Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/funkverbindungen-us-behoerden-wollen-boeing-757-gehackt-haben-1711-131150.html    Veröffentlicht: 15.11.2017 10:00    Kurz-URL: https://glm.io/131150

Funkverbindungen

US-Behörden wollen Boeing 757 gehackt haben

Nur mit Equipment, das die Sicherheitskontrolle passieren kann, wollen Mitarbeiter der US-Regierung eine Boeing 757 übernommen haben. Der Hack soll bereits vor mehr als einem Jahr stattgefunden haben und wurde über die Funkausrüstung vorgenommen.

Mitarbeiter des US-Department of Homeland Security wollen gemeinsam mit Vertretern aus der Industrie und der Forschung Systeme einer geparkten Boeing 757 gehackt haben. Dafür sei nur Equipment verwendet worden, das ohne Probleme durch eine Sicherheitskontrolle am Flughafen mitgenommen werden kann, heißt es. Der Hack wurde auf der Konferenz "2017 Cybersat Summit" in Tysons Corner im US-Bundesstaat Virginia vorgestellt, technische Details gibt es aber bislang kaum.

"Wir haben das Flugzeug am 19. September 2016 bekommen. Zwei Tage danach konnte ich erfolgreich aus der Ferne eine nichtkooperative Penetration der Systeme erreichen", sagte Robert Hickery, Manager für Flugsicherheit in der Cyber-Security-Einheit des DHS nach Angaben der Publikation Defense Daily.

"Niemand hat das Flugzeug berührt, es gab keinen Insider-Threat." Er habe nur Equipment genutzt, das die Sicherheitskontrolle problemlos passieren kann. Das Flugzeug sei über Funkfrequenzen übernommen worden. Basierend auf der normalen Funkkonfiguration der meisten Flugzeuge könne man sich "relativ schnell erschließen, wie wir es gemacht haben". Am wahrscheinlichsten ist, dass tatsächlich die Funksysteme der Boeing angezapft wurden und nicht etwa das eventuell an Bord vorhandene WLAN-Netzwerk. Dieses sollte eigentlich komplett vom Rest der Elektronik abgekoppelt sein.

Die Kosten für eine Umrüstung könnten Fluggesellschaften in den Bankrott treiben

Hickey sagt, er sei sich selbst noch nicht im Klaren, wie die Probleme gelöst werden könnten. Die Avionik-Systeme älterer Flugzeuge abzusichern, würde den Fluglinien enorme Kosten verursachen und könne einige sogar in den Bankrott treiben. Die Änderung einer Zeile Code würde schon 1 Million US-Dollar kosten. Moderne Flugzeuge wären auch mit Bedacht auf das Thema IT-Sicherheit entwickelt worden - doch der Markt werde derzeit noch zu 90 Prozent von älteren Flugzeugen dominiert.

Für den Hack wurde eigens eine Boeing 757 angeschafft und für mehrere Tage auf dem Flughafen von Atlantic City im US-Bundesstaat New Jersey geparkt.  (hg)


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