Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/drm-google-erstellt-hdcp-fuer-intels-linux-treiber-1712-131496.html    Veröffentlicht: 05.12.2017 14:41    Kurz-URL: https://glm.io/131496

DRM

Google erstellt HDCP für Intels Linux-Treiber

Das Chromium-Team von Google erstellt eine HDCP-Implementierung für den Intel-Grafiktreiber unter Linux. Viele Nutzer kritisieren diese Umsetzung von sogenanntem DRM im Kernel. Der zuständige Intel-Entwickler beschwichtigt.

Der Linux-Entwickler Sean Paul, der für Google am Chromium-Projekt und Chrome OS arbeitet, hat Patches für den Linux-Kernel veröffentlicht, die die HDCP-Technik umsetzen. HDCP steht für High-bandwidth Digital Content Protection und dient als Kopierschutz etwa für Streaming-Dienste wie Netflix. Derartige Systeme werden von der Free-Software-Community kritisiert, weil der Kopierschutz sogenanntes DRM (Digitale Rechte Verwaltung) umsetzt, was prinzipiell abgelehnt wird. Diskussionen zu dem Thema sind, wie zum Beispiel auf Reddit, entsprechend ausufernd. Der zuständige Treiber-Maintainer Daniel Vetter sieht jedoch keine Probleme mit der Umsetzung von HDCP.

In einer Antwort auf entsprechend vorgetragene Kritik und Befürchtungen äußert Vetter zunächst Verständnis für die Sorge um Themen wie eben die "Content Protection". Der Entwickler versucht jedoch zu beschwichtigen und geht dabei vor allem auf die technischen Eigenheiten und die Funktionsweise der bereitstehenden Patches ein.

So zwingen Vetter zufolge die Patches niemanden zu irgendetwas. Vielmehr ermöglichen die Beiträge lediglich die Verwendung von HDCP, falls das gewünscht ist. Darüber hinaus geht Vetter auch davon aus, dass Nutzer, die HDCP und andere DRM-Techniken nicht verwenden wollen, in der Lage dazu sind, darauf zu verzichten.

Ebenso sei der Code standardmäßig gar nicht aktiv. HDCP könne lediglich durch eine explizite Anforderung an den Grafiktreiber aktiviert werden. "Unternehmungslustige Nutzer können ausprobieren, was passiert, wenn sie wollen", sonst passiere aber eben nichts, so Vetter. Deshalb brauche es auch keine spezielle Konfigurationsoption für HDCP. Der Intel-Maintainer beendet seine Antwort damit, dass der Open-Source-Treiber keine Code enthalten soll, der Nutzer schaden könnte. Das sei bei der HDCP-Umsetzung aus den erwähnten Gründen aber eben auch nicht der Fall.  (sg)


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