Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lohn-wieder-streiks-im-weihnachtsgeschaeft-bei-amazon-1712-131834.html    Veröffentlicht: 22.12.2017 14:30    Kurz-URL: https://glm.io/131834

Lohn

Wieder Streiks im Weihnachtsgeschäft bei Amazon

Heute wird an drei Amazon-Standorten gestreikt. Auch nach Weihnachten geht der Ausstand weiter.

An den drei Amazon-Standorten Koblenz, Leipzig und Graben bei Augsburg wird heute gestreikt. Das gab das Unternehmen am 22. Dezember 2017 bekannt. Die Gewerkschaft Verdi hat zu der Arbeitsniederlegung aufgerufen. Lagerarbeiter bei Amazon Bad Hersfeld streiken zudem zwischen Weihnachten und Neujahr an mehreren Tagen.

Nach Weihnachten ist die Zeit des Umtauschs von Geschenken und des Einlösens von Gutscheinen. Hier träten Beschäftigte in den beiden Versandzentren in Bad Hersfeld vom 27. bis 30. Dezember in den Streik, sagte Verdi-Streikleiterin Mechthild Middeke.

Amazon-Sprecher Stephan Eichenseher sagte Golem.de: "Amazon ist gut vorbereitet, und selbst Unwägbarkeiten wie schlechtes Wetter sind bereits einkalkuliert. Die Gewerkschaft Verdi hat an mehreren Amazon-Logistikstandorten zum Streik aufgerufen. Der Streik hat keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Kundenversprechens, denn die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal." Tatsächlich sind pro Standort immer einige hundert Lagerarbeiter an den Streiks beteiligt. Im September 2017 nahmen an einem Streik an vier Standorten laut Verdi-Sprecherin Franziska Brandstädter etwa 1.300 Arbeiter teil.

Verdi: Bezos Reichtum aus der Arbeit der Beschäftigten

"Wesentlich den Beschäftigten bei Amazon hat es der Firmengründer Jeff Bezos zu verdanken, dass er mittlerweile der reichste Mensch der Welt ist. Aber genau diejenigen, die maßgeblich dazu beigetragen haben, sollen nicht nur zu Weihnachten, sondern auch später im Alter leer ausgehen", erklärte Thomas Gürlebeck, Verdi-Streikleiter in Graben. "Aber solange nach Gutsherrenart entschieden wird, was angeblich das Beste für die Beschäftigten ist, werden wir weiter für die tarifliche Existenzsicherung kämpfen."

Den Beschäftigten geht es seit Mai 2013 um eine etwas höhere Bezahlung, Urlaubsgeld und tarifliches Weihnachtsgeld durch einen Tarifvertrag sowie bessere Arbeitsbedingungen. Urlaubsgeld fehlt bei Amazon komplett, und das Weihnachtsgeld ist deutlich niedriger als die tariflichen 1.058 Euro. Amazon verweigerte von Anfang an hartnäckig Gespräche mit Verdi. Der Sprecher betonte, Amazon habe eine offene Unternehmenskultur und kommuniziere ständig direkt mit den Mitarbeitern und Betriebsräten.  (asa)


Verwandte Artikel:
Umzug: Streik am Amazon-Standort Werne   
(05.03.2018, https://glm.io/133148 )
Lohn: Streik bei Amazon an zwei Standorten   
(13.12.2017, https://glm.io/131647 )
Auch Italien: Amazon-Streik am Black Friday an sechs Standorten   
(24.11.2017, https://glm.io/131317 )
Cyber Monday: Streiks an drei Amazon-Standorten   
(23.11.2017, https://glm.io/131297 )
Tarifvertrag: Streik bei Amazon geht nach 26-Cent-Lohnerhöhung weiter   
(02.10.2017, https://glm.io/130378 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/