Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/turbo-power-pack-mod-im-test-das-beste-akkumodul-fuer-moto-z-smartphones-1711-130830.html    Veröffentlicht: 01.11.2017 09:00    Kurz-URL: https://glm.io/130830

Turbo Power Pack Mod im Test

Das beste Akkumodul für Moto-Z-Smartphones

Mit einem Akkumodul lässt sich die Laufzeit eines Moto-Z-Smartphones erheblich verlängern. Wir haben Lenovos neues Modul getestet, das die bisher höchste Kapazität bietet und endlich einen eigenen USB-Anschluss hat. Erst damit kann das Akku-Mod sein Potenzial ausspielen.

Mit das Wichtigste bei Smartphones ist eine möglichst lange Akkulaufzeit. Aus diesem Grund sind besonders die andockbaren Akkus für die Moto-Z-Smartphones gefragt. Lenovo hat mit dem Turbo Power Pack Mod ein neues Akkupack im Sortiment, das in vielen Punkten gegenüber dem ein Jahr alten Akkumodul von Incipio verbessert wurde. Auf dem deutschen Markt gibt es derzeit kein besseres Modell für die Moto-Z-Smartphones. Wir haben das Mod mit einem Moto Z2 Play getestet, weil es bereits von sich aus eine lange Akkulaufzeit schafft und wir herausfinden wollten, wie sich die Nutzungsdauer mit dem Akkumod verlängert.

Mit dem Turbo Power Pack Mod greift Lenovo die Kritikpunkte auf, die es am Incipio-Modell gibt. Das neue Akkumodul hat den schmerzlich vermissten USB-Anschluss, um es auch ohne angedocktes Smartphone aufladen zu können. Wer es darauf anlegt, muss das Smartphone nie wieder an eine Steckdose hängen, indem immer das Akkumodul zum Laden des Smartphone-Akkus verwendet wird.

Unabhängigkeit von einer Steckdose

Im Extremfall kann auch ein externes Akkupack genutzt werden, um das Akkumodul unterwegs ganz ohne Steckdose zu laden. Das Smartphone kann derweil weiter verwendet werden, und sobald das Modul aufgeladen ist, kann es wieder an das Smartphone gesteckt werden, um so den Smartphone-Akku zu befüllen.



Diese Freiheit fehlte dem ersten Akkumodul von Incipio, weil es keinen Ladeanschluss besitzt. Das gilt auch für das 50 Euro teure Moto Power Pack, das Anfang des Jahres von Lenovo vorgestellt wurde und mittlerweile vereinzelt im Handel zu finden ist. Beide Geräte haben den Nachteil, dass sie sich nur mit angedocktem Smartphone laden lassen.

Lenovo hat zwar im Februar 2017 einen Ladeadapter vorgestellt, mit dem sich solche Mods auch ohne Smartphone laden lassen. Bisher ist dieser aber nicht erschienen, und es gibt von Lenovo auch keine Angaben dazu, wann dies geplant ist.

Modul bringt eine Woche Smartphone-Zeit

Vor einem Jahr hatten wir das erste Akku-Mod von Incipio mit einem Moto Z Play im Praxistest genutzt und waren angetan von den Möglichkeiten: Wir waren damit in der Lage, das Moto Z Play ohne Steckdose eine komplette Arbeitswoche lang zu verwenden, ohne es zwischendurch etwa an einer Steckdose aufladen zu müssen. Wer also lange unterwegs mit einem Smartphone arbeiten will, bekommt damit eine passable Lösung an die Hand.

All das ist auch mit einem externen Akkupack möglich. Allerdings ist dann einiges akrobatisches Geschick gefragt, wenn das Smartphone weiter verwendet wird. Denn das Akkupack hängt meist an einem Kabel, was die Nutzung des Smartphones erschwert. Das ist mit den Akkumodulen deutlich besser gelöst: Ohne lästige Kabel lassen sich die Smartphones weiter verwenden.

In den Lademodulen befindet sich ein ähnlich großer Akku wie im Smartphone selbst. Dadurch wird es mit Akkumodul dicker und schwerer.

Akkumodul macht Smartphone dicker und schwerer

Das neue Akkumodul ist 6,5 mm dick, so dass ein Moto-Z-Smartphone damit entsprechend voluminöser wird. Mit einem Gewicht von 95 Gramm ist es 10 Gramm schwerer als das erste Akkumodul. Das Smartphone wird damit also ein ganzes Stück schwerer, nach kurzer Zeit gewöhnten wir uns aber daran und fanden es nicht unangenehm. Wenn das Akkumodul ein paar Tage am Smartphone war, fehlte es uns sogar zunächst, wenn es abgenommen wurde.



An der Akkupackfunktion hat sich nichts geändert: Alle Akkumodule für die Moto-Z-Smartphones dienen nur dazu, den Smartphone-Akku zu laden. Es ist nicht möglich, für den Betrieb den internen Smartphone-Akku zu umgehen und stattdessen nur den Akku im Modul zu nutzen.

Mehr Kapazität mit dem Turbo Power Pack

Das erste Akku-Mod hat eine Kapazität von 2.220 mAh, dies wurde für das Turbo Power Pack Mod deutlich auf 3.490 mAh aufgestockt. Das führt zu entsprechend längeren Laufzeiten. Beim Abspielen eines Full-HD-Videos sind mit dem alten Akkumodul zehn Stunden mehr Wiedergabezeit möglich, mit dem Turbo-Modell gibt es knapp 14 Stunden. Im Praxisbetrieb können wir ein Moto Z2 Play mit dem Turbo Power Pack Mod eine Arbeitswoche lang verwenden.

Das ist auch mit dem Moto Z Play und dem ersten Akkumodul möglich, dann bleiben aber keine Reserven mehr. Wenn das neue Modul mit dem Moto Z Play und seinem etwas leistungsfähigeren Akku genutzt wird, bleiben am Ende der Arbeitswoche noch mehr Reserven. Das Akkumodul funktioniert auch mit den übrigen Moto-Z-Smartphones, allerdings haben diese weniger leistungsstarke Akkus und leistungsfähigere Prozessoren, die den Akku stärker belasten. Damit dürften diese wohl nicht ganz auf eine Arbeitswoche kommen, ein mehrtägiger Einsatz wird aber möglich sein.

Zwei Lademodi stehen zur Wahl

Das Turbo Power Pack Mod kennt zwei verschiedene Lademodi. Die maximale Laufzeit wird im Effizienzmodus erreicht, der Turbomodus dient dem besonders schnellen Aufladen. Den vom ersten Akkumodul bekannten Standardmodus gibt es nicht, sodass sich der Smartphone-Akku nicht am Stück bis 100 Prozent laden lässt, ohne zugleich das Schnellladeverfahren zu aktivieren. Das fanden wir unpraktisch.

Bei geladenem Smartphone-Akku wird das Modul im Effizienzmodus erst dann verwendet, wenn der Smartphone-Akku unter 80 Prozent gelangt. Dann wird der Smartphone-Akku auf diesem Wert gehalten und der angedockte Akku schaltet sich dazu.

Das Turbo Power Pack Mod hat nicht genügend Kapazität, um den Akku im Moto Z2 Play zu laden.

Vollständiges Aufladen mit Tücken

Ein leerer Akku im Moto Z2 Play kann selbst im Effizienzmodus nicht vollständig geladen werden, weil die Kapazität des Turbo Power Pack dafür nicht ausreichend ist. Damit ein vollständiges Laden überhaupt möglich ist, darf der Smartphone-Akku nicht unter einen Wert von 20 Prozent sinken, und ohne händisches Eingreifen geht es gar nicht. Hier wäre ein dritter Lademodus hilfreich, der ohne Schnellladetechnik den Smartphone-Akku so weit wie möglich befüllt.



Üblicherweise warnen Android-Geräte bei einem Akkustand von 15 Prozent, dass der Akku bald geleert ist. Wenn wir das Akkumodul andocken, wenn der Akku im Moto Z2 Play bei 15 Prozent ist, wird dieser lediglich bis 98 Prozent geladen, dann ist der Akku im Mod leer. Das Ganze dauert dann drei Stunden. Nach zwei Stunden waren 80 Prozent erreicht und wir mussten den Turbomodus aktivieren, damit der Akku im Smartphone weiter geladen wurde.

Turbomodus sorgt für Hitze

Ist gleich der Turbomodus aktiviert, verkürzt sich die Ladezeit, aber das Modul lädt den Smartphone-Akku weniger weit. Bei ebenfalls 15 Prozent Akkustand des Smartphones hat es 1,5 Stunden gedauert, bis das Modul leer war. Der Smartphone-Akku hatte dann einen Wert von 88 Prozent.

Beim Aufladen im Turobomodus werden das Modul und das Smartphone sehr warm. Wir finden es unangenehm, so ein Heizpaket etwa in der Hosentasche zu haben. Auch in eine Tasche würden wir das Gerät dann ungern legen, weil wir uns sorgen, dass es überhitzt. Wenn im Turbomodus geladen wird, sollte sich das Smartphone am besten auf einem Tisch oder einer anderen ebenen Fläche befinden, um für eine ausreichende Kühlung durch die Umgebung zu sorgen.

Über den USB-Type-C-Anschluss ist das Turbo-Akkumodul in knapp zwei Stunden aufgeladen. Wenn das Akkumodul nicht am Smartphone angedockt ist, zeigen vier LEDs auf Knopfdruck den Ladestand.

Anderes Ladeverhalten

Das Turbo Power Pack Mod hat ein anderes Ladeverhalten als das Incipio-Modul, wenn es sich an einem Smartphone befindet. Dann wird beim Turbo-Modell erst der Smartphone-Akku geladen und im Anschluss das Modul. Der Nutzer hat keine Möglichkeit, die Ladereihenfolge zu verändern.

Das ist beim Incipio-Modul anders gelöst: Hier werden immer beide Akkus gleichzeitig geladen. Beim Turbo-Modul ist gleichzeitiges Laden also nur mit einem zusätzlichen Netzteil möglich. Das ist zwar schade, aber in Anbetracht des USB-Anschlusses auch nicht ganz so notwendig. Dennoch bedeutet es einen gewissen Komfortverlust.

Etwas überrascht waren wir, als wir das Turbo Power Pack Mod das erste Mal an einem Moto Z Play betreiben wollten. Das Akkumodul verlangte nach einem Update auf Android 7.1.1. Ohne Aktualisierung des Smartphones hätte es nicht funktioniert, so der Hinweis vom Hersteller.

Beim Incipio-Akku hatten wir die vorbildliche Integration in das Betriebssystem gelobt. Das hat sich verschlechtert: Die Statusleiste zeigt nur noch an, dass der Smartphone-Akku geladen wird. Aber der Stand beider Akkus ist nicht mehr direkt in der Statusleiste zu sehen. In einer Benachrichtigung wird nur noch der Akkustand des Mods angezeigt, aber dann ohne Prozentwert des Smartphone-Akkus. Beide Werte erscheinen nur in den Akku-Einstellungen des Betriebssystems.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Turbo Power Pack Mod kostet regulär 70 Euro und ist nur bei einzelnen Händlern verfügbar. Derzeit kostet es bei den meisten Händlern auch deutlich mehr als die von Lenovo veranschlagten 70 Euro. Der Preis kann dabei auf 90 Euro steigen.

Nach Angaben von Lenovo ist das Akkumodul jedoch ganz regulär im Handel verfügbar, wird aber nicht über die Motorola-Webseite verkauft. Der Hersteller begründet das damit, dass Akkus von Logistikunternehmen als Gefahrgut deklariert würden und das zu mehr Aufwand sowie höheren Kosten führe.

Fazit

Das Turbo Power Pack Mod ist das mit Abstand beste Akkumodul für die Moto-Z-Smartphones. Mit angedocktem Modul liegen die Moto-Z-Play-Smartphones gut in der Hand. Das Akkumodul hat die höchste Kapazität der verfügbaren Module. Die beiden Moto-Z-Play-Smartphones stehen damit durchaus eine Fünftagewoche durch. Es ist hierzulande das einzige Akkumodul, das einen USB-Anschluss zum Aufladen besitzt.



Nur mit Ladeanschluss lassen sich die Möglichkeiten des Akkumoduls voll ausschöpfen: Das Akkumodul lässt sich befüllen, während das Smartphone uneingeschränkt weiter verwendet werden kann. So muss das Smartphone bei Bedarf nie wieder mit einem Netzteil verbunden werden, indem immer das Modul zum Laden des Smartphone-Akkus verwendet wird.

Leider können die Moto-Z-Smartphones das Akkumodul nicht direkt ansprechen und den internen Akku übergehen. Das gilt aber auch für die anderen Akku-Mods. Restlos perfekt wäre das Turbo-Modul, wenn es einen dritten Lademodus gäbe, der den Smartphone-Akku auch ohne Schnellladetechnik bis zum Anschlag befüllt. Hier könnte Lenovo mit einem Firmware-Update nachbessern und damit den Komfort erhöhen.

Wer einen Akku-Mod für sein Moto-Z-Smartphone sucht, sollte den Aufpreis für das Turbo-Modell in jedem Fall investieren. Die beiden anderen in Deutschland verfügbaren Akku-Mods haben weniger Kapazität und keinen USB-Anschluss, weshalb wir von einem Kauf der preisgünstigen Alternativen abraten.  (ip)


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