Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/bundesnetzagentur-wenn-defekte-netzteile-die-datenrate-verlangsamen-1801-132147.html    Veröffentlicht: 12.01.2018 15:15    Kurz-URL: https://glm.io/132147

Bundesnetzagentur

Wenn defekte Netzteile die Datenrate verlangsamen

Die Bundesnetzagentur schickt ihren Prüf- und Messdienst häufig aus, wenn defekte Netzteile das Internet stören. Sie treffen auf ungeschirmte DSL-Leitungen.

Der Prüf- und Messdienst der Bundesnetzagentur hat im Jahr 2017 in rund 5.200 Fällen Funkstörungen und elektromagnetische Unverträglichkeiten vor Ort gefunden und beseitigt. Das gab die Bundesnetzagentur am 12. Januar 2018 bekannt. Der Dienst verbesserte bei fast 1.000 Nutzern die Datenübertragungsrate von DSL-Anschlüssen. Mangelhafte oder defekte Netzteile in Haushalten oder in der Nachbarschaft verursachen elektromagnetische Strahlungen, die die Übertragungsrate verlangsamen.

Laut einer Anfrage des Grünen-Abgeordneten Friedrich Ostendorff an die Bundesregierung, die am 20. Dezember 2017 beantwortet wurde, können "Beeinträchtigungen im Nahbereich durch abgestrahlte Störfelder verursacht werden, die auf ungeschirmte DSL-Leitungen im eigenen oder nachbarlichen Haushalt einwirken. Störungen können aber auch durch Störspitzen verursacht werden, die durch Rückwirkung des Netzteils ins Stromnetz eingespeist werden und sich auch auf benachbarte Häuser auswirken können."

Störspitzen im Stromnetz

Da in Haushalten Leitungen für das Stromnetz und TK-Leitung häufig parallel geführt würden, könnten Störspitzen im Stromnetz auf DSL-Leitungen einstrahlen. Die Entwicklung der Störungsmengen der vergangenen Jahre korreliert nach Erkenntnissen der Bundesnetzagentur mit dem bundesweiten Breitbandausbau.

Die Störanfälligkeit wachse mit steigender Datenrate der DSL-Anschlüsse. Probleme bereiteten hier vorwiegend in Häusern verwendete ungeschirmte Leitungen.

Rund 800 Störungen betrafen sicherheitsrelevante Bereiche wie den Flugfunk, den Funkverkehr von Rettungsdiensten, Feuerwehr und Polizei und den Bahnfunk. Der Prüf- und Messdienst der Bundesnetzagentur ist an 19 Standorten im Bundesgebiet vertreten, um Funkstörungen zu beheben.  (asa)


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