Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/star-wars-battlefront-2-angespielt-sammeln-ihr-sollt-1711-131028.html    Veröffentlicht: 08.11.2017 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/131028

Star Wars Battlefront 2 angespielt

Sammeln ihr sollt ...

Spielbare Figuren wie Meister Yoda und Rey, Schauplätze aus den neuen Episoden plus Massen an Extras: Der Multiplayermodus von Star Wars Battlefront 2 unterscheidet sich deutlich vom Vorgänger - und erzeugt dank über 300 Sammelkarten viel mehr Langzeitmotivation.

"Mich anzugreifen du versuchst ...?": Meister Yoda ist sauer - naja, eigentlich ist er einfach nur unser Gegner im Multiplayermodus von Star Wars Battlefront 2. Wir flitzen gerade als Darth Maul durch eine Raumstation, als uns Yoda von der Seite anspringt und uns mit ein paar Hieben seines grünen Lichtschwerts den Garaus macht. Die Guten haben einen Punkt gemacht, das Programm spielt den witzig klingenden Satz des Jedi-Meisters ab und wir schwören auf Rache.

Das Gipfeltreffen von Yoda, Darth Maul und anderen prominenten Sternenkriegern wie Rey, Han Solo und Prinzessin Leia findet so geballt nur in einem Modus von Star Wars Battlefront 2 statt. Der heißt Heroes & Villans und schickt die Spieler in sehr rasante Gefechte mit zwei Teams aus jeweils vier Teilnehmern. Beim Anspielen hat das viel Spaß gemacht, weil in den Kämpfen die Spezialkräfte besonders effektvoll aufeinanderprallen. Yoda etwa kann sich selbst und seine Verbündeten in nächster Nähe sofort vollständig heilen, Luke Skywalker hat den Machtschub - der allen Gegnern im Blickfeld Schaden zufügt - und Rey sieht vorübergehend alle Feinde durch Wände hindurch.

Battlefront 2 hat aber nicht nur neue Helden und Spezialfähigkeiten im Angebot. Der Multiplayermodus setzt gegenüber dem Ende 2015 veröffentlichten ersten Teil auf drei grundsätzliche Neuerungen. Erstens gibt es jetzt Klassen, zweitens die sogenannten Sternenkarten (Star Cards) zum Sammeln und drittens können Spieler nun in großen Raumschlachten im All antreten. Golem.de konnte den Multiplayermodus mit zahlreichen anderen Redaktionen aus aller Welt zwei Tage lang beim Entwicklerstudio Dice in Stockholm ausprobieren.

Die Sache mit den Klassen hat uns zuerst interessiert - auch deshalb, weil wir im Normalfall eben nicht als Yoda oder Rey, sondern als ganz gewöhnlicher Rebell oder Stormtrooper antreten. In den meisten Spielmodi kämpfen wir als Assault (schnell und relativ schwach gepanzert), Heavy (langsam und dick gepanzert), Officer (sehr schwach gepanzert, kann Selbstschussanlagen aufstellen) oder als Specialist (Sniper, Schutzschild).

Nach jedem Ableben können wir vor dem Respawn unsere gerade gespielte Klasse bestätigen oder mit wenigen Klicks eine andere wählen. Nach einer gewissen Eingewöhnung fanden wir das System gelungen und vor allem gut ausbalanciert. Am Ende der zwei Tage haben wir gemerkt, dass wir alle Klassen gerne spielen - keine fühlt sich wirklich doof an, keine wirkt stärker oder schwächer als die anderen.

Etwas kritischer kann man die Sache mit den Sternenkarten sehen - über die es ja auch im Vorfeld schon Berichte gab, weil daran das Mikropayment gekoppelt ist. Die Star Cards gibt es über virtuelle Schatztruhen, die wir über die sammelbare Ingame-Währung Credits oder über die für Euro erhältlichen Kristalle kaufen können. Es gibt rund 300 Karten, die meisten davon gewähren kleine, aber in der Summe eben spürbare Verbesserungen.

Die Sammlung wächst ...

So bekommen wir eine minimal schnellere Regeneration unserer Lebenspunkte, richten mit dem Scharfschützengewehr etwas mehr Schaden an oder haben eine Spezialfähigkeit einen Tick schneller wieder zur Verfügung. Wenn wir eine Star Card besitzen, gehört sie uns dauerhaft - es gibt keine, die wir verbrauchen könnten. Ebenfalls wichtig: Die Karten der höchsten Seltenheitsstufe und der größten Wirkung - die Epic Star Cards - können wir nicht kaufen. Das hatte Dice nach Kritik an dem System beschlossen.

Weltraumschlachten und Gefechte im Koop

Trotzdem ist es so, dass sich Spieler kleine Vorteile mit den gewöhnlichen Sternenkarten verschaffen können, worauf sie sich potenziell etwas besser in den Matches schlagen und entsprechend mehr Credits bekommen, um so auch schneller an die epischen Karten und zu höheren Charakterlevels zu gelangen. Dazu kommen dann weitere Elemente, etwa die Rangaufstiege sowie Battle Points, mit denen wir noch mehr Extras freischalten.

Beim Anspielen konnten wir zwar die finale Version ausprobieren, aber noch keine Sternenkarten kaufen. Gestört hat uns das nicht - klar, wir wollen uns die Sachen ja auch verdienen und nicht das Portemonnaie zücken. Ehrlicherweise hat uns das Sammelfieber doch relativ rasch gepackt und wir haben uns wirklich gefreut, wenn in unserer Sammlung eine neue Karte aufgetaucht ist. Nach rund 25 Stunden hatten wir immerhin eine kleine Auswahl von um die fünf Karten erspielt.

Die Karten können über Slots bestimmten Helden wie eben Yoda oder Rey zugeschaltet werden, außerdem stehen sie bestimmten Klassen wie den Assault oder sogar Schiffen im Weltraummodus zur Verfügung. Klingt kompliziert, ist es auch: Anfangs hat uns das System überfordert, aber nach und nach sind wir dann doch hinter die Feinheiten gekommen. Das Schöne daran ist, dass es eine Prise Taktik in die Action bringt. Noch schöner fänden wir es allerdings, wenn die Sache mit den Mikrotransaktionen anders wäre.

Die dritte grundlegende Neuerung ist der Weltraummodus Starfighter Assault. Darin sind wir in erstaunlich komplexen Missionen im Weltraum und direkt auf Planetenoberflächen unterwegs. Beispielsweise flitzen wir im X-Wing durch den Schrott des Todessterns über Endor oder im TIE Fighter durch den Sturm auf einem Wasserplaneten.

Mit den Flugkämpfen des letzten Battlefield hat der neue Modus so gut wie nichts mehr gemein. Das neue Starfigher Assault hat uns wegen der massiv verbesserten Steuerung und wegen der komplexen Missionen viel mehr Spaß gemacht. Beispielweise müssen wir ins Innere von Sternenzerstören fliegen und dort Schutzschilde ausschalten, um dann die Brücke attackieren zu können.

Das Spannende: Die Schilde erholen sich immer wieder, und wir werden als Rebellen ständig an neue Stellen des riesigen Hauptschiffs beordert, um dort immer wieder auf Zwischenziele zu ballern - während das gegnerische Team im TIE Fighter versucht, das zu verhindern. Übrigens sehen die Weltraumschlachten mit ihren schönen Licht- und Schatteneffekten fast durchgehend phänomenal aus.

Neben diesen drei größeren Neuigkeiten bietet Star Wars Battlefront 2 noch Massen an kleineren und größeren Optimierungen bei den Spielmechaniken, so dass sich das Ganze erstaunlich anders anfühlt als der Vorgänger - das Tempo ist höher, die Action wirkt wuchtiger, die meisten der Modi sind spürbar komplexer angelegt.

Ein AT-AT im Dienst der Rebellen

Ganz besonders trifft das auf den Modus Galactic Assault zu - das ist der wichtigste Multiplayermodus. Darin müssen wir nicht nur wie im Vorgänger einen AT-AT als Imperium bewachen oder als Rebell zerstören. Es geht auch andersherum: Als Rebell entführen wir einen der Stahlkolosse, und als Imperium versuchen wir, das Ding irgendwie auf den letzten Metern kaputt zu kriegen - und zwar in einem wahnsinnig schönen Einsatz bei Nacht auf dem Planeten Endor. Auch einige andere Schauplätze von Galactic Assault haben richtig gut gefallen, etwa eine riesige Gras- und Sumpflandschaft auf dem Planeten Kashyyyk.

Wer einfach nur schnelle Action zum Abreagieren am Feierabend möchte, kann das übrigens im neuen Arcademodus. Darin spielt man allein oder mit einem Kumpel im Koop (online oder lokal) als Darth Vader, Meister Yoda, Prinzessin Leia oder Chewbacca eine Reihe von kurzen Szenarios auf der hellen oder dunkeln Seite der Macht durch - schön anzusehen, flüssig und ohne große Vorbereitung schnell spielbar.

Star Wars Battlefront 2 erscheint am 17. November 2017 für Windows-PC (offizielle Systemanforderungen), Xbox One und Playstation 4. Mitglieder von EA Access und Origin Access sollen schon am 9. November, Vorbesteller der Elite Trooper Deluxe Edition am 14. November loslegen können. Die Kampagne konnten wir bei Dice übrigens nicht anspielen, aber zumindest den Anfang während eines etwas früheren Termins bei Electronic Arts schon mal ausprobieren.

Offenlegung: Golem.de war auf Einladung von Electronic Arts bei Dice in Stockholm. Die Reisekosten wurden zum Großteil von EA übernommen. Unsere Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben Dritter; diese Offenlegung dient der Transparenz.  (ps)


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