Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/alexa-geraete-und-ihre-konkurrenz-der-perfekte-smarte-lautsprecher-ist-nicht-dabei-1712-131519.html    Veröffentlicht: 07.12.2017 12:02    Kurz-URL: https://glm.io/131519

Alexa-Geräte und ihre Konkurrenz im Test

Der perfekte smarte Lautsprecher ist nicht dabei

Wir haben zwölf smarte Lautsprecher mit Alexa oder dem Google Assistant getestet und waren überrascht, wie schwer es für einige Firmen aus der Hi-Fi-Branche ist, den Echo-Geräten Paroli zu bieten. Zwei Modelle, die nicht einmal so teuer sind, haben es dann aber doch geschafft.

Die Auswahl bei smarten Lautsprechern ist in den vergangenen Wochen viel größer geworden. Amazon hat zwei neue Modelle auf den Markt gebracht und bietet mit dem Echo Show auch eins mit integriertem Display an. Von Google ist der Home Mini dazugekommen, der sich als überraschend würdiger Einstieg in die Welt smarter Lautsprecher entpuppt. Aber es gibt längst nicht nur die Geräte von Amazon und Google; beide Unternehmen stellen ihre digitalen Assistenten Alexa respektive Google Assistant anderen Herstellern zur Verfügung, damit diese eigene damit ausgestattete Produkte auf den Markt bringen können.

Es geht um guten Klang

Die Konkurrenz will sich vor allem durch eine bessere Klangqualität von Amazon- und Google-Lautsprechern abheben, glänzt aber auch durch Sonderfunktionen wie Akkubetrieb oder ein wasserdichtes Gehäuse. Wir haben uns neben vier neuen Modellen von Amazon und Google acht Geräte anderer Hersteller angeschaut und angehört. Darunter waren zwei, die endlich einen ordentlich hämmernden Bass liefern.

Mit dabei ist Googles preisgünstiger Einstieg in den Bereich smarter Lautsprecher, der Google Home Mini. Der große Echo-Lautsprecher hat von Amazon mit dem Echo 2 einen Nachfolger bekommen, der in einem kleineren Gehäuse sitzt und deutlich billiger ist. Mit dem Echo Plus gibt es den ersten smarten Lautsprecher mit eingebautem Smart-Home-Hub. Zum klanglichen Vergleich haben wir auch den Echo Show mit herangezogen, der als weitere Besonderheit ein Display hat. Auf die Alexa-Möglichkeiten auf einem Display sind wir bereits ausführlich in einem separaten Test eingegangen.



Außerdem haben wir uns smarte Lautsprecher mit Akkubetrieb vorgenommen, die in einem wasserdichten Gehäuse untergebracht sind. Dazu zählen der Blast und Megablast von Ultimate Ears sowie der Link 20 von JBL. Mit dem Moto Smart Speaker ist auch ein Lautsprechermodul speziell für Lenovo-Smartphones der Moto-Z-Modellreihe dabei. Der LF-S50G von Sony wird als einziger Testteilnehmer auch mit Luftgesten gesteuert.

Die größten Lautsprecher sind von Onkyo und Sonos

Besonders gespannt waren wir auf den Sonos One und den Onkyo G3, die beide ein großes Gehäuse und damit das Potenzial haben, den besten Klang im Testfeld zu liefern.



Einige der zur Ifa 2017 präsentierten Lautsprecher wie etwa der Panasonic GA10 mit Google Assistant, der Alexa-Lautsprecher Allure von Harman Kardon oder der Link 300 von JBL erscheinen erst Anfang nächsten Jahres.

In einer Disziplin blieben die Echo-Lautsprecher weiterhin ungeschlagen und brauchen die Konkurrenz nicht zu fürchten. Kein anderer Testteilnehmer hatte so empfindliche Mikrofone. Vor allem Google macht den Herstellern hier das Leben unnötig schwer.

Einen sehr preisgünstigen Einstieg in die Welt smarter Lautsprecher macht der Home Mini von Google möglich.

Home Mini: überraschend guter Klang

Mit dem Home Mini bietet Google eine Konkurrenz zu Amazons Echo Dot und den mit Abstand preisgünstigsten smarten Lautsprecher im Test. Der Echo Dot nutzt Alexa und die Mikrofone sind hochempfindlich, so dass das Gerät auf Zuruf sofort reagiert. Die Musikwiedergabe ist damit jedoch kein Vergnügen; der Klang wirkt sehr dumpf und muffig, Höhen kommen nicht klar rüber und der kleine Puck hat Mühe, den Raum mit Klang auszufüllen. Für die Musikwiedergabe ist er eher nicht zu gebrauchen.



Dass die bescheidene Klangqualität des Echo Dot nichts mit der geringen Gehäusegröße zu tun hat, beweist Google mit dem Home Mini eindrucksvoll: Höhen werden ordentlich wiedergegeben, Stimmen sind gut zu verstehen. Der Mittenbereich ist allerdings nicht sonderlich ausgeprägt. Trotzdem genügt der Klang für ein angenehmes Musikerlebnis. Der Home Mini schneidet schlechter ab als alle anderen Lautsprecher im Testfeld mit einem größere Gehäuse, die so einen voluminöseren Klang liefern.

Unpraktischer Schalter beim Home Mini

Der Lautsprecher hat nur eine sichtbare Taste - zum Stummschalten des Mikrofons. Einen Ein-Aus-Schalter gibt es nicht. Ansonsten kann durch seitliches Berühren des Lautsprechergrills die Lautstärke verändert werden. Der Schiebeschalter zum Stummschalten ist denkbar schlecht angebracht: Um ihn zu nutzen, muss das Gerät immer in die Hand genommen werden. Dabei verändern wir eigentlich immer ungewollt die Lautstärke - sehr unpraktisch. Wie bei allen Lautsprechern kann die Lautstärke auch auf Zuruf verändert werden.



Auf der Oberseite des Home Mini gibt es vier LEDs, die aufleuchten, wenn er Befehle entgegennimmt. Die sind auch aus einiger Entfernung noch recht gut zu sehen, aber nicht ganz so auffällig wie der Leuchtring bei den Echo-Lautsprechern. Eigentlich sollte die Musikwiedergabe unterbrochen werden können, indem auf die Mitte des Lautsprechers getippt wird. Diese Funktion hat Google aber vor dem Verkaufsstart des Geräts deaktiviert. Das geht nun, indem einer der beiden Lautstärkesensorbereiche etwas länger gedrückt gehalten werden.

Der Lautsprecher hat einen Micro-USB-Anschluss und kann bei Bedarf mit einem Akkupack auch mobil verwendet werden. Mit einem 3.300-mAh-Akkupack konnten wir ihn acht Stunden nutzen. Das ist nicht gerade üppig, aber für die gelegentliche Nutzung eine preiswerte Alternative im Vergleich zur Anschaffung eines separaten smarten Lautsprechers mit eingebautem Akku.

Google erlaubt nur zwei Mikrofone, Amazon mehr

Bei sehr hoher Lautstärke oder vielen Umgebungsgeräuschen versagen aber die Mikrofone auch gerne einmal und der Lautsprecher reagiert nicht auf Sprachbefehle. Alle Lautsprecher mit Google Assistant sind dafür besonders anfällig. Denn Google gibt offenbar vor, dass in alle smarten Lautsprecher mit dem digitalen Assistenten genau zwei Mikrofone eingebaut werden. So erklärte JBL Golem.de, dass der Hersteller in seine Produkte gern mehr als zwei Mikrofone eingebaut hätte, aber Google das nicht gestattet habe.



Amazon gibt Drittherstellern dagegen lediglich minimale Anforderungen an die Hardware. Wenn Gerätehersteller diese erfüllten, mische sich Amazon nicht weiter ein, sagte der Alexa-Anbieter Golem.de. In den Amazon-Geräten befinden sich je nach Modell sieben bis acht Mikrofone und dieser Unterschied ist auffällig. Alle Google-Assistant-Lautsprecher hören schlechter als die Echo-Geräte. In ruhiger Umgebung reagieren die Alexa-Geräte, sobald das Signalwort einfach in den Raum gesagt wird, auch wenn es nur leise gesprochen wird. Das klappt mit den Google-Assistant-Lautsprechern längst nicht so zuverlässig.

Umgekehrt passiert es bei den Alexa-Geräten gelegentlich, dass ungewollt der Befehlsmodus anspringt. Ganz gefeit sind aber auch die Google-Geräte vor solchen falschen Aktivierungen nicht. Wenn die Google-Assistant-Lautsprecher laute Musik abspielen, ist eine Steuerung über die Sprache nur noch möglich, wenn wir uns dicht am Gerät befinden. Bei den Echo-Modellen gelingt es auch bei lauter Musik, Alexa auf Zuruf noch zu nutzen, allerdings muss dazu auch recht laut gerufen werden.

Mehr Lautsprecherleistung für 60 Euro ist schwer machbar. Wer sich nicht am fehlenden Bass stört, bekommt mit dem Google Home Mini ein tolles Gerät, das für den Preis einen tollen und ausgewogenen Klang liefert.

Im Test haben uns bei der Mikrofonleistung vor allem die Echo-Modelle von Amazon überzeugt.

Amazons Echo 2 klingt schlechter, der Echo Plus okay

Als Amazon in Seattle den Echo 2 zusammen mit dem Echo Plus vorstellte, war das Versprechen eindeutig: Obwohl der Echo 2 in einem kleineren Gehäuse sitzt, sollte er einen besseren Klang liefern als der Echo der ersten Generation. Schon beim ersten Probehören zeigte sich genau das Gegenteil: Die Musik kommt mehr als Klangbrei aus dem Lautsprecher und bildet weniger Details ab. Der Klang ist insgesamt muffiger und nicht so klar wie beim Vorgängermodell. Auch der Bass ist weniger ausgeprägt.



Wer den Echo der ersten Generation besitzt, braucht das Nachfolgemodell nicht. Die einzige wichtige Verbesserung ist der Klinkenausgang zum Anschluss anderer Lautsprecher oder zur Einbindung in eine Musikanlage. Aber das ist auch mit dem Echo Dot möglich, der weniger kostet. Anders als beim Vorgänger kann außerdem die Schale ausgetauscht werden. Beim Kauf können Kunden zwischen drei Optiken wählen und erhalten eine Hülle. Weitere können als Zubehör für 20 bis 30 Euro dazugekauft werden.

Im Vergleich zum Vorgänger vermissen wir den Drehring zur Justage der Lautstärke. Wie beim Echo Dot gibt es nur noch Druckknöpfe. Das Verändern der Lautstärke mit dem Drehring ist um einiges eleganter und praktischer.

Echo Plus mit eingebautem Smart Home Hub

Der Echo Plus würde - wenn überhaupt - eher die Zuordnung als Nachfolger des ersten Echo-Lautsprechers verdienen. Wer den ersten Echo hat, braucht ihn aber nur, wenn der eingebaute Smart-Home-Hub verwendet werden soll. Der einzige weitere Unterschied ist der Klinkenausgang, aber wenn ein neues Gerät nur dafür angeschafft werden soll, genügt der Echo Dot.



Beim Klang liegen der erste Echo und der Echo Plus sehr dicht beieinander. Höhen und Mitten werden klar wiedergegeben, das Klangbild ist ausgewogen, Stimmen sind gut zu verstehen. Aber besonders basslastig ist der Klang nicht, hier setzen die Gehäusemaße Grenzen. Auch das Plus-Modell hat den Drehring des ersten Echo-Geräts, um sehr komfortabel die Lautstärke per Hand ändern zu können. Beide Echo-Lautsprecher haben sieben eingebaute Fernfeldmikrofone.

Echo-Lautsprecher mit vorbildlichem Leuchtring

Sehr gelungen finden wir bei allen Echo-Lautsprechern den Leuchtring, der erstrahlt, sobald Alexa aktiv ist. Er ist jederzeit sichtbar, egal, wie der Lautsprecher aufgestellt ist. Eine vergleichbar gute visuelle Rückmeldung haben wir bei allen anderen smarten Lautsprechern vermisst. Der Leuchtring ist nicht aufdringlich und von überall wahrnehmbar. Er zeigt gut erkennbar, wie laut der Lautsprecher gestellt ist, wenn gerade die Lautstärke verändert wird.



In beiden neuen Echo-Lautsprechern scheinen weniger leistungsstarke Prozessoren eingesetzt zu sein als im ersten Echo-Modell. Ist der Benachrichtigungston bei der Alexa-Aktivierung eingeschaltet, ertönt dieser mit einigen Sekunden Verzögerung, wenn die Lautsprecher das erste Mal benutzt werden. Danach ist es uns nicht aufgefallen, aber ein vergleichbares Verhalten kennen wir von den anderen Echo-Lautsprechern nicht. Auch das erste Stummschalten erfolgt mit einer vergleichsweise langen Verzögerung - auch das ist bei den anderen Echo-Lautsprechern unbekannt.

An den Tasten der Echo-Lautsprecher hat sich nichts verändert: Es gibt einen gut erreichbaren Stummschaltknopf und einen Knopf zum manuellen Aktivieren von Alexa. Der Alexa-Knopf ist unpraktischerweise auch deaktiviert, wenn die Stummschaltung eingeschaltet ist und der Leuchtring rot erstrahlt. Ein Ein-Aus-Schalter fehlt, so dass Nutzer dann entweder den Stecker ziehen oder eine schaltbare Steckdose dazwischensetzen müssen. Praktisch wäre zudem eine Pausetaste, um laufende Musik bei Bedarf auch per Knopfdruck unterbrechen zu können.

Wer bisher keine Smart-Home-Komponenten besitzt, kann sich unter Umständen mit dem Kauf des Echo Plus die Anschaffung eines Smart-Home-Hubs ersparen. Der Lautsprecher unterstützt den Zigbee-Standard und die Umsetzung ist sehr einfach: Lampe reinschrauben und zum Echo-Lautsprecher sagen "Alexa, finde meine Geräte". Schon passiert alles automatisch. Der Smart-Home-Hub im Echo Plus wird nicht per Kabel verbunden, sondern nutzt die WLAN-Verbindung des Lautsprechers. Beim Testen sind wir aber auf einige Einschränkungen gestoßen.

Einschränkungen bei manchen Smart-Home-Produkten

Nicht alle Zigbee-kompatiblen Produkte werden vom Echo-Plus-Hub gefunden. Wir haben es mit Hue-Lampen von Philips und mit Trådfri-Lampen von Ikea ausprobiert. Die Hue-Lampen wurden problemlos erkannt, die Trådfri-Lampen nicht. Hier musste das Ikea-Gateway vorhanden sein, damit die Lampen von Alexa gefunden wurden.

Käufer eines Echo Plus können sich also nicht darauf verlassen, dass alle Zigbee-kompatiblen Lampen damit funktionieren. Aber auch beim Einsatz von Hue-Lampen gibt es Beschränkungen. Wenn der Smart-Home-Hub von Philips nicht vorhanden ist, kann die Hue-App von Philips nicht verwendet werden. Nur darüber sind derzeit Geräte-Updates möglich. Wer also eine Hue-Lampe aktualisieren muss, kann das mit dem Echo Plus derzeit nicht erledigen.

Die Alexa-App hat einen neuen Smart-Home-Bereich, über den eine Lampe geschaltet werden kann. Allerdings kann hier nur die Helligkeit verändert und die Lampe ein- oder ausgeschaltet werden. Änderungen von Farbe oder Weißton sind nur mittels Sprachbefehl möglich. Die Beschränkungen gelten auch für die neuen Routinefunktionen, mit denen sich mehrere Alexa-Befehle bündeln oder konfigurieren lassen.

In der aktuellen Version der Alexa-App können unsinnigerweise keine Smart-Home-Geräte gelöscht werden. Über die Alexa-Webseite im Browser ist das weiterhin problemlos möglich. Mittlerweile gibt es mit dem Show auch ein Alexa-Modell mit Display.

Echo Show bietet den besten Klang der Amazon-Geräte

Neben den Echo-Lautsprechern hat Amazon in Deutschland auch ein Alexa-Gerät mit Display im Angebot. Wir haben Echo Show bereits sehr ausführlich auf Golem.de getestet und gehen dort auf die Besonderheiten des Displays ein.

Er hat von allen Alexa-Geräten mit Amazon-Schriftzug die beste Klangqualität. Wie bei den anderen großen Echo-Lautsprechern mögen wir die klaren Höhen und die sich gut abzeichnenden Mitten, die den Klang ausgewogen machen. Der Bass ist intensiver als bei den anderen Echo-Lautsprechern, aber noch ein ganzes Stück von knackig entfernt. Im Show befinden sich Stereolautsprecher, die aber so dicht beieinanderliegen, dass Stereoeffekte kaum wahrnehmbar sind.



Der Echo Show hat oben drei Tasten, um die Lautstärke zu verändern oder das Mikrofon zusammen mit der eingebauten Kamera auszuschalten. Wird die Mikrofontaste länger gedrückt, kann das Gerät ausgeschaltet werden, ohne dafür den Stecker ziehen zu müssen. Wird der Knopf nochmals betätigt, schaltet es sich wieder ein. Diese Funktion wünschen wir uns auch für die anderen Echo-Geräte, um diese bei Bedarf unkompliziert abschalten zu können. Weitere Anschlüsse gibt es nicht.

Die Echo-Geräte hinterlassen einen sehr widersprüchlichen Eindruck. Der Echo 2 ist von Amazon mit 100 Euro sehr preisgünstig gemacht worden. Zugleich ist er aber klanglich so schlecht geworden, dass er eigentlich niemanden guten Gewissens empfohlen werden kann. Ein halber Lichtblick ist hier der Echo Plus, der für 50 Euro Aufpreis die Klangqualität des Vorgängers erreicht. Der enthaltene Smart-Home-Hub ist eine nette Dreingabe, auch wenn er nicht mit allen Zigbee-Geräten klarkommt. Das komplette Gegenteil des Echo 2 ist der Echo Show: Er bietet den besten Klang aller Echo-Geräte und Käufer erhalten dann noch ein Display dazu, das Alexa ein ganzes Stück nützlicher macht.

Im Show sind acht Fernfeldmikrofone eingebaut, bei der Erkennungsleistung ist aber kein signifikanter Unterschied zu den anderen Echo-Lautsprechern festzustellen, die mit sieben Mikrofonen versehen sind. Bezüglich der Mikrofonleistung dürfen andere Hersteller weniger leistungsfähige Komponenten einbauen - das ist schade.

Blast und Megablast von Ultimate Ears hören schlechter

Die Logitech-Tochter Ultimate Ears hat die Modelle Megaboom und Boom 2 bereits im Sommer 2017 mit Alexa nachgerüstet. Allerdings funktioniert Amazons digitaler Assistent auf diesen noch nicht auf Zuruf, sondern Nutzer müssen dafür immer erst einen Knopf drücken. Mit den beiden Neuvorstellungen Blast und Megablast wird diese Einschränkung aufgehoben, hier stehen Fernfeldmikrofone bereit. Diese reagierten beim Test aber längst nicht so gut wie die Echo-Lauscher.

Wenn der Lautsprecher schlecht hört

Wir müssen das Signalwort entweder lauter sagen oder stärker in die Richtung des Geräts sprechen - bei den Echo-Geräten ist das egal. Die ungenügenden Mikrofone führen zudem dazu, dass viele Befehle falsch aufgenommen und an Alexa weitergereicht werden. Das mindert den Nutzwert erheblich. Zu allem Überfluss versteht Alexa auch immer wieder die einzelnen Befehle beim Testen völlig falsch. Es ist uns nicht möglich, ein pausiertes Lied fortzusetzen, die Blast-Modelle spielen das Lied stattdessen immer wieder von Anfang an.



Der Klang des großen Megablast ist etwas bassbetonter als beim Echo Plus, einen knackigen, harten Bass liefert er aber nicht. Der Bass ist eher dumpf. Das Klangbild ist an sich angenehm, Mitten und Höhen werden gut betont. Wenn der Lautsprecher auf maximaler Lautstärke läuft, übersteuert er bald und das Ergebnis hört sich nicht schön an.

Der Blast leidet unter dem vergleichsweise kleinen Gehäuse. Der Klang ist etwas weniger klar als etwa beim Echo Plus, mehr Bass darf der Käufer hier nicht erwarten. Im Vergleich zur Konkurrenz ist der Klang eher bedeckt und dumpf. Gemessen an dem kleinen Gehäuse ist die Klangqualität gut, aber der hohe Preis enttäuscht.

Blast-Modelle mit Akku und wasserdichtem Gehäuse

Die Lautsprecher stecken in einem Gehäuse, das nach IP67 zertifiziert ist, überstehen also einen halbstündigen Tauchgang in einer Wassertiefe von einem Meter. Sie können demzufolge problemlos in der Küche oder im Bad verwendet werden.



Beide Blast-Modelle laufen mit Akku. Der ermöglicht aber keinen besonders langen Einsatz. Wir haben beide Lautsprecher nur für gelegentliche Alexa-Aktivitäten verwendet und nach 24 Stunden war der Akku erschöpft. Smarte Lautsprecher können ihre Vorzüge nur ausspielen, wenn sie jederzeit einsatzbereit sind. Sie jeden Tag aufladen zu müssen, empfinden wir in der Praxis als zu große Einschränkung, eine Laufzeit von mehreren Tagen ist das Minimum.

Als wäre das nicht ärgerlich genug, können die beiden Lautsprecher nicht mehr aufgestellt werden, sobald das Netzteil angeschlossen ist - eine Fehlkonstruktion. Bei eingestecktem Ladekabel ragt dieses so weit aus dem Gerät heraus, dass keine Aufstellung möglich ist.

Praktische Ladeschale nur gegen Aufpreis

Nur als kostenpflichtiges Zubehör bietet Ultimate Ears eine induktive Ladeschale an. Damit kann der Blast-Akku sehr bequem geladen werden, indem das Gerät einfach draufgestellt wird. Solch eine Ladestation erwarten wir allerdings im Lieferumfang und finden einen Preis von 40 Euro dafür zu teuer.



Beide Lautsprecher haben die gleichen Bedienungsknöpfe: laut und leiser, ein/aus sowie Bluetooth-Pairing. Die Knöpfe finden sich auch auf den anderen Ultimate-Ears-Lautsprechern, die aber primär als Bluetooth-Lautsprecher auf den Markt gekommen sind. Dezidierte Anpassungen an die Bedürfnisse von Alexa hat es offenbar nicht gegeben.

Die Bedienung ist unpraktisch

Zum Stummschalten des Mikrofons muss die Leiser-Taste zusammen mit der Bluetooth-Pairing-Taste gedrückt werden. Das ist einhändig überhaupt nicht machbar und damit höchst kompliziert. Ist das Mikrofon aus, ist eine dezente rote LED zu sehen. Sobald Alexa aktiviert ist, wird die bereits leuchtende LED etwas heller. Stark vermissen wir auch einen Pausenknopf, da beide Modelle Schwierigkeiten haben, auf Zuruf zu reagieren. Das verschlechtert sich noch, wenn dabei laute Musik läuft.



Am Lautsprecher vermissen wir viele notwendige Informationen: Der Pegel der Lautstärke wird nicht angezeigt. Der Ladestand des Akkus ist auch nirgends am Gerät einsehbar. Als wir den Lautsprecher nach dem Ladestand des Akkus fragen, kann Alexa damit nichts anfangen - unpraktisch.

Zumindest der Akkustand kann in der Ultimate-Ears-App auf dem Smartphone angesehen werden, aber nur sehr grob. Wir finden es auch unpraktisch, für das Nachsehen des Akkustands erst noch ein weiteres Gerät bemühen zu müssen. Die von anderen Ultimate-Ears-Lautsprechern bekannte Funktion, mehrere Geräte zu einer Gruppe zusammenzuschließen, ist hier nicht vorhanden. Hier könnte die Multiroom-Funktion aus Alexa Abhilfe schaffen, aber derzeit nur theoretisch. Denn sie steht aktuell ausschließlich Echo-Lautsprechern zur Verfügung.

Nicht alle Alexa-Funktionen verfügbar

Auch die Anruffunktion innerhalb von Alexa ist derzeit den Echo-Modellen vorbehalten. Amazon hat auf Nachfrage keine Angaben dazu gemacht, wann die Funktionen auch für Nicht-Echo-Geräte zur Verfügung stehen werden und lediglich erklärt, langfristig sollten alle Alexa-Geräte denselben Funktionsumfang haben.

Eine weitere Einschränkung betrifft die Spotify-Nutzung, die mit anderen Alexa-Lautsprechern verfügbar ist. Bei den Blast-Modellen fehlt sie und derzeit ist nicht klar, ob diese nachgereicht wird.

Die Ultimate-Ears-Modelle gehören zu den großen Enttäuschungen des Tests. Der Klang ist für den verlangten Preis verglichen mit der Konkurrenz zu schlecht. Insgesamt wirken beide Produkte dann auch nicht durchdacht. Anders ist nicht zu erklären, dass die Geräte nicht hingestellt werden können, wenn sie mit dem Netzteil verbunden sind.

Insgesamt durchdachter ist der Link 20 von JBL - ebenfalls ein Lautsprecher mit Akku in einem wasserdichten Gehäuse.

Link 20 ist wasserdicht und größtenteils durchdacht

Ein weiterer wasserdichter Lautsprecher mit eingebautem Akku kommt von JBL, der Link 20 läuft mit Google Assistant. Anders als bei den Ultimate-Ears-Modellen fallen sofort die angenehm vielen Bedienungsknöpfe positiv auf. Auf der Oberseite gibt es gleich fünf Knöpfe: zwei Tasten zur Lautstärkeregelung, eine zur Aktivierung des Google Assistant, eine Pausetaste und einen Knopf zur Bluetooth-Kopplung.



Für autark arbeitende Lautsprecher ist ein Pausenknopf manchmal ausgesprochen praktisch und es ist erfreulich, dass viele Hersteller daran gedacht haben. Auf der Rückseite des Link 20 befindet sich der Ein/Aus-Schalter umrahmt von einer Akkuladeanzeige und darunter der Stummschaltknopf für die eingebauten Mikrofone.

Auf der Vorderseite zeigen vier LEDs die eingestellte Lautstärke an und die LEDs leuchten, sobald das Signalwort für den Google Assistant verstanden wird. Wenn etwa von der Seite auf den Lautsprecher geschaut wird, fallen die LEDs nicht weiter auf, so dass die optische Rückmeldung auch schon mal übersehen werden kann.

Der Link 20 klingt von den Säulenlautsprechern am besten

Der Klang des Link 20 ist etwas stimmiger und voluminöser als beim Echo Plus und die Bass-Intensität ist in etwa auf dem Niveau des Echo Show. Der Lautsprecher betont die Mitten vergleichsweise stark, bei hoher Lautstärke werden sie etwas aufdringlich. Trotzdem gehen die Höhen nicht verloren und das Klangbild wirkt homogen. Von den getesteten Säulenlautsprechern bietet der Link 20 ganz knapp das beste Ergebnis und lässt den normalen Google Home weit hinter sich.



Der Link 20 erfüllt die IPX7-Schutzklasse und übersteht ein halbstündiges Wasserbad in einem Meter Tiefe, bietet also einen vergleichbaren Wasserschutz wie die Ultimate-Ears-Lautsprecher. Besser gelöst als bei den Blast-Modellen ist die Stromversorgung. Der Ladeanschluss befindet sich auf der Rückseite, so dass das Gerät problemlos mit Netzteil verwendet werden kann. Eine Ladeschale bietet JBL generell nicht an, damit wäre die Nutzung des Geräts komfortabler.

Unpraktischer Stromsparbetrieb

Auf andere Art als bei den Blast-Modellen ist der Akkubetrieb des JBL 20 eine Enttäuschung: Wird der Lautsprecher eine Stunde lang nicht verwendet, schaltet er sich einfach ab. Diese automatische Abschaltung kann nicht deaktiviert werden. Dadurch ist es ein reines Glücksspiel, ob der smarte Lautsprecher gerade zufällig noch eingeschaltet ist, wenn er benötigt wird. Der Nutzen eines solchen Geräts verringert sich damit erheblich. Wenn das Gerät einen Befehl ausführen soll, wollen wir nicht erst 40 Sekunden warten, bis der Bootvorgang abgeschlossen ist.



Wer bereits Bluetooth-Lautsprecher von JBL besitzt und die drahtlose Kopplung der Geräte nutzt, wird sich daran stören, dass dies mit dem Link 20 nicht mehr möglich ist. Nach Angaben von JBL wurde eine solche Funktion nicht in das Gerät integriert, weil dies durch Google nicht gestattet wird. Im Unterschied zu den Blast-Lautsprechern ist die Multiroom-Unterstützung aber für alle Google-Assistant-Lautsprecher verfügbar. Der Hersteller spielt anders als bei Alexa keine Rolle. Wir konnten ohne Probleme alle Google-Assistant-Lautsprecher zu einer Multiroom-Musikgruppe zusammenlegen.

Wenn es unbedingt ein smarter Lautsprecher mit eingebautem Akku sein muss, dann bleibt derzeit nur der Link 20. Wenn der unsinnige Stromsparmodus auch abschaltbar wäre, könnten wir uns bei dem Gerät am ehesten damit arrangieren, dass die Akkulaufzeit eigentlich viel zu kurz ist.

Nicht nur das Problem mit einer sehr kurzen Akkulaufzeit gibt es beim Tichome Mini.

Tichome Mini und Moto Smart Speaker abgeschlagen

Ein weiterer smarter Lautsprecher mit Akku ist der Tichome Mini des chinesischen Unternehmens Mobvoi, der mit dem Google Asssistant läuft. Das Gerät ist nach IPX6 vor Spritzwasser geschützt und sollte nicht ins Wasser fallen, weil es dafür nicht konzipiert ist. Der Tichome Mini ist mit einem Durchmesser von 11 cm ein ganzes Stück größer als Googles Home Mini. Davon profitiert der Lautsprecher allerdings nicht: Die Höhen und Mitten verschwimmen, er klingt dumpf und bedeckt, wir vermissen ein klares Klangbild, der Bass ist kaum vorhanden. Hier zeigt Google eindrucksvoll, dass aus einem kleineren Gehäuse ein besserer Klang herauszuholen ist.



Wenn die Mikrofone ständig eingeschaltet sind, kann der Lautsprecher mit einer Akkuladung etwa fünf Stunden genutzt werden, während er vor allem mit Zuhören beschäftigt ist und nicht einmal Musik abspielt - das ist entschieden zu kurz. Über einen Micro-USB-Anschluss wird der Akku geladen, eine Ladestation gibt es nicht. Klanglich, bei der Akkulaufzeit und bezüglich des Wasserschutzes hat das Gerät für unseren Geschmack zu viele Einschränkungen.

Fire HD 10 schafft eine lange Akkulaufzeit

Wer unbedingt ein akkubetriebenes Alexa-Gerät auf Zuruf verwenden möchte, ist mit einem Fire HD 10 bezüglich der Akkulaufzeit besser bedient. Das Tablet hält bei mehrfacher täglicher Alexa-Nutzung locker eine Woche durch - einen ähnlichen Wert erwarten wir auch von einem smarten Lautsprecher mit Akku.



Zum Hören von Musik ist das Tablet hingegen nur bedingt geeignet, die eingebauten Lautsprecher sind dafür nicht leistungsfähig genug. Außerdem ist der Zuruf nicht ganz so komfortabel, weil Fernfeldmikrofone fehlen, aber so viel schlechter als bei den Nicht-Echo-Geräten ist die Erkennung gar nicht.

Moto Smart Speaker ist was Spezielles

Ein sehr spezieller Lautsprecher ist der Moto Smart Speaker von Lenovo, ein Moto Mod für alle Smartphones der Moto-Z-Modellreihe. Mit anderen Geräten kann er nicht verwendet werden und er funktioniert auch nur mit angedocktem Smartphone. Wie andere Moto-Mods hält der Moto Smart Speaker dank Magnetkraft fest und sicher am Smartphone.



Im Mod sind vier Fernfeldmikrofone eingebaut, die dafür sorgen sollen, dass das Gerät anspringt, sobald das Signalwort gesagt wird. Beim Ausprobieren mussten wir meist sehr laut direkt in Richtung des Gerätes sprechen, eine Nutzung wie bei einem Echo-Modell war nicht möglich.

Bei dem kleinen Gehäuse ist kein Klang zu erwarten, der es mit dem preisgünstigeren Alexa-Lautsprecher Echo 2 oder gar mit dem fast genauso teuren Echo Plus aufnehmen kann. Der Lautsprecher hat so gut wie keinen Bass, die Höhen werden gut wiedergegeben, aber die Mitten drängen sich stark nach vorne. Insgesamt vermissen wir Klarheit im Klangbild, es wirkt belegt und dumpf.

Akku im Mod lädt den Smartphone-Akku nicht

Im Moto Smart Speaker steckt ein Akku, der aber nur dazu dient, den Lautsprecher mit Strom zu versorgen. Er kann nicht zum Laden des Smartphone-Akkus verwendet werden. Die Triangle-Form des Mods ist praktisch zum Aufstellen des Geräts, aber wenig angenehm, falls das Smartphone mal in die Hand genommen wird, wenn jemand anruft.

Damit der Lautsprecher mit Alexa läuft, muss die Moto-Alexa-App von Lenovo auf dem Smartphone installiert werden. Diese funktioniert auch ohne Moto Smart Speaker, aber dann nicht auf Zuruf, sondern nur mit manueller Aktivierung. Hier leistet die vergleichbare Alexa-App Reverb mehr, damit ist auch eine Nutzung auf Zuruf ganz ohne zusätzliche Hardware möglich. Dabei werden dann einfach die Mikrofone im Smartphone genutzt.

In Anbetracht des Preises leistet der Moto Smart Speaker gemessen an der Konkurrenz zu wenig. Wir sehen auch keinen Sinn darin, das eigene Smartphone zu einem smarten Lautsprecher zu machen. Wer Alexa unbedingt auf Reisen dabeihaben will, kann das auch mit der Reverb-App erledigen. Und als Ersatz für normale smarte Lautsprecher ist das Mod nicht geeignet.

Ein ungewöhnliches Gerät bietet Sony mit seinem Google-Assistant-Lautsprecher.

Sony-Lautsprecher mit Gestenbedienung

Einen ungewöhnlichen Ansatz verfolgt Sony mit dem LF-S50G. Der Google-Assistant-Lautsprecher wird über Gesten gesteuert, die oberhalb des Lautsprechers in der Luft ausgeführt werden. Was erst einmal nach einer tollen Idee klingt, entpuppt sich in der Praxis aber als zu fehleranfällig. Der Lautsprecher erkennt die Gesten oft nicht korrekt, so dass ein Bedienungschaos entsteht.



Die Gesten sind an sich leicht erlernt und entsprechend gut umsetzbar. Mit einem Luftwisch von vorne nach hinten wird die Musikwiedergabe pausiert oder wieder fortgesetzt. Der Luftwisch in die Gegenrichtung aktiviert den Google Assistant manuell. Und mit einem Luftwisch zur Seite wird in Musik ein Lied vor- oder zurückgesprungen. Unsere Gesten werden oft nicht korrekt erkannt, was frustriert. Diese Probleme hatte auch schon das Sony-Personal auf der Ifa 2017 und sie sind nicht restlos gelöst worden.

Besonders knifflig und fehleranfällig ist die Geste für die Lautstärkeregelung: Wir müssen in der Luft kreisende Bewegungen mit einem Finger machen. Dann wird abhängig von der Drehrichtung die Lautstärke verringert oder erhöht. Auch hierbei wird häufig die Geste nicht vernünftig erkannt. Außerdem ist es sehr mühsam, auf diesem Wege die Lautstärke nur in kleinen Schritten zu verändern. Statt der Gestenbedienung hätten wir uns klassische Knöpfe oder Drehregler gewünscht.

Tasten an schlechten Positionen

Ganz tastenlos ist der Lautsprecher allerdings nicht. Unten auf der Rückseite befinden sich zwei Tasten, um das Mikrofon stummzuschalten oder eine Bluetooth-Verbindung aufzubauen. Beide sind denkbar schlecht erreichbar. Eine weitere Besonderheit ist die in das Lautsprechergehäuse integrierte LED-Anzeige, die im Ruhemodus die Uhrzeit anzeigt - allerdings leider nicht im 24-Stunden-Format, so dass alle Uhrzeiten jenseits von 12 Uhr mittags erst nach viel Umgewöhnung überhaupt als Uhrzeit wahrgenommen werden. Dazu trägt das sonderbare Layout bei: oben die Stunden, direkt darunter ohne einen verbindenden Doppelpunkt die Minuten.



Die Uhrzeitanzeige kann in der Helligkeit modifiziert werden. Das ist über einen Taster an der Unterseite des Geräts möglich, der sehr unzureichend beschriftet und damit schwer zu lesen ist. Ebenfalls an der Unterseite und gleichfalls unzureichend beschriftet ist eine Sperrtaste, mit der die Gestensteuerung für drei Minuten deaktiviert werden kann. Sobald der Google-Assistant aktiv ist, leuchten wie beim JBL-Modell vorne ein paar LEDs, die nicht besonders auffällig sind. Der Klang des Sony ist uns zu bassarm, Höhen und Mitten werden hingegen ordentlich wiedergegeben und bringen ein klareres Klangbild als der muffige Google Home.

Konkurrenz tut sich schwer gegen Echo Show

Keiner der getesteten Säulenlautsprecher schafft es, den Echo Show bezüglich des Klangs zu übertrumpfen. Vor allem haben die meisten Hersteller Mühe, den Preis des Echo Show zu unterbieten. Teilweise sind sie klanglich etwas besser als der Echo Plus, das ist dann aber auch immer mit einem Preisaufschlag verbunden. Nur zwei Testteilnehmer schaffen es, einen deutlich hörbar besseren Klang als das übrige Testfeld abzuliefern: Onkyo und Sonos.

Onkyo und Sonos sind derzeit Klangreferenz

Im Test haben wir zwei Modelle, die deutlich größere Gehäuse haben. Nur Onkyo und Sonos bieten smarte Lautsprecher in der Größe bereits an. Erst im kommenden Jahr wollen JBL, Harman Kardon und Panasonic Modelle mit größerem Gehäuse auf den Markt bringen. Wenig überraschend schaffen die Geräte mit den größten Gehäusen auch den besten Klang, erstaunlicher ist dann schon, wie gleich gut die beiden Produkte klingen.



Der Onkyo G3 läuft mit dem Google Asssistant und setzt auf ein Retrodesign im wertigen Metallgehäuse. Es ist der einzige Google-Assistant-Lautsprecher aus dem Testfeld, der den Stummschaltknopf für die Mikrofone nicht irgendwo auf der Rückseite versteckt. Wir finden es sehr gut, dass sich alle Bedienungsknöpfe auf der Oberseite des Lautsprechers befinden und dadurch entsprechend gut zu erreichen sind. Bei allen anderen Assistant-Modellen haben wir den Eindruck, dass der Stummschaltknopf auf der Gehäuserückseite extra gut versteckt ist.

Onkyo G3 mit ordentlichem Mittenbereich

Neben dem Stummschaltknopf gibt es auf dem Onkyo-Panel eine Pausetaste, Lautstärkeknöpfe und eine Bluetooth-Taste. Hier fehlt uns eigentlich nur noch ein Ein/Ausschalter. Alle Tasten haben einen klar fühlbaren Druckpunkt, das ist angenehm. Auf der Vorderseite zeigen weiße LEDs die eingestellte Lautstärke an, wenn diese verändert wird. Außerdem leuchten die LEDs auf, wenn Google Assistant lauscht. Auf der Rückseite gibt es eine USB-Buchse, die ist aber nur für Wartungsarbeiten nutzbar.



Onkyo hat die Lautsprecher so angeordnet, dass sie nur nach vorne strahlen, während viele andere Probanden einen Rundumstrahler verwenden. Das Konzept von Onkyo bringt aber keine klanglichen Nachteile. Beim G3 fällt im Unterschied zu den bisher besprochenen Testteilnehmern der gut betonte Mittenbereich auf, ein knalliger Bass ist deutlich zu hören. Diesbezüglich deklassiert das Onkyo-Modell das gesamte bisherige Testfeld. Dabei sind die Höhen klar, einen echten Tiefbass schafft er aber nicht. Das Klangbild wirkt voluminös und plastisch, auch Stimmen sind gut zu verstehen.

Sonos One mit guten Klangbild

Das gleiche Klangerlebnis bekommen wir mit dem One von Sonos hin, der in einem ähnlich großen Metallgehäuse steckt und mit Amazons Alexa läuft. Anders als Onkyo setzt Sonos auf einen Rundumstrahler, im Hörtest fällt der Unterschied aber nicht ins Gewicht. Auch der One hat einen sehr guten Mittenbereich, ohne die klaren Höhen zu vernachlässigen. Auch hier sind Stimmen gut zu erkennen und das voluminöse Klangbild ist angenehm. Es gibt einen knallig, hämmernden Bass, aber den Tiefbassbereich schafft der One nicht. Beide Lautsprecher klingen sehr ähnlich.



Im direkten Vergleich liegt das Sonos-Modell leicht vorn, weil Kunden beim One den Klang mit einem einfachen Equalizer noch beeinflussen können. Dabei kann der Bass- und Höhenbereich angepasst werden - die Klangjustierung ist angenehm, weil sich der Nutzer das Gerät an die eigenen Hörbedürfnisse anpassen kann.

Der One ähnelt bezüglich der Gehäuseform dem Play 1 des Herstellers, der keine Mikrofone hat und somit nicht autark mit Alexa genutzt werden kann. Das Sonos-Gerät ist feuchtigkeitsbeständig und kann auch im Badezimmer aufgestellt werden, sollte aber nicht direkt mit Wasser in Berührung kommen. Wie auch bei Onkyo liegen beim One die meisten wichtigen Bedienungselemente auf der Oberseite. Neben zwei Lautstärketasten gibt es eine Play-Taste und einen Stummschaltknopf - alle sind Sensortasten. Durch seitliches Wischen über das Bedienungsfeld kann ein Lied vor- oder zurückgesprungen werden.

Hier würden wir Tasten mit Druckpunkt bevorzugen, einen Ein/Aus-Schalter vermissen wir auch hier. Außerdem fehlt uns eine Anzeige der eingestellten Lautstärke. Als einziges Gerät im Test hat der Sonos-Lautsprecher eine Ethernet-Buchse für eine Kabelverbindung mit dem Internet.

Einen Bluetooth-Knopf gibt es nicht, denn die Nahfunktechnik wird von Sonos gar nicht unterstützt. Über die Sonos-App kann lokale Musik trotzdem auf dem Lautsprecher abgespielt werden. Dabei entfällt die räumliche Beschränkung einer Bluetooth-Verbindung. Die Musik kann sich auf einem Smartphone oder auf einem eigenen serverartigen Gerät im Haushalt befinden.

One-Mikrofone hören seit Update besser

Wenn Alexa aktiv ist, leuchtet eine kaum wahrnehmbare kleine LED auf der Geräteoberseite. Hier würden wir uns eine deutlich stärkere Sichtbarkeit wünschen. Ist der Lautsprecher stummgeschaltet, ist es noch schwieriger, das zu erkennen, weil dann einfach eine LED weniger leuchtet, was aber kaum auffällt.



Obwohl der One sechs Fernfeldmikrofone hat, war die Erkennung von Sprachbefehlen anfangs deutlich schlechter als bei den Echo-Geräten. Wir mussten wesentlich lauter sprechen, um verstanden zu werden. Mit einem Firmware-Update Ende Dezember 2017 wurde die Empfindlichkeit der Mikrofone deutlich verbessert und seitdem reagiert der One ähnlich gut wie die Echo-Modelle. Damit ist der One derzeit der beste smarte Lautsprecher am Markt.

Viele Eigenschaften machen den Lautsprecher zu etwas Besonderem. Wir schätzen die Möglichkeit, lokale Musik über eine WLAN-Anbindung abzuspielen. Es ist der einzige Lautsprecher im Test mit einer eigenen, vollständigen App-Steuerung. So können alle wichtigen Musikdienste in das Ökosystem eingebunden werden, mit dabei sind Googles Play Music oder Apple Music. Auch eine Radioweckerfunktion ist dann möglich, es muss dann über die App eingerichtet werden, kann dann aber auch über Sprache gesteuert werden.

Das ist bei den anderen Ansätzen nur über eine Bluetooth-Verbindung möglich und hat entsprechende Probleme bezüglich der Reichweite. In allen diesen Fällen kann Musik per Sprache nur rudimentär gesteuert werden. Bei aktiver Sonos-App kann die Lautstärke des Lautsprechers bequem mit den Lautstärketasten am Smartphone verändert werden.

Einschränkungen bei Stereofunktion

Wer bereits ein Sonos-System besitzt, wird mit dem One weniger zufrieden sein, weil manche Eigenschaften einfach weggelassen wurden. So gibt es keine Vorrichtung mehr für eine Wandmontage wie bei anderen Sonos-Modellen. Wer mit dem One ein Stereopaar aufbauen möchte, muss sich einen zweiten kaufen. Mit anderen Sonos-Lautsprechern ist keine Bildung eines Stereopaars möglich. Das erscheint uns besonders absurd, denn es ist eigentlich überflüssig, in einem Raum zwei smarte Lautsprecher aufzustellen.

Ansonsten plagen den One die gleichen Einschränkungen wie andere Alexa-Lautsprecher. Der volle Alexa-Funktionsumfang steht nur für die Amazon-eigenen Echo-Lautsprecher zur Verfügung. Besonders fehlt uns die Multiroom-Funktion, um den One auch mit anderen Alexa-Geräten zu koppeln. Das Verbinden mit anderen Sonos-Lautsprechern ist hingegen möglich. Auch die Anruffunktion kann sehr praktisch sein, ist aber den Echo-Geräten vorbehalten.



Im Laufe des Tests hat Sonos die Spotify-Integration fertigbekommen, so dass Musik auf Zuruf außer von Amazons Musikstreamingdienst von einem weiteren Anbieter abgespielt werden kann. Während des Tests hatten wir aber auch technische Probleme: Ohne ersichtlichen Grund wollte Sonos keine Musik mehr auf Zuruf abspielen.

Dabei werden die Sprachbefehle durchaus angenommen und Alexa verspricht, die gewünschte Musik abzuspielen. Es passiert nur nichts - es gibt nicht einmal eine Fehlermeldung. Wir müssen dann erst einmal herausfinden, was die Ursache dafür sein könnte. Um das Gerät wieder zur Musikwiedergabe verwenden zu können, müssen wir uns erst mit dem Sonos-Skill neu verbinden. Ein solches Problem ist mit keinem anderen Testteilnehmer aufgetreten.

Sonos selbst gibt an, dass sich sein Alexa-Skill noch im Betastatus befindet. Das mag man sich noch gefallen lassen, wenn zum Zeitpunkt des Lautsprecherkaufs noch keine Alexa-Integration vorhanden war. Aber für einen mit Alexa neu verkauften Lautsprecher wirkt das Produkt unfertig und Kunden fühlen sich als Betatester. Bei technischen Problemen hilft der Sonos-Support fachkundig, aber bei keinem anderen Lautsprecher mussten wir jemals den Support des Herstellers bemühen.

Sonos One bekommt auch Google Assistant

Mit dem G3 und dem One haben Käufer mit hohen Ansprüchen an den Klang zwei gleich gute und gleich teure zur Auswahl. Sie können sich zwischen Google Assistant und Alexa entscheiden, ohne bei der Klangqualität Abstriche machen zu müssen. Der Sonos-Lautsprecher bietet mehr Möglichkeiten als das Onkyo-Modell. Allerdings gibt es für Sonos-Fans auch viele ärgerliche Einschränkungen, so dass so mancher vielleicht doch lieber einen Nicht-Alexa-fähigen Sonos-Lautsprecher kauft und diesen dann etwa über einen Echo-Dot anbindet und darüber bedient.

Im kommenden Jahr will Sonos auch den Google Assistant in den One integrieren. Dann wird zumindest Googles Play Music ebenfalls mit der Sprache bedient werden können. Offen ist noch, wie der Lautsprecher mit zwei Assistenzsystemen verwendet werden kann, eine parallele Nutzung wäre das Beste für Kunden. Ebenfalls für 2018 ist die Unterstützung für Apples Airplay-2-Technik geplant. Damit lassen sich Audioquellen von einem iOS-Gerät mittels der Apple-Technik auf den Sonos-Lautsprechern abspielen.

Ob Amazon bis dahin mehr Alexa-Funktionen auch für Drittanbieter bereitstellt?

Amazon bevorzugt eigene Alexa-Geräte, Google behandelt alle gleich

Amazons Alexa-Plattform hat derzeit ein Problem: Viele sinnvolle Funktionen sind den Echo-Lautsprechern vorbehalten. Besonders vermissen wir die Multiroom-Unterstützung und die Anruffunktionen bei den Nicht-Amazon-Geräten. Wer sich also einen Alexa-Lautsprecher kauft, der keinen Amazon-Schriftzug trägt, muss damit rechnen, dass bald noch mehr Funktionen von Amazon vorgestellt werden, die es dann nur für Echo-Geräte gibt. Amazon verspricht zwar, dass diese Unterschiede mit der Zeit verschwinden sollen, aber es ist unklar, wann das passieren wird.



Eine weitere unverständliche Beschränkung betrifft Amazons Musik-Streaming-Abo Music Unlimited. Dieses kann zum Vorzugspreis für einen Echo-Lautsprecher für 3,99 Euro im Monat gebucht werden. Dieses Abo gibt es aber eben nur für Echo-Lautsprecher. Wer einen Alexa-Lautsprecher eines anderen Herstellers verwendet, kann das Abo in der Form nicht nutzen und muss es zum Vollpreis beziehen.

Änderung des Signalworts nur für Echo-Geräte

Eine mehr als unnötige Einschränkung betrifft die Änderung des Alexa-Signalwortes. Alle Echo-Lautsprecher können bei Bedarf auch mit Amazon, Echo oder Computer aktiviert werden. Die Alexa-Lautsprecher anderer Hersteller erlauben keine Änderung des Signalwortes.

Die Multiroom-Implementierung bei Alexa ist dürftig. Es gibt keine Möglichkeit, zwei Lautsprecher zu einem Stereopaar zu erklären. Und außerdem darf ein Echo-Lautsprecher immer nur einer Musikgruppe zugeordnet werden. Wer also etwa drei Echo-Lautsprecher in der Wohnung hat und zwei davon zu einer Gruppe im Wohnzimmer macht, kann diese beiden Lautsprecher nicht in einer weiteren Gruppe mit dem dritten Lautsprecher verbinden.

Ein großes Ärgernis bleibt die viel zu langsam und träge reagierende Alexa-App, die auch die meisten Kunden als pure Zumutung empfinden, wie die Rezensionen unter der jeweiligen App zeigen. Die App wird zur Einrichtung der Lautsprecher benötigt, muss aber auch zwischendurch immer mal bemüht werden. Hier sollte Amazon schleunigst nachbessern. Bei der Unterstützung von Musikdiensten hat sich seit Monaten nichts verändert. Neben dem Amazon-eigenen Dienst kann nur Spotify Premium eingebunden werden, aber das gilt nicht für alle Alexa-Lautsprecher, wie der Fall der Blast-Lautsprecher zeigt.

Alexa klingt angenehmer als Google Assistant

Die Aussprache und Betonung von Alexa ist in den vergangenen Monaten merklich besser geworden, hier hat Amazon viel Energie hineingesteckt. Antworten von Alexa wirken immer sehr natürlich und es ist kaum mehr zu merken, dass hier eine Maschine spricht. Hier hat Amazon mit Alexa deutlich die Nase vorn vor dem Google Assistant.

Alexa sowie Google Assistant bieten auf allen Geräten eine Weckfunktion, aber das Wecken mit einem bestimmten Radiosender bieten beide nicht an. Hier hoffen wir, dass eine solch grundlegende Funktion bald nachgerüstet wird. Vor allem wenn auf einem Lautsprecher laut Musik gehört wird, ist ärgerlich, dass weder Google noch Amazon eine Lautstärkeeinstellung für die Stimme des jeweiligen Assistenten anbietet. Wenn laut Musik gehört wurde und dann Sprachkommandos gegeben werden, schreit einen Alexa respektive der Google Assistant regelrecht an und der Nutzer muss dann die Lautstärke selbst anpassen, wenn er das verhindern möchte.

Google Assistant auf allen Lautsprechern gleich

Der Google Assistant bietet auf allen Lautsprechern die gleichen Möglichkeiten. Im Unterschied zu Amazon werden Dritthersteller hier von Google nicht benachteiligt. Mehrere Google-Assistant-Lautsprecher verschiedener Hersteller lassen sich problemlos zu einer Musikgruppe zusammenfassen. So erwarten wir das auch bei Alexa.

Mit der Google-Home-App zur Einrichtung der Lautsprecher sind wir wesentlich zufriedener als mit der Alexa-App. Die Home-App reagiert schneller und Ergebnisse erscheinen, sobald sie benötigt werden. Hier zeigt Google Amazon, wie es auch mit der Alexa-App laufen sollte. Weniger schön ist der Datenhunger von Google: Google-Assistant-Lautsprecher können nur dann eingebunden werden, wenn der Nutzer Google den Zugriff auf alle Daten im jeweiligen Google-Konto gewährt. Wer das nicht möchte, muss ein Alibi-Konto speziell für Google-Assistant-Geräte anlegen. Vergleichbares verlangt Amazon nur bei der Telefonfunktion: Dabei will Amazon vollen Zugriff auf das Adressbuch.

Bei der Unterstützung von Musikdiensten bietet der Google Assistant minimal mehr Auswahl als Alexa. Neben Googles Play Music kann Spotify sogar in der Gratisversion eingebunden werden, es ist kein Premium-Konto erforderlich. Zudem ist die Nutzung von Deezer möglich und damit stehen neben dem Google-eigenen Dienst zwei weitere zur Auswahl. Die Auswahl des passenden smarten Lautsprechers kann also auch davon abhängen, welchen Musikstreamingdienst der Kunde darauf nutzen möchte. Wer einen Google-Lautsprecher kauft, kann das Musikabo anders als bei Amazon nicht vergünstigt buchen.

Google erlaubt generell keine Änderung des Signalwortes durch den Anwender. Die möglichen Zurufe sind "Hey, Google" und "Ok, Google". Bei der Qualität der Aussprache des Assistant hinkt Google Amazon deutlich hinterher. Gesprochene Antworten sind oft falsch betont, wirken abgehackt und manche Wörter werden so falsch ausgesprochen, dass sie kaum verständlich sind. Den Klang empfinden wir als weniger angenehm und die Schwierigkeiten bei der Aussprache und Betonung sorgen dafür, dass es schwieriger ist, den Google Assistant zu akzeptieren als Alexa.

Halt die Klappe, Google Assistant!

Uns nervte bald auch die Geschwätzigkeit des Google Assistant. Schalten wir bei einem Alexa-Gerät das Mikrofon stumm, gibt es nur einen kurzen Signalton. Der Google Assistant teilt mit: "Das Mikrofon wird ausgeschaltet" und beim Aktivieren tönt es "Das Mikrofon wird eingeschaltet". Das finden wir zu viel des Guten.

Auch bei der Steuerung von Smart-Home-Komponenten war uns Google Assistant zu geschwätzig und wir wünschten bald, das irgendwo ausschalten zu können. Wenn wir mit Alexa eine Lampe ein- oder ausschalten oder die Helligkeit oder Farbe ändern, gibt es im Erfolgsfall immer nur ein kurzes "Ok" zurück. Damit wissen wir, der Befehl ist angekommen und ausgeführt worden.

Nicht so beim Google Assistant: Der erzählt jedes Mal, welche Lampe ein- oder ausgeschaltet wurde. Der gesprochene Befehl wird quasi noch mal komplett wiederholt. Das Gleiche passiert, wenn die Helligkeit oder Farbe einer Lampe verändert wird. Bei intensiver Nutzung ging uns das bald auf die Nerven.

Verfügbarkeit und Fazit

Alle getesteten smarten Lautsprecher sind bereits verfügbar. Der Google Home Mini kostet 60 Euro, ist aber immer mal im Angebot günstiger zu bekommen und es gibt immer wieder Aktionen, bei denen er zum Kauf anderer Geräte gratis oder vergünstigt beigelegt wird. Eine Sonderstellung im Test nimmt der Tichome Mini von Mobvoi ein, der nur online für etwa 85 Euro verfügbar ist.

Der Echo 2 kostet 100 Euro, der Echo Plus regulär 150 Euro. Beide Geräte bietet Amazon in zeitlich befristeten Aktionen zu einem günstigeren Preis an. Wer den Echo Plus auf Amazon.de kauft, bekommt ohne Aufpreis gleich eine Philips-Hue-Lampe dazu. Für 120 Euro verkauft Lenovo den Moto Smart Speaker, der nur mit Smartphones der Moto-Z-Modellreihe funktioniert.

Das Fire-Tablet Fire HD 10 wird ab einem Preis von 180 Euro verkauft, sofern ein Prime-Abo aktiv ist. Für 200 Euro verkauft JBL den Link 20, der gerade auf den Markt kommt und bei den ersten Händlern vorrätig ist. In Kürze soll der Lautsprecher allgemein verfügbar sein.

Für 220 Euro verkauft Amazon den Echo Show, der bislang noch in keiner Aktion vergünstigt abgegeben wurde. Wer gleich zwei Echo Show kauft, zahlt für das Set derzeit 340 Euro und spart damit 100 Euro im Vergleich zum Einzelpreis.

Den Blast verkauft Ultimate Ears für 230 Euro. Den gleichen Preis verlangt Sonos für den One-Lautsprecher, Sony für den LF-S50G und Onkyo für den G3. Der teuerste Lautsprecher im Test ist der Megablast von Ultimate Ears für 300 Euro. Für die beiden Ultimate-Ears-Lautsprecher gibt es für 40 Euro Aufpreis eine induktive Ladestation.

Fazit

Von all den zwölf getesteten smarten Lautsprechern mit Alexa oder Google Assistant überzeugen bei den entscheidenden Funktionen die Amazon-Geräte und seit einem Update auch der Sonos One mit hochempfindlichen Mikrofonen. Sie reagieren auch bei lauter Musik noch auf Zurufe. Die Alexa-Lautsprecher von Ultimate Ears schneiden hier deutlich schlechter ab. Das gilt erst recht für alle Google-Assistant-Lautsprecher, weil Google den Herstellern verbietet, mehr als die vorgesehenen zwei Mikrofone einzubauen. Generell lauschen wir Alexa lieber als Google Assistant, weil Amazons Assistent schöner klingt, besser betont spricht und weniger Fehler bei der Aussprache macht.

Googles Home Mini ist ein gutes Einsteigergerät

Besonders positiv überrascht hat uns als Gesamtpaket der Home Mini von Google. Bei dem kompakten Gehäuse dürfen Käufer zwar keinen ausgeprägten Bass erwarten, aber er ist zur Musikberieselung deutlich besser geeignet als der ebenfalls 60 Euro teure Echo Dot von Amazon. Wer in die Welt smarter Lautsprecher einsteigen will, erhält damit ein ordentliches Gerät. Viel zu teuer ist dagegen der Moto Smart Speaker von Lenovo zum Preis von 120 Euro, der ein Smartphone der Moto-Z-Modellreihe voraussetzt. Der Klang ist für den Preis zu schlecht, die Mikrofone sind zu schwach und wir fragen uns auch, wer ein solches Produkt überhaupt haben will.

Der Echo 2 enttäuscht

Eine Enttäuschung ist auch der neue Amazon-Lautsprecher namens Echo 2. Er soll der Nachfolger des großen Echo sein, klingt dafür aber deutlich schlechter. Hier ziehen wir den etwas teureren Echo Plus eindeutig vor. Für 150 Euro ist die gebotene Leistung vollkommen in Ordnung. Käufer bekommen den praktischen Lautstärkedrehring sowie den Smart-Home-Hub dazu und erhalten einen Klang wie beim Echo der ersten Generation. Wer damit in den Bereich Smart Home einsteigt, kann sich die Anschaffung eines solchen Hubs sparen.

Smarte Lautsprecher mit Akkubetrieb klingen in der Theorie gut. Die derzeit verfügbaren Modelle von Ultimate Ears und JBL können unsere Anforderungen aber nicht erfüllen. Die Akkulaufzeiten sind einfach zu kurz für ein Gerät, das nur dann sinnvoll nutzbar ist, wenn es jederzeit einsatzbereit ist und nicht täglich aufgeladen werden muss.



Die betreffenden Lautsprecher stecken zwar in wasserdichten Gehäusen, sobald sie jedoch nicht im Akkubetrieb laufen und mit einem Netzteil verbunden sind, ist der Wasserschutz zumindest eingeschränkt. Die beiden Ultimate-Ears-Modelle Blast und Megablast sind für die gebotene Leistung viel zu teuer und haben für uns dann noch zu viele Einschränkungen, wie etwa die viel zu schwachen Mikrofone und die unmöglich platzierte Ladebuchse.

Fire HD 10 zeigt, dass Alexa und lange Akkulaufzeit möglich sind

Wenn es doch unbedingt ein Akku-Lautsprecher sein soll, können wir klanglich und preislich nur den Link 20 von JBL empfehlen. Allerdings eingeschränkt, denn mit dem Stromsparmodus sind wir überhaupt nicht zufrieden: Nach einer Stunde ohne Aktivität geht der Lautsprecher aus. Im Zweifel ist er gerade aus, wenn er benötigt wird. Besonders enttäuscht sind wir vom akkubetriebenen Tichome Mini, der so muffig klingt, dass wir hier den Home Mini vorziehen und noch Geld sparen.

Wer unbedingt ein Alexa-Gerät mit Akkubetrieb haben möchte, das auf Zuruf reagiert, ist mit einem Fire HD 10 besser bedient. Das Tablet hält bei mehrfacher täglicher Alexa-Nutzung locker eine Woche durch und ist preislich mit 180 Euro ähnlich teuer wie ein entsprechender Lautsprecher. Für laute Musikfeten ist es allerdings nicht das richtige Gerät, es ist eher für Nutzer, die vor allem die Alexa-Funktionen abseits der Musikwiedergabe nutzen.

Theoretisch eine gute Idee, in der Praxis nutzlos: die Gestensteuerung bei Sonys LF-S50G. Wir finden Knöpfe und Drehregler am Gerät deutlich praktischer. Klanglich bietet das Sony-Modell nichts Besonderes. Allerdings bieten die meisten getesteten Google-Assistant-Lautsprecher einen besseren Klang als der normale Google Home, der klanglich zu bedeckt ist. Keiner der Säulenlautsprecher schafft es, klanglich den Echo Show zu übertrumpfen. Wer einen besseren Klang als beim Echo Plus haben will, kann zum Echo Show greifen. Er bekommt für den gleichen Preis noch ein Display dazu, kann sich aber auf die guten Echo-Mikrofone verlassen.

Onkyo und Sonos bieten den besten Klang

Die derzeitige klangliche Oberklasse belegen mit deutlichem Vorsprung Onkyo und Sonos. Sowohl der G3 als auch der One bieten ein ausgewogenes Klangbild mit hämmerndem, knackigem Bass. Wem es auf einen möglichst guten Klang ankommt, der kann also zwischen den Plattformen von Google und Amazon wählen. Der One nutzt die Sonos-Funktionen und ist dadurch abseits der Sprachsteuerung universeller einsetzbar, die unvollständige Einbindung in das Sonos-Ökosystem ist aber eine Enttäuschung.

Außerdem müssen One-Käufer damit leben, dass sie nicht alle Alexa-Funktionen nutzen können. Den vollen Funktionsumfang gibt es derzeit nur für die Echo-Geräte und es ist schade, dass Amazon hier die eigene Plattform unnötig schwächt. Besonders schmerzlich vermissen wir die Alexa-Multiroom-Integration und die Anruffunktionen. In dieser Disziplin schneidet Google Assistant besser ab: Alles, was ein Home-Lautsprecher kann, steht auch auf einem Assistant-Lautsprecher anderer Hersteller uneingeschränkt zur Verfügung.  (ip)


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