Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/datenbank-microsofts-privater-bugtracker-ist-2013-gehackt-worden-1710-130672.html    Veröffentlicht: 17.10.2017 21:08    Kurz-URL: https://glm.io/130672

Datenbank

Microsofts privater Bugtracker ist 2013 gehackt worden

Es ist erst der zweite bekannte Angriff dieser Art: Microsofts interner Bugtracker ist im Jahr 2013 gehackt worden. Unklar ist, ob und welche Informationen über Sicherheitslücken die Angreifer dabei erbeuten konnten.

Microsofts interner Bugtracker ist vor rund vier Jahren von einem angeblich sehr erfahrenen Angreifer gehackt worden. Das berichtet Reuters unter Berufung auf fünf ungenannte ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens. Microsoft hat den Hack bislang öffentlich nicht bestätigt, nach der Erkennung soll der Fehler schnell behoben worden sein.

Die Datenbank enthielt nach Angaben von Reuters Informationen über gefundene, ungepatchte Sicherheitslücken. Möglicherweise konnten Angreifer damit neben den Informationen über die Schwachstellen selbst auch Rückschlüsse auf Problemlösungsstrategien und Entwicklungsschritte von Microsoft erhalten.

Microsoft kommentierte das angebliche Sicherheitsproblem auch auf konkrete Anfrage von Reuters nicht genau, widersprach der Darstellung aber auch nicht. In dem Statement heißt es: "Unsere Sicherheitsteams überwachen Cybergefahren aktiv, um uns zu helfen, die richtigen Prioritäten zu setzen um unsere Kunden zu schützen." Das Unternehmen hatte im Jahr 2013 lediglich einen Einbruch bestätigt, aber keinerlei Details über Umfang und Ziel der Angriffe bekanntgegeben.

Datenbank wurde nach Einbruch komplett isoliert

Nachdem der Einbruch entdeckt wurde, soll Microsoft das System vom restlichen Firmennetzwerk komplett abgekoppelt und den Zugang beschränkt haben. Zudem sei eine verpflichtende Zwei-Faktor-Authentifizierung eingeführt worden. Die Angriffe sollen auf das Konto einer Gruppe gehen, die seit mindestens 2011 Unternehmensnetzwerke angreift und unter den Namen Morpho, Butterfly und Wild Neutron bekannt ist.

Der Fall ist erst der zweite bekannte Einbruch in den geheimen Bugtracker eines großen Softwareunternehmens. Im Jahr 2015 konnten Angreifer private Bugreports des Browserherstellers Firefox einsehen, darunter zehn bislang ungepatchte als kritisch eingestufte Sicherheitslücken.  (hg)


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