Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/xperia-xa2-ultra-im-hands-on-der-preis-ist-nicht-heiss-1801-132041.html    Veröffentlicht: 09.01.2018 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/132041

Xperia XA2 Ultra im Hands on

Sonys Preis ist nicht heiß

Sonys neues Xperia XA2 Ultra sieht gut aus, hat ein gutes Mittelklasse-SoC und eine ungewöhnliche duale Frontkamera. Damit hat es eigentlich alles, um im heiß umkämpften Mittelklassemarkt gut ankommen zu können. Sonys Preisvorstellungen machen diese Chance allerdings zunichte.

Auf der diesjährigen Elektronikmesse CES hat Sony kein neues Top-Smartphone vorgestellt, sondern die beiden Mittelklasse-Geräte Xperia XA2 und XA2 Ultra sowie das Einsteiger-Smartphone Xperia L2. Das Xperia XA2 ist von den drei Geräten das interessanteste, was vor allem an der dualen Frontkamera mit Blitz liegt.

Golem.de hat sich das Smartphone auf der Messe in einem ersten Hands On angeschaut. Der positive Eindruck bestätigt sich dabei, aufgrund des Preises wird das Gerät aber wahrscheinlich gegen die Konkurrenz im gehobenen Mittelklasse-Segment keine Chance haben - ebenso wenig wie gegen manche Topgeräte.

Das Xperia XA2 sieht auf den ersten Blick wie ein typisches Sony-Smartphone der letzten Jahre aus: Der japanische Hersteller hat auf ein Facelifting verzichtet, entsprechend kommt das Gerät mit breiten Display-Rändern. Das wirkt auf uns nicht mehr zeitgemäß und macht das 6-Zoll-Gerät unnötig groß - die Maße betragen 163 x 80 x 9,5 mm, das Gewicht liegt bei stattlichen 221 Gramm. Dass große Smartphones nicht zwingend große Gehäuse brauchen, machen Hersteller wie Xiaomi oder Huawei vor.

Full-HD-Display und Snapdragon 630

Die Auflösung des Displays liegt bei 1.920 x 1.080 Pixeln, Sony baut keinen 2:1-Bildschirm ein. Die Farbwiedergabe ist auf den ersten Blick gut, ebenso die Blickwinkelstabilität. Im Inneren arbeitet Qualcomms Snapdragon-630-SoC, das eine maximale Taktrate von 2,2 GHz hat. Die Benutzeroberfläche läuft entsprechend flüssig, dank der 4 GByte Arbeitsspeicher sind auch App-Starts kein Problem.

Bei der Hauptkamera setzt Sony auf das bereits von anderen Modellen bekannte 23-Megapixel-Modul, das Objektiv hat eine maximale Blendenöffnung von f/2.0. Die mit der Kamera aufgenommenen Bilder machen einen guten Eindruck, auf einem größeren Bildschirm betrachten konnten wir die Fotos allerdings nicht.

Dual-Kamera auf der Vorderseite

Eine Dual-Kamera verbaut Sony auf der Rückseite des Xperia XA2 Ultra nicht - dies hat sich der Hersteller für die Vorderseite aufgehoben. Das Xperia XA2 Ultra hat zwei Frontkameras mit unterschiedlichen Brennweiten: Das Weitwinkelobjektiv hat 8 Megapixel und eignet sich für Gruppenaufnahmen, das zweite Objektiv eignet sich dank längerer Brennweite für Einzelporträts. Dort liegt die Auflösung bei 16 Megapixeln, zudem hat Sony hier einen optischen Bildstabilisator verbaut.

Wir können mit Hilfe zweier Schaltflächen zwischen den beiden Frontkameras umschalten. Bei schlechter Beleuchtung steht uns ein LED-Blitzlicht zur Verfügung, was bei den meisten Smartphones nicht zur Standardausstattung gehört. Schon der erste Eindruck von der Bildqualität ist beim Porträtobjektiv besser als bei der Weitwinkelkamera.

Auslieferung mit Oreo

Das Xperia XA2 Ultra hat wahlweise 32 oder 64 GByte Flash-Speicher, ein Steckplatz für Micro-SD-Karten ist eingebaut. Das Smartphone wird mit Android 8.0 alias Oreo ausgeliefert. Die Benutzeroberfläche hat einige Apps vorinstalliert, unterscheidet sich insgesamt aber nicht mehr so stark von Stock-Android wie es bei Sony noch vor ein paar Jahren der Fall gewesen ist.

Der Akku des Xperia XA2 Ultra hat eine Nennladung von 3.580 mAh, was eine recht lange Laufzeit ermöglichen sollte. Auch auf Nachfrage konnte Sony keine Angaben zur durchschnittlichen Laufzeit machen. Der Akku ist dank Quickcharge 3.0 schnellladefähig.

Fazit

Das Xperia XA2 Ultra hat eigentlich alles, was ein gutes Smartphone der gehobenen Mittelklasse braucht: Mit dem Snapdragon 630 ist ein für die alltägliche Nutzung und auch für die meisten Spiele ausreichend starkes SoC eingebaut, der Speicher ist ebenfalls ausreichend. Das Display macht auf uns einen guten Eindruck, und mit der dualen Frontkamera hat das Smartphone ein Alleinstellungsmerkmal.

Wir können uns allerdings nur schwer vorstellen, dass das Xperia XA2 Ultra ein erfolgreiches Smartphone werden wird. Das Gerät ist mit 450 Euro schlicht zu teuer. Gute Mittelklasse-Smartphones sind aktuell schon für 300 bis 350 Euro erhältlich, bei 450 Euro bewegen wir uns bereits im Preisbereich kürzlich vorgestellter Top-Geräte.

Das leistungsfähigere LG G6 beispielsweise kostet mittlerweile nur noch um die 415 Euro. Wer große Displays mag, findet mit dem Honor View 10 eine nur 50 Euro teurere 6-Zoll-Alternative. Die Dual-Frontkamera des Xperia XA2 Ultra ist für uns kein Ausgleich für die - verglichen mit der nicht sehr viel teureren Konkurrenz - insgesamt schlechteren Ausstattung.  (tk)


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