Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/iphone-drosselung-klaeger-fordern-von-apple-999-milliarden-us-dollar-1712-131881.html    Veröffentlicht: 28.12.2017 13:50    Kurz-URL: https://glm.io/131881

iPhone-Drosselung

Kläger fordern von Apple 999 Milliarden US-Dollar

Mehrere Sammelklagen wurden in den USA gegen Apple eingereicht. Eine der Klagen verlangt von Apple 999 Milliarden US-Dollar. Grund der Klagewelle ist Apples Eingeständnis, gezielt iPhones mit älteren Akkus zu verlangsamen.

Apple sieht sich mit immer neuen gerichtlichen Auseinandersetzungen konfrontiert. In den USA sind bereits knapp zehn Sammelklagen bekannt. Eine davon wurde im US-Bundesstaat Kalifornien eingereicht. Darin wird von Apple Schadensersatz von 999 Milliarden US-Dollar gefordert, berichtet Patently Apple. Begründet wird die hohe Summe damit, dass iPhone-Besitzer von Apple bewusst getäuscht worden seien und Kunden daher neue Modelle gekauft haben, ohne dass dies notwendig gewesen wäre.

Geekbench hat Gebahren von Apple aufgedeckt

Die Klagewelle geht auf Apples Eingeständnis zurück, dass der Hersteller ganz bewusst iPhones mit älteren Akkus verlangsamt. Das wurde vom Benchmark-Anbieter Geekbench bekannt gemacht und Apple hat dies dann eingestanden. Demnach wurde eine solche künstliche Drosselung der Prozessorgeschwindigkeit 2016 beim iPhone 6, iPhone 6s und iPhone SE eingeführt. Mittlerweile ist sie auch für das iPhone 7 aktiviert worden.

Die künstliche Drosselung des Prozessors war jeweils Bestandteil einer neuen iOS-Version, und Apple hat diese Funktion zuvor nicht offiziell dokumentiert. Beim iPhone 6 und iPhone 6S solle damit der Fehler beseitigt werden, dass die Smartphones sich unvermittelt bei extremen Temperaturen abschalteten.

Apple will Kunden damit nicht zum Geräteneukauf zwingen

Apple widerspricht der Vermutung, dass damit Kunden gezwungen werden sollen, neue iPhones zu kaufen, weil die alten Modelle für die Gerätebesitzer zu langsam geworden sind. Betroffene Kunden könnten den alten Akku gegen einen neuen austauschen - gegen Bezahlung. Dann läuft der iPhone-Prozessor wieder mit maximaler Leistung. Diese Möglichkeit wurde aber erst dadurch bekannt, dass Geekbench den Fall aufgedeckt und mit Messwerten belegt hatte.

Künftig soll die Prozessordrosselung auch bei weiteren iPhone-Modellen vorgenommen werden, wenn der fest verbaute Akku nach Ansicht von Apple zu alt ist. Apple sagte aber bislang nicht, mit welcher iOS-Version diese Drosselung bei den aktuellen Modellen iPhone 8 und iPhone X aktiviert wird.  (ip)


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