Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/erneuerbare-energien-tesla-baut-in-drei-monaten-einen-netzspeicher-in-australien-1711-131321.html    Veröffentlicht: 24.11.2017 10:56    Kurz-URL: https://glm.io/131321

Erneuerbare Energien

Tesla baut in drei Monaten einen Netzspeicher in Australien

Tesla hat in wenigen Monaten den derzeit größten Lithium-Ionen-Netzspeicher in Australien aufgebaut. Tesla-Chef Elon Musk hatte gewettet, das zu schaffen. In Deutschland wird gerade der größte nationale Netzspeicher in Betrieb genommen.

Fristgerecht geliefert: Tesla hat in weniger als drei Monaten den derzeit größten Netzspeicher fertiggestellt. Er soll in der kommenden Woche in Betrieb gehen. Die Motivation, das Projekt fertigzustellen war groß: Wenn die Arbeiten zu lange gedauert hätten, hätte Tesla die Kosten selbst tragen müssen.

Der Speicher hat eine Kapazität über 120 Megawattstunden und ist damit der derzeit größte Speicher mit Lithium-Ionen-Akkus. Er besteht aus Powerpacks, Akku-Modulen mit einer Speicherkapazität von je 210 Kilowattstunden. Die Anlage steht in Jamestown im australischen Bundesstaat South Australia und ist mit einem nahegelegenen Windkraftwerk verbunden. Ähnliche Speicher hat Tesla auch schon unter anderem auf Hawaii und in Kalifornien gebaut.

Musk wettet um alles oder nichts

Das Projekt beruht auf einer Wette, die Tesla-Chef Elon Musk im März über Twitter mit dem Mike Cannon-Brookes, Gründer und Chef des Software-Unternehmens Atlassian, abgeschlossen hatte. Cannon Brookes provozierte Musk, ob er es ernst meine, einen solchen Speicher in 100 Tagen zu bauen. Musk entgegnete daraufhin, der Speicher sei in dieser Frist nach Vertragsabschluss einsatzbereit. Falls nicht, übernehme Tesla die Kosten - immerhin rund 50 Millionen US-Dollar.

Die Wette wurde im März verabredet. Im Juli vereinbarten Tesla und die Regierung von South Australia das Projekt. Der Vertrag wurde am 29. September abgeschlossen. Seit diesem Tag lief die Frist. Allerdings war zu dem Zeitpunkt schon ein nicht unerheblicher Teil der Anlage fertig. Der Speicher soll am 1. Dezember in Betrieb genommen werden.

Der Bundesstaat South Australia hatte den Bau eines Speichers für Strom aus erneuerbaren Quellen beschlossen, um die Stromversorgung zu sichern. Das gilt vor allem für die Sommermonate Dezember bis März. Anlass war ein großer Stromausfall im September 2016. Davon war der gesamte Bundesstaat mit etwa 1,7 Millionen Einwohnern betroffen.

Deutschlands größter Speicher steht in Baden

Ein kleinerer Speicher ist gerade in Deutschland in Betrieb genommen worden: Das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie hat in Pfinztal bei Karlsruhe einen Speicher eingerichtet. Er soll den Strom von einem Windrad und mehreren Solarmodulen speichern. So soll sich der Ort selbst mit Strom versorgen können.

Der Speicher ist ein Redox-Flow-Speicher. Darin befinden sich zwei flüssige Elektrolyte. Sie sind durch eine Membran getrennt, an der sie Elektronen aufnehmen und abgeben. Der Speicher enthält 650.000 Liter Elektrolyte. Er hat eine Speicherkapazität von 20 Megawattstunden und ist damit aktuell der größte Stromspeicher Deutschlands.  (wp)


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