Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/datenrate-kunden-wollen-lieber-schnelle-internetzugaenge-1710-130686.html    Veröffentlicht: 18.10.2017 12:56    Kurz-URL: https://glm.io/130686

Datenrate

Kunden wollen schnelle Internetzugänge

Internetzugänge mit höheren Datenraten von mindestens 50 MBit/s sind in Deutschland stark angestiegen. Auch die Datennutzung nimmt im Festnetz massiv zu. Die Telekom plant wohl etwas Großes zu FTTH.

Die Kunden wollen Internetzugänge mit hohen Übertragungsraten und nutzen diese auch für große Datenvolumen. Das geht aus der 19. TK-Marktstudie von Torsten J. Gerpott, Professor für TK-Wirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, hervor, die der Branchenverband VATM (Verband der Anbieter von Telekommunitations- und Mehrwertdiensten) am 18. Oktober 2017 vorgestellt hat. Der Anteil der nachgefragten Festnetzanschlüsse mit mindestens 50 MBit/s Downstream wird 2017 auf 28,2 Prozent zulegen.

Der Datenhunger in Deutschland nimmt der Studie zufolge weiter rapide zu: Im Jahr 2017 übertragen die Nutzer hierzulande im Festnetz 30,8 Milliarden Gigabyte - das bedeutet eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von fast 40 Prozent. Über mobile Anschlüsse werden in diesem Jahr 1.350 Millionen Gigabyte in Mobilfunknetzen verschickt oder heruntergeladen. Das ist fast die Hälfte mehr als im Vorjahr (902 Millionen Gigabyte).

Unmoralisches Angebot: Telekom wird FTTH bundesweit ausrollen

VATM-Präsident Martin Witt (1&1) sagte: "Die Telekom dominiert weiterhin den deutschen Festnetzmarkt. 75 Prozent aller Anschlüsse werden physikalisch auf dem Netz des Ex-Monopolisten bereitgestellt. Die Vectoring-Entscheidung zugunsten der Telekom hat wie befürchtet die Abhängigkeit der Wettbewerber von Vorprodukten der Telekom sogar noch erhöht."

Eine Marktmachtübertragung von Telekom-Vectoring auf FTTB/H sei absehbar. Die Telekom werde dort, wo der Wettbewerb sie zum Ausbau mit echten Glasfaseranschlüssen treibt, alles daran setzen, ihre dominante Marktposition zu verteidigen. "Regulierung mit Augenmaß muss eine Remonopolisierung verhindern", betonte Witt. Der Verband hält es für völlig inakzeptabel, dass vonseiten der Bundesregierung Regulierungsferien zugunsten der Telekom gefordert werden.

Frederic Ufer, Leiter Recht & Regulierung beim VATM, sagte tags zuvor auf dem Breitbandkongress des Fachverbandes Rundfunk- und Breitbandkommunikation (FRK) in Leipzig: "Wir erwarten ähnlich wie beim Vectoring bald ein neues unmoralisches Angebot der Telekom zum Glasfaserausbau." Der Konzern werde nicht zusehen, wie die Stadtnetzbetreiber Glasfaserinseln errichten. Die Telekom werde ein Ausbauangebot an die Bundesnetzagentur machen, das mit einer Ausnahme von der Regulierung gekoppelt sein werde.  (asa)


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