Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/tpcast-im-hands-on-ueberzeugende-drahtlose-virtuelle-realitaet-1710-130671.html    Veröffentlicht: 19.10.2017 08:00    Kurz-URL: https://glm.io/130671

TPCast im Hands on

Überzeugende drahtlose Virtuelle Realität

Ein Kabel am VR-Headset mag selten stören, bleibt aber ein Stolperfaktor. Abhilfe schafft das TPCast, ein Wireless-Adapter für HTCs Vive. Beim Ausprobieren gefiel uns die Lösung sehr gut, der Aufbau erfordert aber ein bisschen Mitdenken.

Im Ausland ist das TPCast schon seit einigen Monaten erhältlich, ab dem 7. Oktober 2017 verkauft das chinesische Unternehmen seinen Wireless-Adapter für HTCs Vive auch hierzulande. Wir haben ihn in in der VR-Lounge ausprobiert, wenngleich wir nicht wie Endkunden den Aufbau erst vornehmen mussten. Der hat ein paar Tücken, danach überzeugt das TPCast allerdings.

Wer schon mal ein Vive-System aufgebaut hat, weiß, dass die Verkabelung des VR-Headsets und der Lighthouse-Basisstationen rund 20 Minuten dauert. Durch das TPCast verlängert sich die Zeit auf knapp eine Stunde, da viele Komponenten notwendig sind: Am VR-Headset werden das HDMI- und das USB-Kabel getauscht und der Drahtlos-Empfänger an das über den Kopf laufende Halteband angebracht. Unser Vorführmodell nutzte den Deluxe Audio Strap, der komfortabler zu tragen ist, auch weil Kopfhörer integriert sind. Zu guter Letzt wird der Empfänger per 72-Wh-Powerbank mit Energie versorgt.

Am PC müssen TPCast-Nutzer einen mitgelieferten Router anschließen, ein Internetanschluss wird über Letzteren durchgeschliffen. Die Kabelbox des Vive wird wie gehabt mit dem Rechner verbunden, statt dem Headset hängt am Ende der Strippe aber der Drahtlos-Sender. Der sollte möglichst oberhalb des Kopfes des Spielers angebracht werden, beispielsweise neben einer der Basisstationen. Zusätzlich zur Hardware muss die TPCast-Software - verfügbar für Windows 10 - installiert und dann noch SteamVR gestartet werden.

Lag-lose 60 GHz

TPCast verwendet eine 60-GHz-Verbindung, allerdings das proprietäre Wireless-HD statt den WiGig-Standard. Der Sender auf dem Headset wiegt 86 Gramm - wer nicht weiß, dass er dort angebracht ist, dürfte ihn schwerlich bemerken. Das Gewicht des Battery-Pack in der hinteren Hosentasche oder am Gürtel fällt eher auf, nach einigen Minuten vergessen wir es aber. Laut Hersteller soll die Laufzeit übrigens fünf Stunden betragen, was wir freilich nicht testen konnten. Der Akku ist nicht Hot-Swap-fähig, da das Signal dann abbricht.

Zumindest beim Ausprobieren des TPCast mit Space Pirate Trainer konnten wir keinen Unterschied zwischen Kabel- und Wireless-VR erkennen. Die Bildqualität ist identisch - 90 Hz, keine Kompression, 1.080 x 1.200 Pixel pro Auge - und auch das Tracking fühlt sich identisch an. Mit dem Controller über dem Kopf herumzufuchteln ändert daran nichts, erst wenn wir den Sender mit den Händen bewusst verdecken, kann es zum Stottern kommen.

Aktuelle Spiele machen jedoch nur wenig Gebrauch von kabellosem VR, so sind etwa 360-Grad-Drehungen selten. Gleiches gilt für den größeren Spielbereich, da mit TPCast das 450-cm-Kabel entfällt. Wir hätten daher gerne Arizona Sunshine ausprobiert, das von beiden Verbesserungen profitieren dürfte.

Das TPCast wird von Schenker vertrieben und ist auch bei Alternate sowie Caseking erhältlich. Das System kostet allerdings 350 Euro.  (ms)


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