Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/google-chrome-will-nervige-werbe-umleitungen-blockieren-1711-131090.html    Veröffentlicht: 10.11.2017 16:20    Kurz-URL: https://glm.io/131090

Google

Chrome will nervige Werbe-Umleitungen blockieren

Nutzer werden von Werbebannern oft ohne eigene Interaktion auf andere Seiten umgeleitet. Oder die Interaktion wird böswillig erzwungen. Diese Redirects sollen künftig im Chrome-Browser blockiert und Anwender darüber informiert werden.

Die Entwickler des Chrome-Browsers gehen ein Problem an, das wohl viele Nutzer extrem nervt: die automatische und vor allem unerwartete Umleitung auf einigen Webseiten. Das betreffe zwar nur eine kleine Anzahl von Seiten, trotzdem seien rund 20 Prozent aller Beschwerden von Chrome-Nutzern auf dem Desktop auf diese Umleitungen zurückzuführen, so Ryan Schoen, Chrome Product Manager bei Google. Solche Redirects sollen deshalb künftig durch den Browser blockiert werden.

Laut der Ankündigung geschieht diese für Nutzer scheinbar grundlose Umleitung durch die Einbettung von "Drittanbieter-Inhalten" in der Seite, und der Redirect sei durch die Urheber und Betreuer der Webseite natürlich nicht vorgesehen. Google vermeidet es in der Beschreibung, zu erwähnen, dass diese Redirects meist durch bösartige Werbung verursacht werden.

Ab Januar ist Schluss mit Redirects

Ab Version 64 des Chrome-Browsers, der Ende Januar kommenden Jahres veröffentlicht werden soll, sollen Redirects, die von Drittanbieter-Iframes ausgehen, komplett unterbunden werden. Stattdessen sollen Infoleisten angezeigt werden. Ausnahmen davon soll es nur dann geben, wenn Nutzer mit dem Iframe interagiert haben. Das soll die unerwarteten Umleitungen verhindern, allerdings gibt es schon Webseiten, die hier Umgehungsmethoden nutzen und die Interaktion mit dem Inhalt erzwingen.

So gibt es etwa Seiten, die beim Klick auf einen Link diesen in einem neuen Tab öffnen, in dem Hauptfenster jedoch zu einer anderen Seite umleiten. Ab Version 65 soll auch damit Schluss sein und ebenfalls über eine Infoleiste auf das blockierte Verhalten hingewiesen werden. Weiteres missbräuchliches Verhalten, etwa durch Interaktionen mit Seitenelementen oder gar mit überlagerten transparenten Elementen, sei für die Browser-Entwickler noch schwieriger zu entdecken, aber natürlich ähnlich ärgerlich für die Nutzer. Chromes Pop-up-Blocker soll ab Januar aber zumindest das Öffnen neuer Tabs oder Fenster in derartigen Fällen verhindern.  (sg)


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