Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/us-wahl-2016-twitter-findet-weitere-russische-manipulationskonten-1801-132272.html    Veröffentlicht: 20.01.2018 12:26    Kurz-URL: https://glm.io/132272

US-Wahl 2016

Twitter findet weitere russische Manipulationskonten

Die Zahl der von einer russischen Agentur geführten Konten auf Twitter ist gestiegen: Das soziale Netzwerk hat mehr als 1.000 weitere Profile entdeckt, die zur US-Präsidentschaftswahl 2016 mit Tweets die Stimmung in den USA beeinflusst haben sollen.

Twitter hat nach einer neuen Untersuchung zahlreiche weitere aus Russland gesteuerte Accounts gefunden, die zur US-Präsidentenwahl 2016 die öffentliche Meinung in den USA manipulieren sollten. Die Zahl der entdeckten Profile mit Verbindung zur sogenannten Internet Research Agency aus St. Petersburg sei um 1.062 auf 3.814 gestiegen, teilte der Kurznachrichtendienst am 19. Januar 2017 mit.

Betroffene Nutzer sollen kontaktiert werden

Die Profile hätten insgesamt knapp 176.000 Tweets abgesetzt. Die Internet Research Agency gilt seit Jahren als Basis für russische Kampagnen in sozialen Medien. Die russische Regierung hatte alle Vorwürfe der Einmischung stets zurückgewiesen.

Nun sollen fast 678.000 Personen in den USA, die während des Wahlkampfs einem der fingierten Konten folgten oder deren Beiträge retweetet oder gelikt hatten, per E-Mail unterrichtet werden. In von Twitter veröffentlichten Beispiel-Tweets wurde etwa der Rücktritt des damaligen FBI-Chefs James Comey gefordert oder gegen Polizeigewalt in den USA protestiert. Die Tweets folgten damit dem bisher bekannten Muster, Spannungen zwischen politischen und ethnischen Gruppen in den USA zu schüren.

Nachrichten wurden mit Bot-Netzwerk weiterverteilt

Außerdem habe Twitter weitere 13.500 automatisierte Accounts entdeckt, die verwendet worden seien, um die Beiträge breiter zu streuen. Insgesamt kommt Twitter nun auf über 50.000 solcher Bot-Profile. Der US-Kongress geht der Rolle der Twitter- und Facebook-Profile mit Verbindung zu Russland im US-Wahlkampf nach und fordert dazu Daten der Unternehmen ein.  (tk)


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