Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/saex-internet-seekabel-fuer-suedatlantikinsel-st-helena-1710-130874.html    Veröffentlicht: 29.10.2017 15:13    Kurz-URL: https://glm.io/130874

SAEx

Internet-Seekabel für Südatlantikinsel St. Helena

Erst die Inbetriebnahme des Flughafens, nun ein Seekabel für die Insel St. Helena. Die Isolation der 4.500 Bewohner hat ein Ende.

Die Südatlantikinsel St. Helena wird mit einem transatlantischen Seekabel angebunden. Das gab die NGO A Human Right bekannt. Ein Memorandum of Understanding (MoU) mit SAEx International, dem Betreiber des Seekabels South Atlantic Express Cable (SAEx), und der Regierung von St. Helena wurde geschlossen. Das Seekabel verbindet Südafrika mit der Ostküste der USA und Brasilien. Der Bau für die Insel mit rund 4.500 Bewohnern soll im Jahr 2020 abgeschlossen sein. Die Initiative setzt sich seit sechs Jahren für die Anbindung St. Helenas an das Internet ein.

Das Seekabel hat eine Länge von 13.000 Kilometern und läuft durch den südatlantischen Ozean in der Nähe der Insel. Es soll nun St. Helena mit einer Kapazität von 200 GBit/s anbinden.

Bislang ist die gesamte Insel mit einer Satellitenverbindung mit einer Datenübertragungsrate von nur 20 MBit/s versorgt.

Paul McGinnety, Assistant Chief Secretary der Regierung von St. Helena, erklärte: "Dies ist ein wichtiger Meilenstein für St. Helena, und wir sind einer Reihe von wichtigen Unterstützern verpflichtet, die sich dafür eingesetzt haben, dass St. Helena Zugang zu einem Seekabel erhält."

Partnerschaft mit Satellitenbetreibern

Die Finanzierung im unteren zweistelligen Millionenbereich erfolgt größtenteils über die Europäische Union. Christian von der Ropp, Initiator der Kampagne zur Anbindung von St. Helena, sagte Golem.de: "Möglich wurde das alles letztlich nur, weil ich dem Beispiel der norwegischen Svalbard-Inseln folgend zahlreiche Satellitenbetreiber angesprochen habe und tatsächlich über ein Dutzend Unternehmen gefunden habe, die sehr interessiert daran sind, auf St. Helena Bodenstationen zu errichten, um mit der rapide zunehmenden Zahl an Satelliten im erdnahen Orbit kommunizieren zu können. Diese Bodenstationen werden sehr hohe Bandbreiten auf dem Unterseekabel benötigen, um die ausgetauschten Daten abzuführen, und so zur Finanzierung beitragen."

In diesem Monat ist zudem das erste Linienflugzeug auf dem neuen Flughafen von St. Helena gelandet.  (asa)


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