Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/facebook-haelfte-der-deutschen-nutzer-verwendet-die-app-nicht-1712-131766.html    Veröffentlicht: 20.12.2017 10:56    Kurz-URL: https://glm.io/131766

Facebook

Hälfte der deutschen Nutzer verwendet die App nicht

Facebook sieht sich nicht als marktbeherrschend und halte sich an die deutschen Datenschutzgesetze. Das Bundeskartellamt habe ein fehlerhaftes Bild des sozialen Netzwerks.

Facebook hat der Einschätzung im Facebook-Verfahren des Bundeskartellamts widersprochen. Yvonne Cunnane, Leiterin Datenschutz bei Facebook Irland erklärte: "Der vorläufige Bericht des Bundeskartellamts zeichnet ein fehlerhaftes Bild von Facebook. Obwohl Facebook in Deutschland beliebt ist, dominieren wir den deutschen Markt nicht. Wir sind lediglich ein Teil der Dienste, die Menschen in Deutschland nutzen, um miteinander zu interagieren."

Der Durchschnittsnutzer verwende sieben unterschiedliche Social-Media-Apps oder -Dienste - das sind doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. Die Hälfte der deutschen Internetnutzer verwende Facebook nicht einmal zusätzlich zu anderen Apps, sondern nutze den Service überhaupt nicht. Einige Apps und Funktionen, die nicht erfolgreich waren, wurden eingestellt, darunter Slingshot, Paper und Rooms. Hohe Investitionen seien für die Video-Funktion nötig gewesen.

Cunnane erklärte: "Selbstverständlich befolgen wir die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), wenn diese im Mai 2018 in Kraft tritt, so wie wir seit vielen Jahren andere europäische Datenschutzgesetze befolgen. Wir werden in den kommenden Monaten zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten einführen und Nutzer noch umfassender darüber informieren, wie wir ihre Privatsphäre und ihre Sicherheit gewährleisten." Facebook sei zuversichtlich, die vom Bundeskartellamt aufgeworfenen Fragen damit beantworten zu können.

Kartellamtschef Andreas Mundt hatte Facebook als marktbeherrschend und das Sammeln und Verwerten von Daten aus Drittquellen ist missbräuchlich bezeichnet. Missbräuchlich sei, dass das Unternehmen die Nutzung des sozialen Netzwerks davon abhängig mache, unbegrenzt jegliche Art von Nutzerdaten aus Drittquellen zu sammeln und mit dem Facebook-Konto zusammenzuführen.  (asa)


Verwandte Artikel:
Rechtsstreit: Blackberry verklagt Facebook wegen Messaging-Patenten   
(07.03.2018, https://glm.io/133189 )
Bundeskartellamt: Facebooks Datensammlung ist missbräuchlich   
(19.12.2017, https://glm.io/131756 )
IMHO: Sichert Firmware endlich nachprüfbar ab!   
(21.01.2015, https://glm.io/111826 )
HSTS: Facebook verschlüsselt alle ausgehenden Links, wenn möglich   
(06.03.2018, https://glm.io/133157 )
Netzwerkdurchsetzungsgesetz: Viel weniger Beschwerden als erwartet   
(03.03.2018, https://glm.io/133125 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/