Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/raven-ridge-amd-bringt-desktop-und-neue-mobile-apus-1801-131998.html    Veröffentlicht: 08.01.2018 06:00    Kurz-URL: https://glm.io/131998

Raven Ridge

AMD bringt Desktop- und neue Mobile-APUs

AMD erweitert das Portfolio von Ryzen Mobile um preisgünstigere Modelle und veröffentlicht zwei Desktop-Chips für den Sockel AM4. Die Grafikleistung soll über der der Intel-Konkurrenz liegen.

AMD hat neue Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit vorgestellt. Konkret handelt es sich um weitere Ryzen Mobile für (Business-)Notebooks und die ersten Ryzen-APUs für Desktopsysteme. Intern laufen die Chips als Raven Ridge, sie kombinieren vier Zen-CPU-Kerne mit einer Vega-GPU und DDR4-Speicher.

Bisher gibt es bereits die Ryzen Mobile 7 und die Ryzen Mobile 5, daher war zu erwarten, dass AMD noch Ryzen Mobile 3 veröffentlichen wird. Dabei handelt es sich um den Ryzen Mobile 3 2300U und den Ryzen Mobile 3 2200U, die sich allerdings stark unterscheiden: Der 2300U hat vier Kerne ohne Simultaneous Multithreading und sechs Compute Units, was 384 Shader-ALUs entspricht. Der 2200U wiederum weist zwei aktive Kerne mit SMT für vier Threads auf, er nutzt aber nur drei Compute Units und somit 192 Grafikkerne.

Im zweiten Quartal 2018 sollen die Ryzen Pro Mobile erscheinen, also APUs für Business-Notebooks. Typische Geräte kommen von HP, wir erwarten einen Nachfolger des Elitebook 725 G4 (Test) im Frühsommer. AMD plant drei Modelle der Ryzen Pro Mobile, sie entsprechen von der Geschwindigkeit her den regulären Ryzen Mobile. Einzig der Dualcore fällt weg, da der Hersteller allen Business-Partnern ein Mindestmaß an Performance anbieten will.

Die Ryzen Pro Mobile weisen Sicherheitstechniken wie den integrierten PSP (Platform Security Processor), der Intels Management-Engine ähnelt und für unter anderem TPM 2.0 verwendet wird, und die TSME (Transparent Secure Memory Encryption), die den Arbeitsspeicher verschlüsselt, auf. Zudem sollen die Chips mindestens 24 Monate verfügbar sein, die Systeme unterstützen Secure Boot und lassen sich per Dash-Schnittstelle fernwarten.

Raven Ridge erscheint für Desktop

Für den Sockel AM4 gibt es bisher die Ryzen-CPUs, etwa den Ryzen 5 1600X (Test), und die älteren, Bristol Ridge genannten APUs wie den A12-9800 (Test). Ab 12. Februar 2018 wird AMD im Desktop-Segment ebenfalls Raven Ridge verkaufen, diese Chips werden durch ein G-Suffix gekennzeichnet. Vorerst wird es zwei Modelle geben, den Ryzen 5 2400G und den Ryzen 3 2200G, beide haben offene Multiplikatoren für Overclocking von CPU, iGPU und RAM. Obendrein unterstützen sie DDR4-2933, was wichtig für die Grafikeinheit ist.

Der Ryzen 5 2400G ist ein Vollausbau von Raven Ridge, denn er hat vier Zen-CPU-Kerne mit SMT und eine Vega-Grafikeinheit mit elf Compute Units, sprich 704 ALUs. Der Chip wird für 170 US-Dollar vor Steuern verkauft. Beim Ryzen 3 2200G schaltet AMD das SMT ab und reduziert den Takt leicht, die GPU hat zudem nur noch acht aktive Shader-Cluster und somit 512 aktive Grafikkerne. Dieser Prozessor kostet 100 US-Dollar. AMD sieht beide Ryzen-G-Modelle bei der CPU-/GPU-Rechengeschwindigkeit vor Intels Core i3.

Die thermische Verlustleistung der SKUs liegt bei 65 Watt, per Custom-TDP sind aber auch wieder 45 Watt für kleine Wohnzimmer-PCs möglich. Zusammen mit Raven Ridge für Desktops soll im Februar 2018 der Grafiktreiber fertig sein, der HDR (High Dynamic Range) bei etwa Netflix mit 4K unterstützt. Der Ryzen 5 2400G und der Ryzen 3 2200G ersetzen faktisch den Ryzen 5 1500 und den Ryzen 3 1200, da sie weniger kosten und schneller rechnen.

Offenlegung: Golem.de hat auf Einladung von AMD an der Präsentation in Las Vegas teilgenommen. Die Reisekosten wurden zur Gänze von AMD übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.  (ms)


Verwandte Artikel:
Radeon Software 19.2.3: AMD-Treiber macht Raven Ridge endlich flotter   
(28.02.2019, https://glm.io/139716 )
Ryzen 5 3400G und Ryzen 3 3200G im Test: Picasso passt   
(06.08.2019, https://glm.io/142872 )
Prime A320I-K: Asus hat günstigste Mini-ITX-Platine für Ryzen 3000G   
(15.07.2019, https://glm.io/142550 )
DeskMini A300 im Test: Asrocks 2-Liter-Ryzen-Barebone überzeugt   
(20.05.2019, https://glm.io/141174 )
AMD Picasso: Ryzen Pro 3000 sind für Business-Notebooks   
(08.04.2019, https://glm.io/140518 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/