38    Kurz-URL: https://glm.io/132301

Sonic Forces

Offenbar aktuelle Version von Denuvo geknackt

Fast drei Monate hat die jüngste Version von Denuvo bei Sonic Forces gehalten. Jetzt soll eine geknackte Version des Actionspiels im Netz aufgetaucht sein. Unklar ist, ob nun auch die Kopierschutzsysteme von Assassin's Creed Origins und Star Wars Battlefront 2 ausgehebelt werden können.

Anfang November 2017 hat Sega das Actionspiel Sonic Forces veröffentlicht, nun haben Cracker laut einem Bericht auf Dsogaming.com die Kopierschutzsysteme der PC-Fassung ausgehebelt und Schwarzkopien des Titels im Netz veröffentlicht. Das bedeutet vor allem, dass die aktuelle Version 4.8 der Anti-Tamper-Software Denuvo vom gleichnamigen österreichischen Hersteller geknackt ist.

Das könnte bedeuten, dass demnächst eine Reihe weiterer PC-Versionen auf einschlägigen Seiten im Netz auftaucht. Etwa zeitglich mit Sonic Forces sind unter anderem Assassin's Creed Origins, Need for Speed Payback, Star Wars Battlefront 2 und Injustice 2 erschienen, bei denen ungefähr oder genau die gleiche Version von Denuvo zum Einsatz kommt.

Zumindest bei Assassin's Creed Origins soll aber auch noch eine Virtualisierungslösung namens VM Protect zum Einsatz kommen, was möglicherweise Denuvo noch längere Zeit vor dem Fall bewahrt. Die betroffenen Firmen haben sich zu der Sache bislang nicht geäußert. Ob Sega nun eine neue Version von Sonic Forces ohne Denuvo veröffentlicht, ist ebenfalls unklar - in der Vergangenheit boten Publisher teils neue Ausgaben ihrer Spiele ohne die Software an.

Denuvo ist kein klassischer Kopierschutz, der etwa das Vervielfältigen einer Disc verhindert. Stattdessen soll die Software dafür sorgen, dass die Online-DRM-Maßnahmen von Plattformen wie Steam und Origin nicht umgangen werden. Der Hersteller bezeichnet Denuvo deshalb nicht als Kopierschutz, sondern als Anti-Tamper-Software.

Denuvo hat primär das Ziel, die Verbreitung von Schwarzkopien innerhalb der ersten paar Wochen nach Veröffentlichung eines Spiels zu verhindern, weil das am stärksten auf den Verkaufserfolg durchschlägt. Von daher dürften die Publisher mit der aktuellen Version einigermaßen zufrieden gewesen sein.

In der Vergangenheit hatte Denuvo teils mehrere Monate gehalten und bekannte Crackergruppen dazu gebracht, öffentlich an ihren Fähigkeiten zu zweifeln. In jüngster Zeit war die Software aber mehrfach relativ schnell geknackt worden, bei dem im Oktober 2017 veröffentlichten Actionspiel Mittelerde - Schatten des Krieges sogar innerhalb weniger Stunden.  (ps)


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