Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/kriminalitaet-mann-erpresst-firma-mit-hack-um-job-zu-bekommen-1801-131915.html    Veröffentlicht: 02.01.2018 11:48    Kurz-URL: https://glm.io/131915

Kriminalität

Mann droht Firma mit Hack, um Job zu bekommen

"Feuert sie und stellt mich ein oder werdet stückchenweise vernichtet": Ein Mann hat in den USA einer Softwarefirma mit einem Hack gedroht, um eingestellt zu werden. Statt eines neuen Jobs bekam er jedoch eine Gefängnisstrafe.

Ein Mann ist in den USA zu 37 Monaten Gefängnis verurteilt worden, nachdem er ein Softwareunternehmen erpresst hat. Der 28-Jährige drohte TSI Healthcare mit einem Hacking-Angriff, sollte es nicht eine Mitarbeiterin entlassen und ihn dafür einstellen, wie das Onlinemagazin Bleepingcomputer berichtet.

In einer E-Mail aus dem April 2016 schrieb der Mann dem Bericht zufolge: "Ich gebe euch zwei Möglichkeiten, TSI Healthcare. Entweder entlasst ihr sie und ersetzt sie durch mich, einen 100-mal besseren Fachmann. Oder ich werde eure gesamte Firma zusammen mit meinen Kameraden mit einer Cyber-Attacke ausschalten."

Aus der E-Mail geht hervor, dass der 28-Jährige schon länger Rachegefühle gegen die Frau hegte. Er habe sich mehrere Male für einen Job bei TSI Healthcare beworben und sei jedes Mal von der Betroffenen abgelehnt worden, schreibt er. Der Grund: keine nachweisbare Karrierelaufbahn. Er bezeichnete die Mitarbeiterin als "schrecklich". Sie arbeite mit einem aufgeblasenen Budget.

Art des Hackerangriffs bleibt unbekannt

Wie genau er die Firma angreifen würde, schrieb der Mann nicht, behauptete aber, er habe mehrere Tests gegen das Unternehmensnetzwerk ausgeführt und diverse Sicherheitslücken gefunden. Er gab der Firma 72 Stunden, um den Forderungen nachzukommen.

Erst im August 2017 konnte das FBI den Erpresser aufspüren und festnehmen. Nach Ermittlungen der Polizeibehörde hatte der Mann nicht nur mit dem Hack gedroht, sondern auch damit, eine Waffe zu kaufen und Mitarbeiter des Unternehmens zu erschießen, falls er nicht eingestellt würde. Dieser Punkt war jedoch nicht Teil der Anklage, da darüber eine Verständigung erzielt wurde. Ein Gericht in North Carolina verurteilte den Mann nun zu 37 Monaten Gefängnis. Danach wird er drei Jahre lang unter Aufsicht gestellt.  (on)


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