Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/gaming-smartphone-im-test-man-muss-kein-gamer-sein-um-das-razer-phone-zu-moegen-1711-131134.html    Veröffentlicht: 15.11.2017 12:03    Kurz-URL: https://glm.io/131134

Gaming-Smartphone im Test

Man muss kein Gamer sein, um das Razer Phone zu mögen

Razers erstes Smartphone soll sich besonders gut für Gaming eignen. Im Test zeigt sich schnell: Das stimmt zwar, das Gerät zeichnet sich aber durch wichtigere Eigenschaften aus.

Nach der Übernahme von Nextbit war es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis der Gaming-Hersteller Razer neben Notebooks auch ein eigenes Smartphone produzieren würde. Anfang November 2017 war es dann so weit: Das erste Smartphone mit 120-Hz-Display wurde offiziell vorgestellt.

Das Razer Phone soll sich - passend zum restlichen Portfolio des Herstellers - explizit für Mobile Gaming eignen. Dafür hat es neben dem Display mit hoher Bildschirmfrequenz auch eine automatische Anpassung derselben an die aktuelle Bildrate, was zu einer flüssigeren Darstellung führen soll, sowie Stereolautsprecher.

Im Test überprüfen wir, ob sich das Gerät beim Spielen wirklich von anderen aktuellen Topsmartphones unterscheidet. Braucht es für Mobile Games das Razer Phone? Die Frage ist unter anderem, wie viel das 120-Hz-Display im direkten Vergleich wirklich bringt. Neben dem Gaming-Aspekt interessiert uns außerdem die Kamera, die wir uns im Hands on noch nicht genauer anschauen konnten.

Warum klein, wenn es auch groß geht?

Das Razer Phone ist mit einer Größe von 157 x 77,5 x 7,8 mm ein ziemlich wuchtiges Smartphone. Die Maße entsprechen in etwa denen des iPhone 8 Plus, das allerdings einen kleineren Bildschirm hat. Das Display des Razer Phones ist 5,72 Zoll groß, der Abstand zum Gehäuserand beträgt oben und unten 15,7 mm - "randlos" ist das Smartphone verglichen mit anderen aktuellen Topgeräten wie Samsungs Galaxy Note 8, dem LG G6 oder dem Huawei Mate 10 beileibe nicht.

In den breiten Rändern hat Razer jeweils einen Lautsprecher untergebracht, das Smartphone kann entsprechend Stereosignale abspielen. Der Klang ist daher sehr räumlich, was besonders bei Filmen und Spielen vorteilhaft ist. Das Gerät unterstützt Dolby Atmos, die Klangeinstellung kann in der Atmos-App der jeweiligen Situation angepasst werden - die Voreinstellungen sind für unseren Geschmack aber etwas lasch.

Stereolautsprecher wirken zunächst etwas kraftlos

Die vorhandenen Voreinstellungen, unter anderem Musik, Film und Sprache, empfinden wir jedoch allesamt als zu basslos. Darunter leidet der Gesamtklang des Razer Phones, den wir in diesen Grundeinstellungen trotz zweier Lautsprecher mit eigenen Treibern als merklich schlechter als den des Huawei Mate 10 oder des iPhone 8 Plus empfinden.

Zwar bieten die Speaker des Razer Phones einen wesentlich räumlicheren Klang und sind vor allem sehr laut, der Gesamtklang ist allerdings zu höhenbetont. Besser wird das, wenn wir in der Dolby-App selbst den Equalizer einstellen. Dann lässt sich ein wesentlich besserer Klang wählen, was zeigt, dass schlicht die Presets nichts taugen. Allerdings müssen wir auch hier den Regler für die Bässe auf Maximum stellen, um an den Bassklang eines iPhone 8 Plus oder Mate 10 heranzukommen.

Breiter Stereoklang macht sich bei Spielen gut

Dann macht es allerdings auch weitaus mehr Spaß, mit dem Razer Phone Filme zu schauen oder Spiele zu spielen. Verglichen mit den meisten anderen aktuellen Topsmartphones ist der Klang räumlicher, da zwei echte Stereolautsprecher vorne eingebaut sind. Huawei beispielsweise bietet bei seinen jüngsten Smartphones ebenfalls einen räumlichen Klang, indem der Lautsprecher des Hörers mitgenutzt wird. Der Raumklang ist dabei aber nicht mit dem des Razer Phones vergleichbar.

Die breiten Ränder wurden dem Hersteller zufolge auch gewählt, damit das Smartphone beim Spielen im Querformat besser gehalten werden kann. Das ist durchaus ein wichtiger Punkt: Bei Geräten mit den aktuell sehr angesagten schmalen Rahmen haben wir öfter das Problem, mit der Innenseite unserer Hände das Display zu berühren und so Eingaben mit unseren Fingern zu verhindern. Das passiert beim Razer Phone nicht, Geschmackssache ist der breite Rahmen aber dennoch.

Zudem sind die beiden darin integrierten Lautsprecherabdeckungen Schmutzfänger: Sie sind mit zahlreichen kleinen Löchern versehen, was zwar gut aussieht, aber ein Magnet für festsitzende Krümel ist. Bereits nach einem Tag konnten wir die ersten Schmutzpartikel entdecken, die teilweise nur sehr schwer wieder zu entfernen sind.

Zwischen den beiden Frontlautsprechern des Razer Phone sitzt ein 5,72 Zoll großes Igzo-Display mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln, das von Sharp produziert wird und Bildfrequenzen von bis zu 120 Hz unterstützt.

Hochauflösendes Igzo-Display mit Q-Sync

Der Unterschied zwischen einem Smartphone mit 60 Hz und dem auf 120 Hz eingestellten Razer Phone ist besonders in den Menüs, auf dem Startbildschirm oder auch im Browser sichtbar: Inhalte scrollen geschmeidiger. Zudem beherrscht das Razer Phone als erstes Smartphone Q-Sync. Dabei wird die Bildschirmfrequenz kontinuierlich an die Bildrate angepasst, was zu einer flüssigeren Darstellung führen soll.

Zum Start gibt es bereits einige Spiele, die das 120-Hz-Display und Q-Sync unterstützen, beispielsweise das Rennspiel Gear Club oder das Moba-Spiel Arena of Valor. Wir haben die Spiele zum Vergleich auf dem Pixel 2 XL gespielt und mit dem iPhone X im Zeitlupenmodus bei 120 fps gefilmt. Dabei wird die unterschiedliche Frequenz sichtbar.

Höhere Bildwiederholrate in Spielen kaum bemerkbar

Im Spiel selbst merken wir mit bloßem Auge aber eigentlich nichts von der höheren Hertzzahl oder Q-Sync. Bei Gear Club finden wir auch nach einem Seiten-an-Seiten-Vergleich nicht, dass sich die Leistung zwischen dem Razer Phone und dem Pixel 2 XL nennenswert unterscheidet - wenn wir nur mit unseren eigenen Augen draufschauen. Die Bäume und Schilder rauschen in gleicher Art und Weise vorbei, auf beiden Smartphones ruckelt die Darstellung nicht. Das Spiel läuft auf dem Razer Phone bei uns bei maximal 85 fps. Auch bei Arena of Valor können wir keinen für uns merkbaren Unterschied ausmachen, wir haben das Spiel auf beiden Smartphones im High-Framerate-Modus gespielt. Beim Razer Phone ging die Framerate dabei auf knapp über 70 fps hoch.

Nennenswert sichtbar ist der Unterschied zwischen dem 120-Hz-Display des Razer Phones und dem 60-Hz-Display des Pixel 2 XL tatsächlich eher bei der Benutzeroberfläche oder Apps, die keine Spiele sind - etwa dem Browser. Dann wirkt die Darstellung flüssiger, was uns bei den von uns ausprobierten Spielen einfach nicht aufgefallen ist.

Denkbar ist natürlich, dass in Zukunft noch Spiele folgen werden, bei denen der Unterschied stärker sichtbar ist. Wir stellen uns allerdings die Frage, wie viele Mobile-Gamer darauf tatsächlich Wert legen: Wir zumindest haben in der wackeligen U-Bahn nicht zwingenderweise darauf geachtet, wie flüssig die Darstellung ist.

Bildfrequenz lässt sich generell und für jedes Spiel einstellen

Wer den Unterschied zwischen 60 und 120 Hz nicht sieht oder wem die flüssigere Darstellung in den Menüs und manchen Apps egal ist, kann die Einstellungen auch auf 30, 60 oder 90 Hz stellen. Im Werkszustand sind 90 Hz eingestellt. Mit der vorinstallierten Game-Booster-App ist es zudem möglich, für jede App separate Einstellungen vorzunehmen.

Generell lässt sich hier ein allgemeiner Energiesparmodus aktivieren. Wir können aber auch für die einzelnen Apps separate Einstellungen vornehmen: Hier lassen sich die Taktfrequenz, die Auflösung, die Bildrate und Anti-Aliasing einstellen. Das ist praktisch, um etwa grafisch einfachen Spielen wie Puzzles oder Geduldsspielen eine niedrigere Auflösung, geringere Bildrate und niedrigere Prozessorleistung zuzuweisen. Bei aufwendigen Spielen hingegen können wir entsprechend hohe Leistungswerte einstellen. Auf diese Weise lässt sich bei bestimmten Apps etwas Akku sparen, ohne bei aufwendigen auf die notwendige Leistung verzichten zu müssen.

Gutes Display, unauffällige 120 Hz

Insgesamt betrachtet hat Razer bei seinem ersten Smartphone ein gutes Display verbaut: Die Auflösung ist hoch, entsprechend scharf sind die Inhalte. Die mögliche Bildrate von 120 Hz ist unserer Meinung nach besonders bei alltäglicher Nutzung des Homescreens, des Browsers sowie generell Apps mit Scrolling sinnvoll: Dann werden Bildschirminhalte sehr flüssig angezeigt, was auch ohne direkten Vergleich sichtbar ist. Etwas unschön ist der Umstand, dass das Display stärker als andere Bildschirme an Helligkeit verliert, wenn wir von der Seite draufschauen.

Beim Prozessor geht Razer bei seinem ersten Smartphone keine Risiken ein und setzt auf eines der aktuell leistungsfähigsten SoCs.

Bekanntes SoC für gute Leistung

Als SoC setzt Razer Qualcomms Snapdragon 835 mit einer maximalen Taktrate von 2,36 GHz ein. Dem Hersteller zufolge dient der Alurahmen des Smartphones als Heatsink - ein System, das allerdings nicht Razer exklusiv einsetzt. Spielen wir anspruchsvolle Spiele, wird die Rückseite des Gerätes merklich warm, allerdings nicht heiß. Wir können problemlos auch über längere Zeit auf dem Razer Phone spielen, ohne dass uns das Smartphone zu warm in der Hand wird.

Wie erwartet laufen auch anspruchsvolle Spiele flüssig, mehrere offene Apps bewältigt das System gut. In den Benchmarks schneidet das Smartphone auf dem gleichen Level wie andere Geräte mit dem Snapdragon 835 ab: Im Single-Test des Geräte-Benchmarks Geekbench 4.1 kommt das Razer Phone auf 1.944 Punkte, im Grafiktest GFX Bench schafft das Smartphone im Car-Chase-Test einen Offscreen-Wert von 25 fps. Im Icestorm-Unlimited-Test des 3DMark erreicht es 40.454 Punkte.

Der Arbeitsspeicher ist 8 GByte groß, der eingebaute Flash-Speicher 64 GByte. Ein Steckplatz für Micro-SD-Karten ist eingebaut, etwas mehr Flash-Speicher hätten wir uns allerdings gewünscht - schließlich ist das Razer Phone ein Gaming-Smartphone, und anspruchsvolle Mobile Games sind heutzutage über 1 GByte groß. Das Gerät unterstützt LTE auf allen in Deutschland wichtigen Frequenzbändern, WLAN beherrscht das Smartphone nach 802.11ac. Bluetooth läuft in der Version 4.2, ein NFC-Chip und ein GPS-Empfänger sind eingebaut.

Dual-Kamera macht gute Fotos

Auf der Rückseite ist eine Dual-Kamera verbaut. Diese hat ein Weitwinkelobjektiv mit einer Anfangsblende von f/1.75 sowie ein Teleobjektiv mit einer Anfangsblende von f/2.6 - also das gleiche System, wie es unter anderem auch Apple bei seinen iPhones verwendet. Die Sensoren haben jeweils 12 Megapixel.

Tageslichtaufnahmen sehen sehr gut aus, den Vergleich zum Pixel 2 XL muss das Razer Phone nicht scheuen. Die Schärfe ist gut, zudem gibt es sogar weniger Artefakte als bei Googles neuem Smartphone. Auch der Weißabgleich funktioniert gut, die Belichtung stimmt. Bei Aufnahmen in schummriger Beleuchtung, beispielsweise in Innenräumen, nimmt die Zahl der Artefakte zu, die Qualität der Bilder ist aber immer noch sehr gut und auf dem Niveau des Pixel 2 XL.

Kamera-App benötigt dringend ein Update

Die Schwäche der Kamera ist aktuell noch ihre App: Razers Kameraanwendung kann noch nicht besonders viel. Außer dem Fehlen des Auto-HDR-Modus fällt beispielsweise auf, dass es keinen Porträtmodus gibt - trotz zweier Kameras. Dieser soll Razer zufolge mit einem Update nachgeliefert werden; wir hätten uns zum Start eine komplette App gewünscht.

Eigenartig ist auch, dass wir keine Schaltfläche haben, um auf das Teleobjektiv umzuschalten - obwohl Razer dies in der Pressemitteilung zu seinem Smartphone erwähnte. Wir können zwar stattdessen mit unseren Fingern zoomen, allerdings wird uns nicht angezeigt, wann wir den Brennweitenbereich des zweiten Objektivs verlassen. So wissen wir nicht, wann wir den Digitalzoom nutzen und wann den optischen Zoom.

Guter digitaler Zoom

Zugegebenermaßen ist der digitale Zoom recht gut: Selbst stark vergrößerte Bilder sind überraschend scharf, auch beim Hineinzoomen. Dennoch wäre es gut, wenn Razer den Wechsel zwischen den beiden Objektiven per Schaltfläche rasch nachliefert. Ein paar Aufnahmemodi wären zudem auch nicht schlecht.

Die Frontkamera hat 8 Megapixel und reicht für Selbstporträts aus. Videos kann die Hauptkamera mit einer Auflösung von bis zu 4K aufnehmen. Dann ist die Bildstabilisierung aber nur noch minimal; dank Software sehr gut stabilisierte Videos erhalten wir, wenn wir als Auflösung Full-HD wählen. Die Bildrate können wir nicht einstellen.

Insgesamt gefällt uns die Kamera sehr gut, allerdings benötigt die Software dringend eine Überarbeitung und eine Erweiterung. Die Bildqualität ist aber jetzt bereits sehr gut, auch im Vergleich mit dem Pixel 2 XL, das eine sehr gute Fotokamera hat.

Fingerabdrucksensor schlecht zu ertasten

Aufgrund der Lage der Stereolautsprecher auf der Vorderseite konnte Razer den Fingerabdrucksensor nicht unter dem Display einbauen. Auf der Rückseite befindet er sich aber auch nicht.

Der Fingerabdrucksensor ist wie bereits beim Nextbit Robin im Ein-Schalter am rechten Rand eingebaut. Dieser ist plan zum Gehäuse, weswegen wir ihn ohne Hinzusehen mitunter nicht gleich beim ersten Mal mit unserem Daumen treffen. Das nervt uns und ist schade, da der Sensor an sich sehr zuverlässig und schnell funktioniert - wir müssen ihn nur halbwegs gut treffen, was nicht immer gelingt.

Auslieferung noch mit Android 7.1.1

Ausgeliefert wird das Razer Phone mit Android 7.1.1, das Upgrade auf Android 8 soll Anfang 2018 folgen. Als Launcher hat Razer die zahlungspflichtige Version des Nova Launchers installiert. Dieser sieht in der Grundkonfiguration aus wie pures Android, bietet aber zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. So lassen sich unter anderem die Maße unseres Startbildschirms und der Symbole darauf anpassen, der Stil des App-Drawers wählen oder auch generell das Aussehen der Symbole anpassen. Die Einstellungsmöglichkeiten übertreffen die des Standard-Androids sehr.

Der Google Assistant ist vorinstalliert, er kann zudem als weitere Seite auf dem Hauptbildschirm angezeigt werden. Neben vier Spieleverknüpfungen ist auf unserem Testgerät nur die Game-Booster-App vorinstalliert und keine weitere Bloatware - das ist löblich.

Großer Akku und Schnellladen

Das Razer Phone hat einen nicht ohne weiteres wechselbaren Akku mit einer Nennladung von 4.000 mAh - das Smartphone gehört damit zu den Geräten mit den größten Akkus auf dem Markt. Auch bei häufigem Spielen soll so die Laufzeit lang genug sein.

Bei 120 Hz können wir einen Full-HD-Film acht Stunden lang schauen - ein durchschnittlich guter Wert. Schalten wir die Bildfrequenz auf 60 Hertz herunter, erreichen wir eine etwas längere Laufzeit von ungefähr zehn Stunden.

Das Smartphone unterstützt Quickcharge 4+. Einen Kopfhöreranschluss hat das Smartphone nicht: Nutzer müssen entweder einen Bluetooth-Kopfhörer verwenden, einen mit USB-Typ-C-Anschluss oder den mitgelieferten Dongle.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Razer Phone soll ab dem 17. November 2017 über Razers Onlineshop Razerzone.com erhältlich sein. Der Preis liegt bei 750 Euro.

Fazit

Razer hat mit seinem ersten Smartphone ein überraschend gutes Gerät abgeliefert: Die Hardware ist oberklassig, die Verarbeitung sehr gut. Das Design ist sicherlich Geschmackssache, hat aber auf jeden Fall Wiedererkennungswert. Eine Offenbarung im Mobile-Gaming-Bereich ist das Razer Phone für uns allerdings nicht.

Das liegt schlicht daran, dass wir beim Spielen auf aktuellen Topsmartphones nichts vermissen: Wir haben beispielsweise bei den von uns getesteten Spielen mit bloßem Auge keinen nennenswerten Unterschied zwischen dem Razer Phone und der Darstellung auf dem Pixel 2 XL ausmachen können. Auf dem Startbildschirm und beim Scrollen in manchen anderen Apps hingegen können wir sehen, dass die hohe Bildfrequenz etwas bringt.

Beim Spielen, besonders unterwegs, kommen die möglichen Vorteile des 120-Hz-Displays und Q-Sync aber nicht zur Geltung. Ob wir nun mit dem Auto über die Piste rasen oder Gegner in einem Moba-Game vermöbeln: Razer Phone oder Pixel 2 XL, das macht für uns keinen Unterschied.

Auch der eingebaute Snapdragon 835 ist bei weitem kein Alleinstellungsmerkmal des Razer Phones, das es zu einem speziellen Gaming-Smartphone machen würde. Nicht nur das Pixel 2 XL nutzt Qualcomms aktuelles Top-SoC, sondern auch eine Reihe anderer aktueller Oberklasse-Smartphones.

Einen Unterschied machen durchaus die Lautsprecher: Nachdem wir ihren Klang manuell eingestellt haben, klingen sie nicht nur räumlich, sondern auch gut. Die Voreinstellungen der Dolby-Atmos-App hingegen waren für unseren Geschmack zu höhenlastig.

Obwohl Razers Prämisse, ein echtes Gaming-Smartphone zu veröffentlichen, unserer Meinung nach verpasst wurde (beziehungsweise auch von zahlreichen anderen Herstellern erfüllt wird), ist das Razer Phone bei weitem kein schlechtes Smartphone. Im Gegenteil: Für einen Preis, der stellenweise unterhalb des Einstiegspreises der Konkurrenz liegt, bekommen Käufer ein sehr gutes Smartphone.

Das 120-Hz-Display mit dem butterweichen Scrolling gibt es für 750 Euro zur sehr guten Kamera, der guten Verarbeitung, dem tollen Display und dem guten Sound noch obendrauf. Das ist kein schlechter Deal. Und möglicherweise wird es noch Spiele geben, bei denen sich die Vorzüge des Razer Phones besser ausmachen lassen - bereits jetzt sollte das Gerät aber bei Freunden großer Smartphones Beachtung finden.  (tk)


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