Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/star-wars-battlefront-2-macht-und-mikrotransaktionen-1711-131252.html    Veröffentlicht: 21.11.2017 11:05    Kurz-URL: https://glm.io/131252

Star Wars Battlefront 2

Macht und Mikrotransaktionen

Lucasfilm begrüßt die temporäre Entfernung von Lootboxen in Star Wars Battlefront 2. In Großbritannien reagieren Käufer zurückhaltend und in Frankreich gibt es einen ersten Ruf nach Untersuchungen durch die Glücksspielaufsicht. EA steht wegen Mikrotransaktionen weiter unter Druck.

Wenige Stunden vor dem offiziellen Verkaufsstart von Star Wars Battlefront 2 hat Publisher Electronic Arts die Mikrotransaktionen in dem Actionspiel vorübergehend entfernt. Inzwischen wird immer klarer, dass auch der Druck durch Disney und Lucasfilm zu dem Schritt geführt hat - die beiden Unternehmen haben sich offenbar Sorgen gemacht, dass die anhaltende Kritik die Marke Star Wars beschädigt.

Laut einem Bericht des Wall Street Journal soll sich sogar Disney-Konzernchef Robert Iger mit dem Thema beschäftigt haben. Letztlich habe sich dann Jimmy Pitaro, der unter anderem für interaktive Medien zuständige Vorstand, bei Electronic Arts gemeldet und Druck gemacht, für ein Ende der Kritik zu sorgen - was denn vermutlich in das temporäre Aus für die Lootboxen gemündet ist.

Lucasfilm als ein wichtiger Partner, der eng in die Produktion von Battlefront 2 involviert war, hat die Entscheidung inzwischen laut dem Wall Street Journal ebenfalls begrüßt: "Die Fans stehen im Mittelpunkt von Star Wars. Deshalb begrüßen wir die Entscheidung von EA, die Ingame-Zahlungen vorübergehend zu deaktivieren."

Erste Zahlen von Star Wars Battlefront 2 aus Großbritannien deuten darauf hin, dass die Debatte um die Lootboxen sich womöglich auf den Verkaufserfolg des Spiels auswirkt. Das Branchenmagazin Gamesindustry.biz will erfahren haben, dass Battlefront 2 rund 61 Prozent weniger Exemplare als von dem vor zwei Jahren veröffentlichten ersten Battlefront verkauft hat. Allerdings habe es damit nur knapp den Sprung auf die Nummer 1 der Charts verpasst, den Call of Duty WW2 weiter innehat. Beim Umsatz lag Battlefront 2 nach Angaben von Gamesmarkt sogar auf der Spitzenposition.

Ein uneinheitliches Bild ergibt sich auf deutschen Handelsplattformen: In den Verkaufscharts von Amazon.de etwa liegt der Titel derzeit zwar weit abgeschlagen auf Rang 38. Es gibt aber seit der Veröffentlichung am 17. November 2017 schon erstaunlich viele Nutzerbewertungen - und die sind (bei einem hohen Anteil verifizierter Käufer) mit einem Schnitt von 3,6 von 5 Sternen gar nicht so übel, wie die Diskussionen in der Community hätten vermuten lassen.

Neuer Ärger droht der Spielebranche aber unter Umständen von anderer Seite: In den vergangenen Wochen hatten bereits Behörden in den Niederlanden und in Belgien angekündigt, sich mit der Frage zu beschäftigen, ob Lootboxen möglicherweise verbotenes Glücksspiel sind.

Nun will auch in Frankreich ein Politiker eine entsprechende Untersuchung: Jérôme Durain von der Parti Socialiste (die bis vor kurzem mit François Hollande den Staatspräsidenten gestellt hatte) hat vor einigen Tagen auf Twitter einen offenen Brief mit einer entsprechenden Forderung veröffentlicht - in dem er sich ausdrücklich auch auf Lootboxen und Pay to Win in Star Wars Battlefront 2 bezieht.  (ps)


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