Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/arm-server-cray-und-microsoft-nutzen-caviums-thunder-x2-1711-131225.html    Veröffentlicht: 20.11.2017 07:47    Kurz-URL: https://glm.io/131225

ARM-Server

Cray und Microsoft nutzen Caviums Thunder X2

Gleich zwei große Hersteller bauen ARM-Server, beide verwenden eine Version des Thunder X2 mit bis zu 54 Kernen: Cray integriert sie in die XC50-Einschübe, Microsoft in die Azure-Knoten. Die Chips sind damit eine Alternative zu x86-CPUs von AMD und Intel.

Cray wird künftig ARM-Chips in seinen XC50-Servern einsetzen und Microsoft bei seinen Azure-Systemen für Project Olympus. Das gaben beide Hersteller auf der Supercomputing 2017, einer alljährlichen Konferenz für High Performance Computing (HPC), bekannt. Cray und Microsoft verwenden die Cavium Thunder X2, das sind ARM-basierte Prozessoren mit bis zu 54 CPU-Kernen.

Die XC50-Cluster von Cray gibt es bisher nur mit Intels Xeon-Chips bis hin zu den aktuellen Skylake-SP mit 28 Cores. Die Systeme mit zwei Thunder X2 können mit bis zu 512 GByte DDR4-Speicher bei 240 GByte die Sekunde Datentransferrate ausgerüstet werden, da Cray insgesamt zwölf Kanäle bestückt. Passend dazu werden die Nodes mit optimiertem Compiler und Linux ausgeliefert. Die Blades können in den XC50-Schränken mit x86-Xeon-Einschüben kombiniert werden, auch solche mit Tesla P100 oder Xeon Phi sind möglich. Cray liefert die XC50-Cluster mit den Thunder X2 ab dem zweiten Quartal 2018 aus.

Azure auf Thunder X2

Von Microsoft kommt das Project Olympus Cavium Thunder X2 Motherboard für die Azure-Server. Die Referenz-Platine nimmt zwei spezielle Thunder X2 mit Broadcoms Vulcan-Technik und 32 Kernen sowie je 195 Watt thermischer Verlustleistung auf und hat 24 Speicher-Slots aufgeteilt auf 16 Kanäle. Bei zwei DIMMs pro Channel (2DPC) sinkt die Geschwindigkeit von DDR4-2667 auf DDR4-2400, maximal sind 1 TByte RAM möglich. Bei 64 GByte pro Modul sollten es allerdings 1,5 TByte sein. Neben RDIMMs werden auch nicht flüchtige NVDIMMs angesprochen. Das Board unterstützt vier Sata-6-GBit/s-Ports und vier PCIe-x16-Steckplätze für Beschleuniger, es können fünf M.2-NVMe-SSDs montiert werden.

Microsoft verwendet eine ARM64-kompatible Version von Windows Server, genauso wie bei Qualcomms Centriq 2400. Die haben mit 48 etwas weniger Kerne und sind dank 10-nm-Herstellungsverfahren mit 120 Watt sparsamer, könnten aber dennoch schneller rechnen. Project Olympus gibt es auch mit AMDs Epyc-CPUs und mit Intels Xeon Scalable Processors.

Mit HPE hat zudem ein dritter großer Hersteller ein ARM-System angekündigt: Das Apollo 70 nutzt ebenfalls den Thunder X2 von Cavium, es gibt aber bisher keine Details dazu.  (ms)


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