Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/studienabbrueche-schwundquote-im-informatikstudium-bei-50-prozent-1711-131423.html    Veröffentlicht: 30.11.2017 15:43    Kurz-URL: https://glm.io/131423

Studienabbrüche

Schwundquote im Informatikstudium bei 50 Prozent

Viele Informatikstudenten geben sehr schnell ihr Studium wieder auf. Die meisten sind bereits im 2. Semester weg, es gibt wenige Erkenntnisse dazu, wohin sie verschwinden.

Die Schwundquoten im Informatikstudium liegen bei circa 50 Prozent. Das sagte Ludger Porada von der Gesellschaft für Informatik (GI) Golem.de auf Anfrage. Die meisten Studenten würden bereits im 2. Semester verschwinden.

Das Thema sei schwierig. Das beginne schon bei der Definition von Studienabbruch. Die Experten sprächen daher eher von der Schwundquote, denn niemand wisse, wohin die Studenten wirklich verschwinden. Möglich sei, dass sie in andere Hochschulen oder auch in ein anderes Studienfach wechseln.

Diese Quoten differierten außerdem sehr stark. Sie seien an Universitäten höher als an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, an großen Hochschulen höher als an kleinen. "Selbst innerhalb der Hochschultypen gibt es starke Unterschiede. So sind alle Zahlen, die dazu veröffentlicht werden, kritisch zu sehen", erklärte Porada.

Zu dem Thema existiert eine etwas ältere Studie aus dem Jahr 2012. "Mit 43 Prozent ist der Abbrecheranteil in diesem Studienbereich aber nach wie vor überdurchschnittlich hoch", hieß es in der Analyse.

Im Jahr 2012 hatte es einen Anstieg der Studienanfänger um 17,8 Prozent auf 48.423 gegeben. Doch nach Berechnungen des IT-Branchenverbands Bitkom kamen 2011 nur rund 16.390 Hochschulabsolventen aus den IT-Disziplinen auf den Arbeitsmarkt.

Gesellschaft für Informatik: Aktuell weniger Studienanfänger

Die Zahl der Studienanfänger der Informatik ist aktuell rückläufig. 37.400 Studenten nahmen in diesem Jahr ein Studium der Informatik auf, das sind 4,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Studienanfängerinnen ist sogar um 8,8 Prozent zurückgegangen.

Insgesamt ist die Zahl der an deutschen Hochschulen eingeschriebenen Studierenden um 1,5 Prozent gesunken. Dazu kommt ein leichter Rückgang bei den Studienanfängern von 0,1 Prozent.  (asa)


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