Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/schleswig-holstein-bundesland-hat-bereits-32-prozent-echte-glasfaserabdeckung-1711-131326.html    Veröffentlicht: 24.11.2017 14:43    Kurz-URL: https://glm.io/131326

Schleswig-Holstein

Bundesland hat bereits 32 Prozent echte Glasfaserabdeckung

Weil es in Schleswig-Holstein viele Stadtwerke und Breitbandzweckverbände gibt, liegt das Land bundesweit im Ausbau vorn. Mit den aktuell laufenden Projekten sei für das Jahr 2020 mit einer Glasfaser-Abdeckung von 50 Prozent zu rechnen.

Das Bundesland Schleswig-Holstein liegt mit 32 Prozent Glasfaser-Abdeckung an der Bundesspitze. Das gab Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) bei der Jahrestagung des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko) am 23. November in Berlin bekannt. Wie ein Pressesprecher des Ministeriums Golem.de auf Nachfrage erklärte, sind hier FTTH (Fiber To The Home) beziehungsweise FTTB (Fiber To The Building) gemeint.

Mit Abdeckung sind die versorgten Haushalte (homes passed) gemeint. 24 Prozent haben den Glasfaserzugang auch gebucht. Bundesweit liege die Quote derzeit bei sieben Prozent. Laut der aktuellen TK-Marktstudie vom Oktober 2017 stieg die Zahl der aktiv genutzten Glasfaseranschlüsse bis zum Gebäude des Endkunden in Deutschland auf 880.000 - dies entspricht einem Plus von fast 17 Prozent. Die Zahl der Haushalte, denen FTTH/B angeboten wird, wächst bis Ende 2017 um mehr als 20 Prozent auf 3,1 Millionen.

Bis zum Jahr 2025 will Schleswig-Holstein ein flächendeckendes Angebot bereitstellen und stellt dafür zusätzlich 50 Millionen Euro bereit.

Wie Buchholz sagte, sei die Spitzenposition des Landes auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Schleswig-Holstein verfüge über eine breit aufgestellte Anbieterlandschaft, die vor allem von regionalen Akteuren geprägt sei. So seien neben 15 Stadtwerken und verschiedenen Breitbandnetzgesellschaften, die vor allem aus der Windbranche stammen, rund 20 kommunale Breitbandzweckverbände dort aktiv, wo kein privatwirtschaftlicher Ausbau stattfinde. Stadtwerke können den Ausbau mit Glasfaser sehr viel besser finanzieren, weil sie nicht auf kurzfristige Gewinnsteigerungen angewiesen sind.

Die Investitionsbank Schleswig-Holstein stelle als Förderinstitut des Landes spezielle Finanzierungskonzepte bereit und habe über ihre Darlehen Investitionen von 500 Millionen Euro ausgelöst.

Bereits mit den aktuell laufenden Projekten sei für das Jahr 2020 mit einer Glasfaserabdeckung von 50 Prozent und bis 2022 mit einer Abdeckung von 62 Prozent zu rechnen. Zugleich appellierte der Minister aber auch an alle Betriebe und Haushalte im Land, Glasfaseranschlüsse auch zu ordern, wenn sie erhältlich seien.  (asa)


Verwandte Artikel:
FTTH/B: Zwei Bundesländer wollen "Glasfaser first"   
(19.06.2017, https://glm.io/128446 )
Glasfaserstudie: Telekom widerspricht Kritik an Vectoring-Förderung in Bayern   
(12.03.2018, https://glm.io/133279 )
Stadtwerke Finsterwalde: 80 Prozent der Bewohner wollen FTTH   
(24.01.2018, https://glm.io/132360 )
WIK: Bayern fördert fast nur Vectoring   
(09.03.2018, https://glm.io/133256 )
Samsung Q9FN: QLED-Fernseher bekommen direkte Hintergrundbeleuchtung   
(08.03.2018, https://glm.io/133216 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/