Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/linux-ubuntu-17-10-verursacht-schwere-bios-fehler-1712-131808.html    Veröffentlicht: 21.12.2017 14:25    Kurz-URL: https://glm.io/131808

Linux

Ubuntu 17.10 verursacht schwere Bios-Fehler

Unter bestimmten Umständen zerstört die Desktop-Ausgabe des aktuellen Ubuntu 17.10 das Bios vor allem (aber nicht nur) von Lenovo-Rechnern. Aus diesem Grund hat Canonical das Installationsmedium vorübergehend von seinen Seiten genommen.

Wer sich Ubuntu 17.10 in der Desktop-Variante herunterladen möchte, findet auf der entsprechenden Download-Seite derzeit nur einen Hinweis auf einen sehr schwerwiegenden Fehler, der das Bios von Laptops beschädigen kann. Betroffen sind laut dem entsprechenden Bug-Report bislang vor allem folgende Rechner:

Lenovo B40-70, Lenovo B50-70, Lenovo B50-80, Lenovo Flex-3, Lenovo Flex-10, Lenovo G40-30, Lenovo G50-70, Lenovo G50-80, Lenovo S20-30, Lenovo U31-70, Lenovo Y50-70, Lenovo Y70-70, Lenovo Yoga Thinkpad (20C0), Lenovo Yoga 2 11" - 20332, Lenovo Z50-70, Lenovo Z51-70, Lenovo ideapad 100-15IBY, Acer Aspire E5-771G, Acer Travelmate B113, Toshiba Satellite S55T-B5233, Dell Insperion (mit Insyde Software Bios)

Auf den genannten Rechnern zerstört Ubuntu 17.10 Desktop die Firmware derart, dass sich dessen Einstellungen nicht mehr speichern lassen. Des Weiteren lässt sich der Computer nicht mehr von einem USB-Gerät booten. Die obige Liste führt nur die Rechner auf, die den Ubuntu-Entwicklern bekannt sind. Der Fehler kann folglich auch noch auf anderen Geräten auftreten.

Firmware schwer beschädigt

Der Fehler tritt meist nach der Installation von Ubuntu auf, es gibt jedoch auch Berichte, dass bereits der Start des Live-Systems die Firmware zerstörte. Eine Reparatur ist in der Regel nicht möglich. Betroffenen Anwendern bleibt derzeit nur, das System auf eigene Kosten an Lenovo zu senden und dort mit neuer Firmware beziehungsweise einer neuen Hauptplatine ausstatten zu lassen.

Auslöser für die Zerstörung ist laut Bug-Report die Intel-SPI-Treiberfamilie in Linux. Ubuntu aktiviert sie im Kernel, obwohl die Treiber offenbar nicht für den Einsatz auf Endkundengeräten geeignet sind. Sofern dies tatsächlich die Ursache ist, könnten davon natürlich auch andere Distributionen beziehungsweise Systeme betroffen sein.

Die Ubuntu-Entwickler erstellen derzeit ein neues ISO-Image. Sobald die entsprechenden Tests abgeschlossen sind, wird die Desktop-Ausgabe von Ubuntu 17.10 wieder erhältlich sein.  (tsm)


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